Throwing Bricks - What Will Be Lost

Review

THROWING BRICKS aus Utrecht haben die klassische Sounderweiterung vom Hardcore hin zum Sludge hinter sich. Folgerichtig erscheint das abgründig walzende Debüt des Quintetts nun auch bei Tartarus Records. Einen Teil seiner Intensität zieht „What Will Be Lost“ dabei auch daraus, dass die Niederländer sich auch gleichermaßen offen für schwarzmetallische und sphärische Post-Elemente zeigen.

THROWING BRICKS sind nichts für Black-Metal-Konservative

Womit auch klar sein sollte, dass gewisse Trveheimer an dieser Stelle eigentlich aufhören können zu lesen. Da helfen auch die gut dreieinhalb ausgewachsenen Mähnen nicht, die das Bandfoto offenbart: Referenzen zu Bands wie AMENRA und DEAFHEAVEN können hier zu keinem Zeitpunkt ausbleiben.

Schon der Opener „What Will Be Lost/Won’t Happen Again” wird von ALCEST-Gitarren getragen und verbreitet eine eigentümliche meditative Ruhe. Zumindest so lange, bis „The Day He Died“ sich entsprechend des Titels anschickt, den kurzzeitig unvorbereiteten Zuhörer ansatzlos niederzuwalzen. Hier verpassen die Niederländer dem Sludge bester US-Südstaaten-Machart einen ganz eigenen eleganten Schliff.

„Constant Failure“ steht im Zeichen den Black Metal, trotz Blastbeat-Raserei jedoch mit einer Wärme exerziert, für die die oben genannten DEAFHEAVEN geliebt und verhasst sind. „Ceremony“ wäre als sechsminütiges dröhnendes Instrumental danach gern kaputter, als es ist, und wirkt etwas zu sehr forciert,  bevor die Reise mit „Patterns Rise“ und „Glass Queen“ vermehrt in Richtung Hardcore geht.

Ein beeindruckend stilsicheres und packendes Debüt

Mit „Galling“ setzen THROWING BRICKS drei Minuten lang einen instrumental-verträumten Gegenpol zu „Ceremony“, bevor sich Sänger Niels Koster in einen erhabenen Verzweiflungsrausch schreit. Am vielleicht besten fließen die verschiedenen Elemente im Sound von THROWING BRICKS schließlich im finalen „Ready To Fall“ zusammen. Sludge-Walzen, Post-Durchatmen und abgründig flirrende Tremolos geben sich in mitreißenden viereinhalb Minuten die Klinke in die Hand. Stark.

„What Will Be Lost“ orientiert sich ohne Zweifel sehr stark an so manchen zeitgenössischen Vorbildern. Manche würden sagen: zu stark. Andere würden bei dem Hipsterkram gleich abwinken. Nüchtern betrachtet ist THROWING BRICKS mit „What Will Be Lost“ aber einfach ein beeindruckend stilsicheres und packendes Debütalbum gelungen.

16.05.2020

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