UFO - The Monkey Puzzle

Review

Über UFO und die diversen Comebacks, Reunions, Revivals, das Besetzungskarussel in Hinsicht auf Michael Schenker und die dazugehörigen Schlammschlachten noch irgendein Wort zu verlieren, hieße Eulen nach Athen tragen.
Erwähnenswert ist vielleicht in diesem Zusammenhang nur, dass nun Drummer Andy Parker, der einst das Debut in den Sechzigern veredelte und somit einst zur Gründungsmannschaft zählte, wieder mit an Bord ist.

Geboten wird erwartungsgemäß traditionell erdiger Rock, bluesige Gitarren, der ungeheuer charismatische, manchmal an David Coverdale oder Sammy Hagar erinnernde Gesang von Bandleader Phil Mogg, gewohnte Klassesoli von Vinnie Moore umrahmt von den Keys Paul Raymonds, der seinem Instrument manchmal Honkey-Tonk-Klänge entlockt, um dann wieder eine sanfte Hammond-Orgel begleitend erklingen zu lassen.
Das alles erinnert bisweilen an ZZ-TOP, VAN HALEN, MONTROSE, AC/DC, GARY MOORE, DIAMOND HEAD, aber auch an JOHN CAMPBELL oder ROBERT CRAY. Und diese Musik ist besonders geeignet, sie laut im Truck oder Cabrio zu hören.

Besonders geglückt sind der mit einer Mundharmonika eingeleitete Song „Some Other Guy“, der ein echter Volltreffer ist und mit Airplay und Video ein Hit werden könnte. „Black & Blue“ erinnert an WHITESNAKE, gerade der Swing und Groove der Guitarren. „Drink To Much“ ist eine gute Ballade ohne Kitsch, „World Cruise“ ist ein weiteres starkes Bluesmonster, „Down By The River“ beinhaltet funkige Sounds in Refrain und Gitarren, der Rausschmeißer „Kingston Town“ ist ein würdiges Finale, traumhaft schwebende Guitarren, der entspannte Gesang, das Solo…
Phil Mogg hat immer noch eine sehr ausdrucksstarke Stimme, die mal Whiskey-getränkt, mal heiser, dann wieder klar intoniert sämtlichen Tracks den ureigenen Stempel aufdrückt. Ein Augenzwinkern ist immer dabei…
Die Produktion aus den deutschen Area Studios 51 ist professionell, kristallinklar, transparent, lässt jedem Instrument Raum.
Mit „Some Other Guy“ haben sie einen Song am Start, der es live locker mit den Klassikern „Lights Out“ oder „Doctor, Doctor“ aufnehmen kann. Im Vergleich mit MSG schneiden UFO deutlich besser ab, sie haben nämlich nicht nur gute Gitarren, sondern staubiges, rockiges Songmaterial am Start, das Kitsch und Cheesy-Refrains außen vor lässt.

Wem diese Art Musik gefällt, der sollte zuschlagen. Gefällt mir wesentlich besser als die letzten.

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28.10.2006

Der metal.de Serviervorschlag

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