Zodiac - A Bit Of A Devil

Review

Galerie mit 18 Bildern: Zodiac – Eier mit Speck 2019

Der 70er-Retro-Rockwahn treibt zum Glück nicht nur schnarchige Blüten mit krude okkultem Konzept. Hier und da formieren sich aus dem Nichts echte Könnertruppen wie ZODIAC (mit LONG DISTANCE CALLING-Drummer Janosch und zwei ROCKETCHIEF-Mitgliedern), nehmen von der Fachpresse gefeierte Demos auf, dann dieses erste Album hier, „A Bit Of Devil“ – und veröffentlichen das auch noch auf ihrem eigenen Label. Mehr Understatement geht ja erstmal nicht.

Und das ist völlig unangebracht, denn der Acht-Tracker hat sich die Kübel voller Lob wirklich verdient. Auf einem knarzigen Hardrockfundament spielen ZODIAC mit Bluesgitarren, Southern Rock-Zitaten, Post Rock-artigen Effektgitarren und Licks mit dem Festsetzungspotenzial von Rigipsschrauben, und das mit einer geradezu unverschämten Leichtigkeit. Sowas passiert, wenn Menschen, die ihre Instrumente wirklich sicher beherrschen, gepflegt auf alles pfeifen, sich in einem hochwertigen Studio mit einem geschmacksicheren Produzenten einschließen und einfach Musik machen. Wie das klingen kann, zeigen nicht nur schmissige Rocker wie der eröffnende Titeltrack mit LED ZEPPELIN-Feeling, das fast punkige „Carnival“ oder das sich unbemerkt in den Albumfluss integrierende ZZ TOP-Cover „Blue Jean Blues“. Vor allem ist das ausleitende „Coming Home“ eine zu einem Wahnsinnssongs ausgebaute Jamsession mit allem, was großes Format ausmacht – Emotionen en masse, ein irres Arrangement, ein Breitwand-Refrain und Soli zum Staunen.

Wenn es da was zu meckern gibt, dann nur auf sehr hohem Niveau. Sänger Nick van Delft könnte so ein Kritikpunkt sein – der macht seine Sache wirklich gut und erinnert hier und da an einen jungen, zahmen und nüchternen Joe Cocker oder vielleicht an ein großes Talent wie Andrew Strong – ohne sich aber ganz fallen zu lassen. Ich glaube, da wäre mehr drin, wenn der Mann seine Stimme von der Kette und sie deutlich variabler sein ließe. Dann sind die Songs zwar allesamt gelungen, die eher rockigen Tracks (gutes Beispiel: „Horror Vision“) sind aber weder Fisch noch Fleisch – nicht richtig Rock ’n‘ Roll, nicht richtig Blues und irgendwie auch nicht der Knaller. Vielleicht wäre es klug, das Profil der Band hier noch etwas zu schärfen.

Ansonsten – klasse gemacht für ein erstes Album. Ganz sicher werden ZODIAC ihren Weg gehen, und es wäre ein Wunder, wenn sie die zweite Platte auch noch selbst veröffentlichen würden. Eine wirklich unterstützenswerte Sache.

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21.05.2012

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