Wednesday 13 - Horrifier

Review

Soundcheck Oktober 2022# 18

Habt ihr das gehört? Das schwere Pochen und den rasselnden Atem an eurer Tür? Das ist Joseph Poole. Die Legenden berichten von ihm unter den Namen WEDNESDAY 13 und „The Duke Of Spook“. In dieser Person schrieb er als Frontmann der kultigen FRANKENSTEIN DRAG QUEENS FROM PLANET 13, den MURDERDOLLS und seiner Soloband ein Stück Horror-Musikgesichte. Dieses Mal kommt er in Gestalt des „Horrifier“, um euch in seinen Leichenwagen zu packen und auf seinen Friedhof voller Blut und makabren Attraktionen zu entführen. Das laute Dröhnen der Gitarren und sein raspelnder Gesang lassen alle Schreie im Nichts verhallen und die Aussicht auf ein Entkommen von diesem Ort ist nur noch ein verzweifeltes Flackern am Ende des Tunnels.

„Horrifier“ – beginnt schleppend und steigert sich zu einem Blutrausch in der Vergangenheit

Zu eurem Glück kommt er zu Beginn mit „Insides Out“ etwas schleppend in seinen neuesten Blutrausch. Die Gitarren drücken zwar schön finster, jedoch gehört der Refrain leider zu seinen uninspiriertesten Foltermethoden. Dass ausgerechnet dieser Song als Opener gewählt wurde, ist verwunderlich. Aber vielleicht will er euch einfach nur in Sicherheit wiegen, damit ihr denkt, dass es doch noch ein Entkommen gibt?

Mit „Exhume And Devour“ macht er diese Hoffnung schnell wieder zunichte. Der Song klingt zwar etwas stark nach dem Werk „The Dixie Dead“ von 2013, welches zwar nicht wirklich zu den Sternstunden seiner Diskographie zählt, aber dieses Stück hätte sich musikalisch und textlich trotzdem wesentlich besser als Opener geeignet. Richtig in Fahrt kommt der „Duke“ dann endlich mit „You’re so Hideous“. Die Nummer hängt sich groovend wie ein Fleischerhaken ins Ohr.

Mit „Good Day To Be A Bad Guy“ gibt es dann das, worauf so manch alter Fan schon so lange sehnsüchtig wartet. Es geht ein Stück weit zurück ins Tal der MURDERDOLLS und zu den ersten beiden Soloalben und darf durchaus als gezogener Hut vor diesen Werken verstanden werden. „Return To Haddonfield“ klingt ebenfalls wie eine direkte Fortsetzung des Songs von „Fang Bang“. Wer schon befürchtete, dass WEDNESDAY 13 dem Horror Punk endgültig den Rücken gekehrt hätte, dürfte hier eine Freudenträne verdrücken.

WEDNESDAY 13 – ist immer noch für einen blutigen Spaß zu haben

Zeit zum Weinen wird hier trotzdem nicht gewährt. Der Titelsong prescht wie ein gnadenloser Mörderzug metallisch nach vorne. Auf „Halfway To The Grave“ wird es mit Achtziger-Arena-Feeling wieder wesentlich eingängiger und Erinnerungen an das Nebenprojekt GUNFIRE 76 werden wach. Das melancholische „The Other Side“ ist seiner Mutter und dem in 2021 verstorbenen Joey Jordison gewidmet. Der legendäre SLIPKNOT-Drummer war für WEDNESDAY enger Freund und künstlerischer Zwilling bei den MURDERDOLLS.

Wem die letzten Werke von WEDNESDAY 13 zu metallisch und wenig melodisch ausfielen, wird wahrscheinlich auch mit „Horrifier“ nicht durchgehend glücklich werden. Zur Versöhnung wird hier jedoch zwischenzeitlich auch wieder öfter die eingängigere Vergangenheit besucht. Die Friedhofstore stehen als auch weiterhin für jeden offen, der einen unterhaltsamen und blutigen Spaß zwischen Horror Punk, Glam Rock und krachendem Metal sucht.

28.09.2022

Der metal.de Serviervorschlag

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