Spectral Wound - A Diabolic Thirst

Review

Soundcheck Dezember 2021# 4

In den Wäldern Kanadas braute sich über die letzten Jahre ganz schön was an… schon „Infernal Decadence“ von SPECTRAL WOUND hat um 2018 rum mächtig Wirbel im Untergrund gemacht, 2021 kann den Durst nach neuen Nachthymnen „A Diabolic Thirst“ stillen. Und das schaffen SPECTRAL WOUND wieder einmal ganz grandios! Natürlich ist in dem Gebräu von sehr melodischem 90er-Tremolo-Black-Metal keine Spitze Originalität, aber schal schmeckt „A Diabolic Thirst“ deswegen noch lange nicht. Das liegt an der authentischen Energie und dem unbändigen Vorwärtsdrang, aber auch erfreulicher Abwechslung innerhalb ihres sehr festgesteckten musikalischen Rahmens, den so manche Band entweder zu sehr geplant oder unauthentisch ausbaut oder aber bitter vermissen lässt.

SPECTRAL WOUND reißen Wunden

Trotz kanadischer Herkunft erinnert Melodieführung ein ums andere Mal an Skandinavier wie SARGEIST, schon die Riffs im Opener „Imperial Saison Noire“ erinnern öfter verdächtig an die Finnen. Aber es wird nicht nur geprügelt, „Frigid And Spellbound“ nimmt sich auch kurz Zeit für akustische Klänge, das sehr doomige und behäbige „Mausoleal Drift“ ist die graue Eminenz, die sich hier aus dem Grab erhebt. Nicht mehr ganz der Jüngste, aber immer noch massiv, ehrwürdig und Respekt einflößend unterwegs. Highlight des Albums!

Warum neues ausprobieren, wenn Hörer weiß, woran er mit SPECTRAL WOUND ist und es einfach funktioniert? Sollte „Fair Lucifer, Sad Relic“ ein Abgesang auf den gefallenen Engel sein, dürfte dieser wahrscheinlich sehr zufrieden damit sein, denn viel schöner und frostiger kann er kaum gehuldigt werden. Auch „Diabolic Immanence“ lässt freudige Erinnerungen an alte URGEHAL oder GORGOROTH aufkommen. Wie bereits gesagt, sonderlich originell ist das alles nicht, aber mit so viel Liebe und Hingabe dargebracht, dass es eine schwarze Freude ist! Der Grundsatz von keinen Experimenten mit dem Vertrauen ins Bewährte, kann mit dem Werbespruch einer Waschmittelmarke beschrieben werden: SPECTRAL WOUND, da weiß man, was man hat.

„A Diabolic Thirst“ nach mehr kommt nach Genuss des Albums auf

Was für das Waschmittel oder die Lieblingsmarke der Hopfenkaltschale gilt, ist anstandslos auf den authentisch gespielten, produzierten und trotzdem nicht bettlägerigen oder muffigen Second-Wave-Black-Metal der Kanadier zu übertragen. Schließlich lließen SPECTRAL WOUND schon auf „Infernal Decadence“ wissen: „Black Satanic Glamour“ existiert! Und der Durst danach hört auch auf „A Diabolic Thirst“ nicht auf. Alle Fans der Skandinavien-Bands aus dem Zeitrahmen der 90er bis frühen 2000er dürfen ohne Überlegung beim neuesten Werk von SPECTRAL VOICE zugreifen.

 

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24.11.2021

"You can't spell Funeral without Fun!"

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7 Kommentare zu Spectral Wound - A Diabolic Thirst

  1. elLargo sagt:

    Locker unter den Top Ten Black Metal Albums 2021. (m.M.n.)
    Mich hat das Album echt weggeblasen. Schön dass ihr das Album noch unter die Lupe genommen habt.
    Dann könnt ihr gleich noch „Pale Swordsman“ von Këkht Aräkh hinterher hauen.

    9/10
  2. ultra.silvam sagt:

    Fand den Vorgänger „Infernal Decadence“ soundtechnisch besser, daher werd ich nicht so ganz warm mit der Scheibe. Trotzdem ne super Band.

    @elLargo: „Pale Swordsman“ ist ein super Album. Teste mal folgendes an: Skinliv „Ind I Skoven Til Evig Tid“ und Helwetti „Helwetti“

  3. Interkom sagt:

    Song großartig. Fuzzy & frosty.

  4. Watutinki sagt:

    Ich liebe diese old school S/W Cover und bei der hohen Wertung wird man natürlich gleich helhörig.
    Im Prinzip machen Spectral Wound auch alles richtig, die Produktion ist ein Träumchen, technisch ist das höchstes Kaliber und auch die Melodien sind nicht von schlechten Eltern. Persönlich muss ich allerdings sagen, dass dieser im Review erwähnte „Vorwärtsdrang“, mir ein wenig den Genuss raubt. Diabolic Thirst ist nahezu durchgehend auf Speed getrimmt und so geil und energiegeladen ich mir das live vorstellen kann, bei dieser Mucke ist mir Atmosphäre viel wichtiger, als technische Höchstleistungen. Von daher findet das sicher sein Publikum, ich persönlich halte mich jedoch lieber, an die z.B. im Kommentar erwähnten Këkht Aräkh. :))

  5. elLargo sagt:

    @ultra.silvam ich kenne beides nicht, hab auf YouTube mal kurz reingehört und werde mir das auf jedenfall genauer anhören. Helwetti trifft auf jedenfall meinen Nerv und Skinliv klingt gaaaanz schön Finster, Dissonant und Sogartig 👍🏻😊 Danke

  6. ultra.silvam sagt:

    @elLargo: freut mich. Helwetti ist ein Nebenprojekt von Warloghe, die haben übrigens auch eine neue Scheibe rausgebracht. Skinliv sind Dänen und im Kreis um das Label Nattetale ( Fanebærer, Jordslået, etc) beheimatet.
    Evtl. gefällt dir ja auch noch Kirottu „Deity Embers“ Finnen, die aber eher untypisch für ihr Land klingen.