



Schon seit der ersten Ausgabe im Gelsenkirchener Amphitheater 2003 sind THRESHOLD eng mit dem „Rock Hard Festival“ verbunden und haben die besondere Location zu schätzen gelernt. Sänger Glynn Morgan war beim vierten Auftritt der britischen Prog-Metaller dort im Juni 2025 zwar zum ersten Mal dabei, zeigte sich aber umso beeindruckter: „Als ich zum ersten Mal auf diese Bühne trat, war das wirklich atemberaubend – eine Erinnerung, die mir für immer im Herzen bleiben wird!“ Wer diese Erinnerung teilen möchte, bekommt nun mit „Live At Rock Hard 2025“ das passende Zeitzeugnis auf DVD und CD.
Dass THRESHOLD live in jeder Besetzung eine absolute Macht sind, bedarf im Grunde keiner gesonderten Erwähnung mehr. Doch schafft es die in Zusammenarbeit mit dem „WDR Rockpalast“ entstandene und über das vom 2025 verstorbenen SPV-Gründer Manfred Schütz ins Leben gerufene Indie-Label MiG Music veröffentlichte Aufzeichnung, dies auch angemessen zu transportieren? Die Antwort fällt leider erschreckend uneindeutig aus.
THRESHOLD liefern keine Hochglanzproduktion ab
Prinzipiell handelt es sich bei „Live At Rock Hard 2025“ nicht um eine glattgebügelte Hochglanzproduktion, sondern um einen erfreulich naturbelassenen und im besten Sinne authentischen Live-Mitschnitt. THRESHOLD klingen wunderbar erdig und direkt und verzichten darauf, kleinere Unsauberkeiten mittels Overdubs zu kaschieren. Allerdings muss man mit einigen Kompromissen beim DVD-Mastering leben, die leider das audiovisuelle Vergnügen merklich trüben. So wirkt nicht nur das Bild etwas grobkörniger als es rein auflösungsbedingt sein müsste, auch der Klang leidet unter Kompressionsartefakten, die in den härteren Parts für ordentlichen Druckverlust sorgen, wodurch die Dynamik ziemlich flöten geht.
Das ist umso bedauerlicher, als dass sich die komplette Show auch über den YouTube-Kanal des „WDR Rockpalast“ angeschaut werden kann und dabei qualitativ einen deutlich besseren Eindruck hinterlässt. DVD-Käufer werden hier also rein technisch mit einem zweitklassigen Produkt abgespeist. Das CD-Mastering ist hingegen umso besser gelungen – hier klingen THRESHOLD so, wie sie sollen und es die Käufer auch verdient haben. Die einstündige Setlist rückt dabei die jüngsten beiden Alben „Legends Of The Shires“ und „Dividing Lines“ mit insgesamt fünf Stücken in den Vordergrund und ergänzt diese um die drei Evergreens „Slipstream“, „Mission Profile“ und „Falling Away“.
Ein audiovisuelles Erlebnis für Bastler
Wer sich aber auf die reine Audio-Fassung beschränkt, dem entgehen nicht nur eine starke Kameraarbeit, die stets nahe an den Musikern deren gewaltige Spielfreude gekonnt in Szene setzt und nur punktuell durch einen Schnitt in die Totale oder einen Schwenk in die etwas träge wirkende Publikumsmenge aufgebrochen wird. Diesen mangelnden Fan-Enthusiasmus macht Obersympath Johanne James dafür beinahe im Alleingang wieder wett. Der THRESHOLD-Drummer flirtet äußerst charmant mit seiner Close-Up-Kamera, schneidet Grimassen oder lässt sich in trommelfreien Passagen gar zu pantomimischen Slapstick-Einlagen hinreißen.
So macht es trotz aller Kompromisse und Schwächen einfach Spaß, den fünf Musikern bei der Arbeit zuzusehen, während man die unverblümten Ohrwurm-Qualitäten der Prog-typisch anspruchsvoll-verschachtelten Kompositionen zu genießen. Vielleicht ist dieses DVD/CD-Bündel also in Wahrheit für die Bastler unter den THRESHOLD-Fans gedacht: Sofern es die eigene Hardwareausstattung hergibt, sollte man einfach die DVD stummschalten und parallel dazu den Ton von der CD abspielen. Viel Spaß beim Synchronisieren!

Florian Schörg































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