



Die verlässlichste Death-Metal-Institution Schwedens ist mit ihrem zehnten Album „In Death Throes“ wieder am Start und zeigt einmal mehr, wo der Fuchs die Locken hat. Mit „All Heads Are Gonna Roll“ war die Rückkehr nach mehr als zehn Jahren mehr als amtlich, nachdem „Opus Mortis VIII“ wohl jenes Album war, das in der gesamten Diskographie, so man denn will, am ehesten als kleiner Stolperstein zu identifizieren und dessen Halbwertszeit im Gesamtvergleich wohl am Geringsten war.
Deftig wie zuletzt auf „Terrorize, Brutalize, Sodomize“
Es hatte sich im Rahmen des Vorgängers bereits angedeutet, sind die Fronten insoweit geklärt, als dass Gitarrist Peter Östlund inzwischen faktisch durch Christian Frederiksson, der schon die meisten Solos auf dem letzten Album geschrieben hatte, ersetzt wurde. Erstmals in den vollständigen Songwritingprozess involviert, mag man den kompositorischen Impact des Neugitarristen vielleicht etwas überbewerten, denn VOMITORY klingen einerseits wie eh und je, auf der anderen Seite so brutal wie seit „Terrorize, Brutalize, Sodomize“ nicht mehr.
Ähnlich sieht es auch Bandsprachrohr und Drummer Tobias Gustafsson, der die Intensität auf einem neuen Level betrachtet. Und tatsächlich, das Quartett aus Karlstad verzichtet dieses Mal vollständig auf einen unbarmherzig schleppenden Eisbrecher, von denen „Opus Mortis VIII“ viel zu viele hatte, genauso wie auf fast schon melodische Kracher wie „Raped, Strangled, Sodomized, Dead“. „For Gore And Country“ oder „Erased In Red“ lassen den Groove zwar bedrohlich über dem Fleischerbeil pendeln, bevor dieses fällt, doch alles in allem haut „In Death Throes“ in Highspeed durchs Geäst wie in den frühen Zweitausendern.
Too brutal to fail
Das ist aber auch durchgehend ein Heidenspaß, denn Rundqvist, Gustafsson & Co. sägen sich durch ihren brutalen Stilquerschnitt aus skandinavischem Groove, amerikanischer Technik-Raffinesse und ihrer ganz eigenen Handschrift, die auch auf dem zehnten Album vier Meter gegen den Wind nach VOMITORY stinkt. „In Death Throes“ wird jedem Nostalgiker dieser schwedischen Kombo das Kettensägenlächeln ins Gesicht treiben und durch seine typische Stilistik auch sämtliche Fans der letzten Jahre mitnehmen. Too brutal to fail.

Vomitory - In Death Throes
Patrick Olbrich


















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