Voyager - I Am The Revolution

Review

Eine meiner erklärten Lieblingsbands im melodischen Progressive bzw. Melodic Metal-Bereich sind die Australier VOYAGER, wobei diese immer selbst betonen weder Progressive noch Metal, sondern einfach nur „ihre“ Musik zu spielen, die sich nicht ziert aus unzähligen Genres zu zitieren. Manchmal wie eine metallische Version von Synthie-Pop-Größen wie DEPECHE MODE oder CAMOUFLAGE klingend und dann wieder (fast) mit Death Metal-Einsprengseln aufwartend, gibt es kaum Grenzen für diese außergewöhnliche Band, die alleine schon dafür Beachtung verdient. Die Truppe um den deutschstämmigen Sänger Danny Estrin versteht es auch auf ihrem mittlerweile dritten Album gleichermaßen melodiös und eingängig, vielschichtig und komplex sowie atmosphärisch und emotional zu Werke zu gehen – und das alles freilich ohne das amtliche Rocken und Rollen zu vergessen. Bei (ebenfalls fast) perfektem Sound, der durch den massiven Einsatz von Keyboards sehr breit und gelegentlich auf den ersten Blick leicht überfrachtet, aber nie zerfasert klingt, schaffen es die Aussies mit Charme und fantastischen Melodien immer wieder jeden Song zu einem besonderen Erlebnis zu machen und vor allem am Ende doch auf den Punkt zu kommen.

Der Opener „Land Of Lies“ deutet unmissverständlich an, wo die Reise für VOYAGER hingeht. Und das sind atmosphärische Rockklänge, die durch keinerlei Grenzen limitiert sind. „The Devil In Me“ besitzt – wie viele andere Stücke auch – einen sehr eingängigen Refrain ohne auch nur ansatzweise eindimensional zu sein. Die praktisch immer präsenten Keyboards sind sicher nicht jedermann Sache, aber Tracks wie „Common Ground“ oder „Lost“ rocken trotz poppiger Elemente gewaltig und satte Gitarren machen sich ebenfalls überall breit. Der Sound ist modern, aber nie trendig und somit fällt ein Vergleich mit einzelnen Kapellen auch nicht leicht und würde der Band wohl auch nicht gerecht werden, zu eigenständig ist das Material. „Total Existance Failure“ kann zudem mit teils deutschen Vocals aufwarten, was als zusätzliches Überraschungselement überzeugen kann. Der abschließende Titelsong fasst nochmals alle Stärken zusammen und macht schnell Lust auf mehr.

Es heißt ja immer, dass speziell das dritte Album über den weiteren Weg einer Band entscheidet. Im Falle von VOYAGER sieht es dann also rosig aus, trotz teilweise verstärkt poppiger Elemente ist „I Am The ReVolution“ das mit Abstand vielseitigste und schlicht beste Werk der Truppe. Und die ersten beiden Scheiben waren auch schon nicht von schlechten Eltern, jedoch scheinen die Australier endgültig ihren Stil gefunden zu haben.

Abschließend sei noch angemerkt, dass es mit wenigen Ausnahmen, wie beispielsweise dem aktuellen DREAM THEATER-Opus, kaum noch richtig coole Coverartworks gibt, die diesen Namen auch wirklich verdienen. „I Am The ReVolution“ ist ebenfalls eine von diesen rühmlichen Ausnahmen. Also VOYAGER, jetzt bitte ganz schnell wieder in der alten Welt auf Tour kommen und der Rezensent – und hoffentlich nicht nur der – ist wunschlos glücklich. Solange wird das großartige „I Am The RVolution“ einen festen Platz in meiner Playlist bekommen – egal was da die nächsten Wochen und Monate kommen mag…

22.11.2009

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