Our Survival Depends On Us - Scouts On The Borderline Between The Physical And Spiritual World

Review

Sperriger Bandname, sperriger Albumtitel, sperriges Album: Das neue Werk der bereits seit 1999 aktiven Österreicher OUR SURVIVAL DEPENDS ON US nennt sich „Scouts On The Borderline Between The Physical And Spiritual World“ – und ist nicht weniger als ein knapp 50-minütiger Trip an die Grenzen des Verstandes.

Psychedelischer, folkiger und okkulter Rock, vermengt in eine leicht sludgige Suppe: Ein Hybrid aus URFAUST und AGALLOCH, hier verwurstet PINK FLOYD alte HEXVESSEL und SÓLSTAFIR nimmt sich THE DOORS vor  – wunderbar unkonventionell, unberechenbar und doch stimmig aufbereitet. Es ist erfrischend, wie offen das Quintett aus der benachbarten Alpenrepublik zu Werke geht: Da schält sich in „The Bloody Path“ Ambient heraus, es gibt Folk- Rock-Klänge in „Children Of The Dawn“ und Neo-Klassik in „Mountains Of My Home“ – und das Ergebnis ist keine wirre Folge von Einzelelementen, sondern ein stimmiges, zusammenhängendes Bild voller Detailtiefe und Pracht. Beseelt von einer unmittelbaren Energie, wie man sie selten findet im großen und bunten Metalzirkus, punktet OUR SURVIVAL DEPENDS ON US insbesondere mit einem stimmungsvollen Vortrag – denn was „Scouts On The Borderline Between The Physical And Spiritual World“ letztlich ausmacht ist die geballte Stärke des Gesamtwerks, der avangardistische Anstrich und das freigeistige Vorgehen. Kompakte, hit-verdächtige Einzeltitel kommen dabei natürlich kaum heraus – auch wenn das schmissige „Let My People Go“ und  das fast viertelstündige, epische „Sons And Daughters“ auch für sich genommen ziemlich gut dastehen. Den letzten besonderen Touch geben dem Werk musikalische Gastbeiträge von Kvohst (GRAVE PLEASURES) und Steindor Andersen, die warme Produktion von Düster-Visionär V.Santura (DARK FORTRESS) und die beeindruckende Videoproduktion von Walter Fanniger zu „Let My People Go“. Auch hier wird der künstlerische Anspruch der Band offenkundig, die eben mehr anzubieten haben als bloße Dienstverrichtung an der Gitarre.

Aber machen wir uns nichts vor: „Scouts On The Borderline Between The Physical And Spiritual World“ ist viel. Der klagende Gesang, die abrupten Wechsel, die wechselhaften stilistischen Mittel. Leicht besteht die Gefahr als Hörer abgehängt zu werden. Aber in diesem Fall kann Vielfalt schlicht nicht vereinfacht werden.

Somit ist „Scouts On The Borderline Between The Physical And Spiritual World“ ein Album, das man entdecken muss, das in eine geisterhafte, ursprüngliche Welt entführt – also macht euch auf die Reise!

22.11.2015

Iä! Iä! Cthulhu fhtagn!

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