Skeletal Remains - The Entombment Of Chaos

Review

Soundcheck September 2020# 16

SKELETAL REMAINS um den ehemaligen FUELED-BY-FIRE-Gitarristen Chris Monroy sind spätestens seit ihrem letzten Album “Devouring Mortality” (2018) für den zeitgenössischen US- Death Metal das, was SENTIENT HORROR für den schwedisch beeinflussten Todesstahl sind: eine absolut verlässliche Bank, die gewiss keine experimentellen Prog-Feuerwerke mehr komponieren wird, aber den Klassikern so herrlich linientreu und kompetent huldigen, dass es einfach puren Spaß macht, ihre Alben zu hören oder sie live zu sehen. Mit “Devouring Mortality” rangierten SKELETAL REMAINS wie gewohnt zwischen den rohen Sternstunden von DEATH, MORBID ANGEL und europäischen Klassikern wie MORGOTH und PESTILENCE und servierten vor allem eine 1-A-Partyplatte. Viel Wiedererkennungswert hatten die Songs individuell gesehen zwar nicht unbedingt, doch musste man sich letztlich dem gewaltigen Hörspaß ergeben und hirnlos die Matte (oder was davon übrig geblieben ist) schwingen. Auf “The Entombment Of Chaos” wird sich demnach nicht viel ändern – oder etwa doch?

SKELETAL REMAINS laden erneut zur Todesparty …

Nein, in der Tat haben SKELETAL REMAINS ihren Stil nicht gerade einer Generalüberholung unterzogen. Das Gros der Zutaten bleibt, wie es ist. Die auffälligste Veränderung besteht im nunmehr etwas klareren, komprimierteren Sound, der an MORBID ANGELs “Gateways To Annihilation” erinnert. Passend dazu klingen Monroys Vocals inzwischen eher nach Steve Tucker auf Taurin als nach Martin van Drunen. Doch der glattere Sound kommt SKELETAL REMAINS wider Erwarten zu gute: Die Riffs schieben präzise und die atemeraubende Technik von Drummer Charles Koryn, der vor einigen Monaten bereits auf dem VOIDCEREMONY-Debüt für offene Futterluken sorgte, knallt gefährlich wie ein Artilleriegeschoss. Das muss nicht immer schön sein, aber Mischer Dan Swanö hat auf “The Entombment Of Chaos” die optimale Balance gefunden und lässt den ausgefeilten Arrangements volle Entfaltungsmöglichkeiten zukommen.

Zudem haben SKELETAL REMAINS Veränderungen im kompositorischen Bereich zu vermelden. Denn wo bisher die ungeheure Spielfreude und der perfekt nach 1991 klingende Sound das eine oder andere Flohmarkt-Riff sauber zu kompensieren wussten, haben Monroy und Co. richtig solide Abrissbirnen platziert. Der Opener “Illusive Divinity” macht mit einem markigen Riff keine Gefangenen und wird von einer mörderisch lässigen Walze namens “Congregation Of Flesh” abgelöst. Außerdem hitverdächtig ist der Quasi-Titelsong “Tombs Of Chaos” mit seinem Ohrwurm-Riff und dem unfassbar gut bangbaren Groove sowie das majestätische “Dissecstasy”.

Rund die Hälfte von “The Entombment Of Chaos” findet im gedrosselten oder mittleren Tempobereich statt, was das Album sehr abwechslungsreich macht. In dieser Hinsicht ist das interessant arrangierte “Eternal Hatred” ein weiterer Höhepunkt. Da gerade von Arrangements die Rede ist: Die vielen, teils gefühlvollen Chuck-Schuldiner-Soli geben dem Album eine zusätzliche emotionale Tiefe (besonders schön: “Dissecstasy” und “Unfurling The Casket”) und sorgen für die etwas entspannteren Momente, in denen man sich zwischendurch einfach fallen lassen kann.

Klare Entscheidung für “The Entombment Of Chaos”

SKELETAL REMAINS haben die kleinen, aber feinen Stellschrauben, die ihnen bisher noch zur Premiumklasse fehlten, stellen können und mit “The Entombment Of Chaos” ein fantastisches Album geliefert. Alle Fans der genannten und ähnlichen Frühneunziger-Acts können sich ohne Bedenken dieser rundum stimmigen Old-School-Party zuwenden. Von der tighten Performance, über das klassische Dan-Seagrave-Artwork, hin zu den starken Songs passt schlicht alles an diesem Album und dies hat verdammt noch mal eine entsprechende Würdigung verdient.

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04.09.2020

Redakteur

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1 Kommentar zu Skeletal Remains - The Entombment Of Chaos

  1. Watutinki sagt:

    Geschmacksache, aber 9 Punkte finde ziemlich übertrieben und der Soundcheck zeigt auch eher eine stark reduzierte Begeisterung. Für mich klingt das etwas zu einseitig, da gibt es einfach zu viele Death Metal Alben die deutlich besser sind und zu denen ich jedes Mal eher greifen würde. Bin mir nur unsicher, ob 6 oder 7 Points gerechterftig sind. Aber im Zweifel sollte man ein Tor ja immer geben.

    7/10