Edge Of Sanity
Unser Diskografie-Check

Special

Crimson II (2003)

Das sagt der Meister:

„Dieses Album war ursprünglich gar nicht als EDGE OF SANITY-Album geplant. Doch Black Mark Production machten mir klar, dass das Budget für die Scheibe unter diesem Namen zehnmal höher ausfallen werde, als wenn es unter ‚DanSwanö‘ oder einem neuen Projektnamen liefe. Daher überzeugten Boss [Chef von Black Mark] und ich die restlichen Bandmitglieder davon, dass dies eine einmalige Geschichte sei. Außerdem würden sie ja auch finanziell davon profitieren, wenn ‚Crimson II‘ unter dem EDGE OF SANITY-Banner liefe. Schließlich würden sich dadurch auch die anderen Scheiben der Band wieder verkaufen, inklusive ‚Cryptic‘, das wohl ein ordentliches Minus eingefahren hatte. Die Scheibe beinhaltet einige der besten Death-Metal-Riffs, die ich je geschrieben habe. Doch leider ist die Produktion wieder ziemlich furchtbar, und der Fluss des Songs könnte irgendwie besser sein. Trotzdem ist es ok. Eine Grundidee hinter ‚Crimson II‘ war, quasi mit jedem Riff auf das vorhergehende zu antworten. Daher wurde die Scheibe auch am Computer zusammengebastelt.“

Der Überraschungseffekt von Teil 1 war hier natürlich nicht mehr vorhanden, denn jeder wusste, dass einen hier erneut ein monumentaler Brocken erwarten würde. Aber Dan wäre nicht Swanö, wenn er nicht trotzdem den Hörer verblüffen könnte. Denn „Crimson II“ legt im Vergleich zum Vorgänger in einigen Bereichen noch eine Schippe drauf. Die Scheibe ist phasenweise noch opulenter, noch proggiger, noch abwechslungsreicher. Nicht besser im eigentlichen Sinne also, einfach anders genial. Was hier wieder an Wahnsinn, Ideen, Riffs und Melodien in nur einem einzigen Song verbraten wird, ist erneut nur ganz schwer zu begreifen. Dan lotet mit diesem Werk die Bandbreite seines eigenen extremmetallischen Kosmos voll aus. Und das alles nahezu im Alleingang, unterstützt lediglich von ein paar Freunden und Gastmusikern wie beispielsweise Mike Wead und Rogga Johansson. Und es war die absolut richtige Entscheidung, „Crimson II“ unter dem Banner EDGE OF SANITY zu veröffentlichen. Denn so wurde diese geniale Band nach einer gewissen Schwächephase mit einem absoluten Paukenschlag zu Grabe getragen. Kann man die Karriere einer Band noch stilvoller beenden? Wohl kaum. Nun ruht dieses Flaggschiff des schwedischen Death Metal in Ruhe und Würde, leider wohl für immer.

Einordnung: Fünfter Pflichtkauf, ein grandioses Karriereende

Anspieltipps: Crimson II

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17.10.2018

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2 Kommentare zu Edge Of Sanity - Unser Diskografie-Check

  1. Nether sagt:

    Hach, da schwappt die Nostalgie wieder hoch.
    ’91 kaufte ich mir „Nothing but Death Remains“ und danach jede Veröffentlichung bis ’96.
    „Crimson“ lief mir damals überhaupt nicht rein. Im Nachhinein eher unverständlich, da heutzutage die Crimson-Teile meine volle Sympathie genießen. „Crimson I“ sorgte dafür, dass ich EoS nicht weiter großartig verfolgte.
    Als „Crimson II“ erschien – mittlerweile mochte ich auch den ersten Teil – kaufte ich mir die Platte und zur Verwollständigung der Sammlung direkt „Infernal“ und „Cryptic“ dazu.
    Mit dem Diskografie-Check stimm ich fast gänzlich überein. Lediglich „Nothing but Death Remains“ hat bei mir einen höheren Stellenwert. So ist das mit einer damals noch jungen Liebe …

  2. Dor Leo sagt:

    Zu Review und des Meisters Einschätzung gibt es nix hinzuzufügen. Bis einschließlich Crimson sind die Werke von Edge of Sanity einfach unglaublich stark.

    Eine überragende Band die leider nie den Status der ganz Großen erreicht hat. Sicher dem geschuldet, dass EoS nur selten auf Tour zu sehen waren. Hätte, in einer Zeit vor der totalen Vernetzung, sicher den Bekanntheitsgrad gesteigert. Schade eigentlich, ich hab sie leider auch nie zu Gesicht bekommen.
    Nach Crimson hab ich EoS ehrlich gesagt auch nicht mehr wirklich verfolgt. Mit Crimson II liefern EoS dann aber doch nochmal einen würdigen Abschluss der Historie.

    Mein Favorit : purgatory afterglow 10+