Recoil - SubHuman

Review

Lange mussten RECOIL-Fans auf das neue Album von Ex-DEPECHE MODE-Mitglied Alan Wilder warten – um genauer zu sein 5 Jahre hat Alan Wilder am Nachfolger von „Liquid“ getüftelt, nun steht „subHuman“ in den CD-Regalen.

Wer mit Alan Wilder immer noch Synthiepop à la DEPECHE MODE verbindet, dürfte noch nie etwas von RECOIL gehört haben, denn die „guten alten Zeiten“ sind lange Vergangenheit und auch RECOIL war von Beginn an nie als DEPECHE MODE-Klon geplant. Vielmehr setzt Alan Wilder bei RECOIL seine persönlichen Visionen von elektronischer Musik um, die im Gegensatz zu DEPECHE MODE alles andere als kommerziell und eher im experimentell-innovativen Bereich der elektronischen Musik anzusiedeln sind und sich jeder eindeutigen musikalischen Einordnung entziehen.

Dies zeigte sich bereits auf den Alben „Unsound Methods“ und „Liquid“, und auch „subHuman“ ist wieder ein Album fernab musikalischer Klischees und ausgetrampelter musikalischer Pfade. Das Ergebnis ist erneut ein Album, das man nur angemessen bewerten kann, wenn man sich auf dieses einlässt und quasi jeden Sound, den Alan Wilder „erzeugt“, als festen Bestandteil seines musikalischen Konzepts betrachtet. So ist „subHuman“ eigentlich auch alles andere als ein elektronisches Album, überrascht mit einer Vielzahl akustischer Instrumente (Mundharmonika, Gitarre, Geige), die zusammen mit den elektronischen Sounds eine nicht immer leicht verdauliche Klangsynthese eingehen. Hinzu kommen sperrige Sounds und Guest-Vocals von Joe Richardson, die „subHuman“ in eine musikalische Nähe zu eigentlich völlig genrefremden Klängen wie Rock, Blues und Jazz befördern, was die ganze Angelegenheit zusätzlich zu einer großen musikalischen Herausforderung werden lässt – sowohl für RECOIL selbst, als auch für den Hörer.

„subHuman“ ist ein Album, das erneut Alan Wilders beeindruckende Fähigkeit zeigt, einen ganz eigenen Stil zu kreieren. Häufig hört man Forderungen nach „anspruchsvoller Musik“, wie auch immer diese aussehen bzw. sich anhören mag. Die Musik von RECOIL ist mit Sicherheit dafür geeignet, diese Nische erfolgreich zu füllen. Gleichzeitig ist „subHuman“ auch ein Album, das dem Hörer auch einiges abverlangt. So musikalisch dicht und komplex das Album auch ist, so anstrengend und nur schwer verdaulich kann es auch sein. Aber vielleicht ist dies auch der „Preis“, den man für Musik fernab des alltäglichen Einheitsbreis zahlen muss … und mit Sicherheit auch will.

26.07.2007

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