Sulphur - Thorns In Existence

Review

Es soll ja Menschen geben, die bei der Kategorisierung „Melodic Black/Death-Metal“ fast automatisch an Alben wie etwa das DISSECTION-Debüt denken. Mit solch einer Göttergabe im Hinterkopf wird man „Thorns In Existence“, dem Zweitling der Norweger SULPHUR, wahrscheinlich nicht viel abgewinnen können. Also gilt es, diesen großen Schatten zu vertreiben, damit die Erwartungen herunter zu schrauben und sich einfach von der dreiviertelstündigen Scheibe überraschen zu lassen.

SULPHUR, die mit Erik Haeggernes (Vrolok) einen alten AETERNUS- und GORGOROTH- Trommler in ihren Reihen haben, beschreiten – handwerklich versiert – weiterhin ihren Pfad zwischen oft zügigem und melodischem Black und Death Metal, gewürzt mit einer angenehm dosierten progressiven Note, die sich etwa in Schnörkeln wie Pianoklängen, kleineren elektronischen Spielereien und Gesangseffekten äußert.

Nach dem stimmungsfördernden Intro „Revelations“ empfangen einen „True Father Of Lies“ und „The Purifying Flame“ – doch diese ersten beiden Stücke wirken so austauschbar, sind so strunzlangweilig mit ihrem ausdruckslossen Gesang, dass man schon nach acht Minuten keinen Bock mehr auf die Mucke hat.
Titel Nummer vier, „Hunting Sickening Seas“, ist dann mit akustischem Mittelteil, hübschen und prägnanten Riffs und einer insgesamt erdigeren Ausrichtung erfreulicher- und überraschenderweise ein gelungenes Stück. Wer hätte das nach dem völlig unmotiviert wirkenden Beginn noch für möglich gehalten? Man staunt nicht schlecht, als dieser positive Eindruck dann beim folgenden „Luna Noctiluca“, einer schwer melodischen Black/Death-Granate mit feinsten Gitarren, sakralen Gesängen und einem mystischen Touch, verfestigt, ja noch gesteigert wird.
In der zweiten Hälfte des Albums fallen das aggressive, mit interessanten Echo-Effekten beim Gesang arbeitende „Into Nothingness“, „Invented Visions Of Eternal Salvation“ mit elektronischen Impulsen und hypnotischen Rhythmen sowie die melodisch und mitunter erhaben rasenden „Ravner Beiter I Banesår“ und „Throne Of Illusion“ zwar wieder (leicht) ab, jedoch nie unter ein akzeptables Niveau.

SULPHURs Black/Death Metal ist nichts Atemberaubendes, versucht sich aber immerhin darin, sich durch Hinzunahme mehr oder weniger unüblicher Elemente einen frischen Anstrich zu verschaffen. Das gelingt mal sehr gut, mal weit weniger gut und so schwankt die Qualität der Darbietungen auf „Thorns In Existence“ erheblich: Von einem ziemlich verkorksten 08/15-Beginn über die beiden mittig platzierten, wirklich packenden Höhepunkte „Hunting Sickening Seas“ und insbesondere „Luna Noctiluca“ bis zur sich auf leicht überdurchschnittlicher Stufe einpendelnden zweiten Albumhälfte sind die fünf Herren aus der zweitgrößten norwegischen Stadt für alles zu haben.

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21.04.2010

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