Praise The Plague - The Obsidian Gate

Review

Soundcheck Juli 2021# 6 Galerie mit 9 Bildern: Praise The Plague - Walpurgisnacht 2022

Drei Jahre sind vergangen seit dem die Berliner PRAISE THE PLAGUE ihr Debüt „Antagonist“ veröffentlichten und bereits damals war ein enormes Potential erkennbar. Nach einer weiteren EP und einem Livealbum erscheint nun mit „The Obsidian Gate“ der zweite Longplayer.

The Obsidian Gate – Willkommen in der Schwärze

Eine Eigenschaft, welche PRAISE THE PLAGUE schon auf ihrem Debüt auf der Habenseite zu verbuchen hatten, war die Fähigkeit eine unfassbar düster-grimmige Sludgewalze zu erschaffen. Dies gelingt ihnen auch hier auf „The Obsidian Gate“, nur dass nun noch eine ordentliche Ladung Black Metal in den Sound eingewebt wird. Gab es auf dem Debüt nur im Titeltrack einen kleinen rasenden Ausbruch, wird dies hier deutlich ausgebaut, was dem ganzen Album eine wesentlich größere Dynamik verpasst und den schon vorhandenen düsteren Grundtenor völlig in eine schwarze, fiese Walze verwandelt. Die 2-Song EP „Antagonist II“ war diesbezüglich bereits ein kleiner Ausblick, nun gehen PRAISE THE PLAGUE aber in Albumlänge in die Vollen.

Beispielhaft dafür ist direkt der Opener „The Descent“, welcher nach einem langsam aufbauenden Einstieg, irgendwo zwischen Sludge, epischen Post-Metal und einem Akustik-Part, in eine tiefschwarze Black-Metal-Raserei mündet. Das bereits bekannte Gekeife tut sein Übriges. Mit angezogenem Tempo geht es dann auch in den beiden folgenden Tracks „Blackening Swarm II“ und „Great Collapse“ weiter, wobei die eingestreuten weiblichen Spoken Words und die tiefen Growls die Songs zusätzlich spannend halten.
Der Titeltrack „The Obsidian Gate“ ist dagegen eher ein atmosphärisches Intermezzo, welches wie eine kleine Verschnaufpause wirkt, aber letztendlich die Gesamtstimmung des Albums nur mit anderen Mitteln interpretiert. „Beyond“ geht dann den Weg der vorherigen Stücke weiter und mit „The Ascent“ folgt der abschließende Höhepunkt des Albums, welcher nochmal sämtliche Stilelemente des Albums komprimiert in einen 9-minütigen Track zusammenfasst: monolithisch-schwarze Soundwände, kriechend-fiese Sludge-Riffs, eine insgesamt erdrückende Atmosphäre und ein gelungenes, dynamisches Songwriting.

PRAISE THE PLAGUE machen einen großen Schritt nach vorne

Es ist mehr als deutlich, das PRAISE THE PLAGUE nach ihrem Debüt an genau den richtigen Ecken gefeilt haben, ohne vom eingeschlagenen Weg abgekommen zu sein, denn „The Obsidian Gate“ klingt einfach verdammt gut. Jeder, der sich einen Genremix aus Sludge, Doom und Black Metal vorstellen kann, vielleicht schon Bands wie THOU oder DOWNFALL OF GAIA im heimischen Plattenschrank stehen hat, sollte hier beide Ohren riskieren. Aber ganz schnell!

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29.07.2021

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2 Kommentare zu Praise The Plague - The Obsidian Gate

  1. Schraluk sagt:

    Gefällt mir sehr gut die Scheibe, definitiv eine ziemliche Steigerung zum Debüt. Der Link Downfall Of Gaia und Alter Of Plagues passt. Mit Lifeforce hat man such ein gutes Label gefunden. Aber Vinyl Schedule für Dezember? Was da denn schief gelaufen? Den Snare Sound finde ich allerdings mies, ist aber eher meckern auf hohem Vinyl.

    8/10
  2. elLargo sagt:

    Gefällt mir auch viel besser als der Vorgänger 😁

    8/10