Zetar - Devouring Darkness

Review

Haltet eure Phaser-Pistolen und Lichtschwerter bereit. Denn die Cantina-Cover-Band ZETAR aus Texas nimmt uns mit auf ihre intergalaktische Abenteuerreise durch die Weiten des Weltraums. Richtig gelesen: Mit dem Trio aus den U.S.A., Frankreich und Ecuador (wenn das mal nicht eine globale Mischung ist) handelt es sich um eine waschecht Science-Fiction-basierte Blackened-Death-Metal-Truppe. Damit auch ja kein Zweifel an ihrem Stil aufkommt, haben sie es auch geschafft, den legendären Bruce Pennington als Cover-Artis zu gewinnen. Dieser hat schon in den 60er und 70er Jahren u.a. die berühmten Buchgestaltungen zu den Dune-Romanen von Frank Herbert gestaltet. Andere kennen seine Kunst z.B vom Cover der aktuellen BLOOD INCANTATION Platte.

Mit ZETAR auf zu neuen Abenteuern

ZETAR versuchen mit ihrem ersten Album „Devouring Darkness“ nicht nur das Genre musikalisch zu bereichern. Sie möchten auch ihre ganz eigenen Sci-Fi-Welten im Stile der großen Klassiker wie Dune, Hyperion oder eben Star Wars ausloten und erkunden. Für Fans des Genres lohnt sich daher auch mal wirklich ein Blick in die Songtexte. Die einzelnen Songs scheinen dabei aber keine kohärente Geschichte zu erzählen, sondern liefern Fragmente einzelner Welten, die vielleicht miteinander zu tun haben. Hier könnte eine Parallele zu COHEED AND CAMBRIA gezogen werden, die ja ebenfalls ihre ganz eigene Weltraum-Geschichte mit jedem Album anachronistisch fortsetzen.

ZETAR zeigen technische Finesse

Doch nicht nur lyrisch sind ZETAR einen Versuch wert. Auch technisch können sich die drei Herren auf „Devouring Darkness“ beweisen. Was vor allem überrascht, wenn man bedenkt, dass sie so weit voneinander getrennt leben. Stilistisch zollen ZETAR dabei hohen Tribut an den Death Metal der 90er Jahre. Als hätten sich BOLT THROWER und DEATH mit CYNIC-Antrieb in den Weltraum begeben. Zetar prügeln sich nämlich nicht stumpf an einem Riff ab, sondern kommen durchaus mit starker Progressivität um die Ecke. Gerade die Gitarrensolos und Riffsalven machen durchaus Bock auf mehr. Zudem wurde „Devouring Darkness“ so abgestimmt, dass es fast analog klingt. Es kommt also das angenehm warme Vinyl-Feeling der 90er Jahre Metal-Alben auf, was gerade für Audio-Puristen ein Genuss sein wird.

Die andere Seite der „Devouring Darkness“

Was die Instrumentierung allerdings etwas schmälert ist der Gesang von Bandkopf R. G. Natürlich soll gutturaler Gesang nicht nach Engelsstimmen klingen. Doch er sollte sich schon klanglich in das gesamte musikalische Gefüge einfinden. Das gelingt ZETAR allerdings auf „Devouring Darkness“ noch nicht vollständig. Da wäre für kommende Weltraum-Abenteuer noch gut Luft nach oben. Ein weiteres Manko – und das teilen sich viele Technical-Death-Metal-Bands – ist die fehlende Eingängigkeit der Songs. ZETAR verzichten auf „Devouring Darkness“ nämlich vollständig auf Refrains. Dadurch werden die Songs von Höhepunkt zu Höhepunkt durchgeprügelt, ohne regelmäßig gesanglich aufgelockert zu werden. Die Stimmung geht dadurch zwar nicht verloren, doch wäre es bei manchen Stücken schon schöner, wenn man sie vor der Heimanlage oder (hoffentlich irgendwann mal) im Moshpit mitgrölen könnte. Aber so muss man eben umso mehr die Texte besser studieren.

ZETAR – Eine Reiseberichtzusammenfassung

Die Weltraum-Cowboys von ZETAR haben mit „Devouring Darkness“ wirklich ein grundsolides Debütalbum veröffentlicht. Die Konzepte des Science-Fiction-orientierten Metal sind gerade im Death und Black Metal wahrlich nicht neu. Bands wie NOCTURNUS, VEKTOR oder VOIVOD haben den Grundstein hierfür schon in den 90er Jahren gelegt. Doch auch neue Bands springen immer mehr auf den Zug auf (INFERI, IMPERIALIST, WORMED etc.). Daher liefern ZETAR eine gesunde Bereicherung, von der einige sicherlich gerne Nachschlag haben wollen.

14.10.2021

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3 Kommentare zu Zetar - Devouring Darkness

  1. Watutinki sagt:

    Beim dem feinen-edlen Cover muss man ja mal reinhören. Die Produktion ist echt ein Traum und zeigt, was man aus dem Schlagzeug alles herausholen kann, wenn man es als eigenes Instrument versteht und nicht nur als begleitende Rhythmusmaschine. Ich hätte es trotzdem etwas leiser abgemischt, aber sicher Geschmacksache. Kenne nur einen Song, daher keine Wertung, aber definitv ein edles Teil für Feinschmäcker.

  2. Vlad_the_Impala sagt:

    Ich find’s irgendwie gar nicht mal so gut. 🙂

  3. nili68 sagt:

    Für Feinschmecker kommt schon hin. Wie den verbuddelten schwedischen Gammelfisch (oder so) oder chinesische verfaulte Eier. Die sollen ja auch ’ne Delikatesse sein. Geschmäcker sind halt verschieden. 😀