Wednesday 13 - Condolences

Review

WEDNESDAY 13 gehören einer aussterbender Gattung an. Mit „Condolences“ werfen sie ein Album auf den Markt, welches wahrscheinlich alleine in der Ecke Horror Metal gammeln muss, bis MANSON dann endlich sein im Februar gebrochenes Versprechen einlöst. Viele nennenswerte Vertreter gab und gibt es sonst nicht, von ZOMBIE steht ja nichts an. Wer seine mittlerweile aufgelöste Band MURDERDOLLS (u.a.mit Joey Jordison von SLIPKNOT) kennt und sich den Fronter Joseph Poole mal genauer ansieht, weiß, dass er sowieso nicht anders kann und diese Ausdrucksweise seinem Charakter am meisten entspricht.

Rockige Beileidsbekundungen von WEDNESDAY 13

Grundsätzlich liefern WEDNESDAY 13 genau, was man von diesem Genre erwartet. Extreme Dominanz von Riffs und Stampftakten, gepaart mit einigen schmunzelnd-schaurigen Interludes und Texten, die man weder ernst nehmen noch fürchten muss. Das ist schon nach einem Blick auf die Tracklist – logisch, dass „Condolences“ genau 13 Songs hat- klar und auch nicht schlimm. Die teils angenehm schleppend oder zackig nach vorne preschenden Songs, leisten sich durchweg keine echten Schnitzer. Bei genauerer Beobachtung fällt auf, wie simpel und doch effektiv die Riffs in Kombi mit dem marschierenden Schlagzeug sind.

Viel mehr als das und den kräftigen, ausdrucksstarken Gesang von Joseph ist eigentlich auch nicht nötig. Jedes Soli, jede Effektvariante und jedes Gimmick hebt das Level nur noch zusätzlich. Und bis auf das fein arrangierte, melancholische Titelstück „Condolences“, welches mit einem beeindruckend elegischen Soli aufwartet, lassen WEDNESDAY 13 es diesmal ziemlich krachen. Träge und traurig klingt anders. Aufgekratzt und vergnügt ist eher der Grundtenor. Schwarzer Humor und einen feinen Sinn für Zwischentöne natürlich vorausgesetzt.

Kein Hit, aber gute Livegrundlage

Die meisten Ankerpunkte finden sich allerdings in den Refrains, hier sind „Blood Sick“, „Good Riddance“ und „Omen Amen“ ganz vorne, alle drei tackern sich dem Hörer sofort und ohne Anlauf ans Ohr. Das instrumentale „Eulogy XIII“ bricht die Atmosphäre komplett auf und gibt Möglichkeit für einen reset, das folgende „Prey For Me“ trägt dann richtig dick auf und gönnt sich Brüche, die schon verhältnismäßig pompös geraten sind.

„Cruel To You“ zehrt wiederum eher vom Gegensatz, denn lebendige Instrumentierung und ein launig vorgetragenes „I just want to hurt you, beat you black and blue, I just want to be so cruel to you“ ringen dem geneigten Zyniker schon ein stilles Lächeln ab. Es dürfte klar sein, dass WEDNESDAY 13 stilsicher mit der Horror-Thematik spielen und zwischen den Zeilen massig Ironie und spaßige Querweise lauern.

„Condolences“ von WEDNESDAY 13 ist ein solides Album, welchem aber eine leichte Straffung und etwas mehr Nachdruck beim Sound gut getan hätten. Die Drums klingen streckenweise etwas lasch und/oder scherbelig. 46 Minuten sind schon ganz schön lange und auch wenn das Album nicht langweilt, wird die Motivation es häufig einzulegen aufgrund der wenig offensichtlichen Spitzen und in Ermangelung mindestens eines Hits, wohl eher gering sein. In Hinsicht auf Konzerte ist „Condolences“ wiederum sehr dienlich, mit entsprechender Inszenierung werden die durchweg größtenteils mindestens Midtempo-Songs überzeugen.

Wednesday 13 2017

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26.05.2017

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