Epica & Amaranthe
Arcane Dimensions Tour 2026

Konzertbericht

Billing: Epica, Amaranthe und Charlotte Wessels
Konzert vom 06.03.2026 | Inselpark-Arena, Hamburg

Wenn zwei Schwergewichte gemeinsam auf Tour gehen, ist die Vorfreude groß. EPICA und AMARANTHE teilen sich nicht nur mehrere Eigenschaften, sondern auch eine große Fanschar. Der Support kommt von Ex-DELAIN-Sängerin CHARLOTTE WESSELS, die heute Abend ihr Album „The Obsession“ präsentiert. Selten stehen an einem Abend so viele großartige Sängerinnen auf der Bühne.

CHARLOTTE WESSELS präsentiert „The Obsession“

Für Auswärtige heißt es nach Feierabend: ab ins Auto und zur Inselpark-Arena. Die Sause startet schon um 17:50 Uhr, und niemand will in den Hamburger Berufsverkehr geraten. Für Anreisende aus dem Süden ist es praktisch, dass die Location in Hamburg-Wilhelmsburg liegt und man weder durch den Elbtunnel noch durch die Innenstadt fahren muss.

Vor der Halle warten bereits viele Fans in Shirts der beiden Headliner. Stimmung und Wetter sind hervorragend, und mit dem Einlass füllt sich die Halle zügig. Komplett ausgelastet ist die Inselpark-Arena allerdings nicht. Als CHARLOTTE WESSELS beginnt, füllen sich die Reihen erst; zwei Drittel der Sitzplätze sind abgesperrt.

Die Niederländerin hat eine feste Liveband um sich geschart und präsentiert Songs ihres aktuellen Outputs „The Obsession“ am farbenfrohen Blumenmikrofon. Der Sound muss sich noch einpendeln, die Gitarre ist etwas zu leise. Das ist schade, denn mit Timo Somers ist ein hervorragender Saitenhexer dabei. Seine Soli sind jedoch gut zu hören, sodass der wichtigste Part überzeugt.

Wessels ist gut aufgelegt und stimmlich stark, sodass die Lieder sofort zünden. Wenn sie zusammen mit ihrer Keyboarderin zweistimmig singt, hebt das die Performance noch einmal an. Der Gig ist ein passender Opener, auch die schöne Lichtshow überzeugt. Als das Set mit „The Exorcism“ endet, sind alle aufgewärmt.

EPICA liefern restlos ab

Es überrascht, dass EPICA in der Mitte spielen. Letztlich ist das egal, da sich die Band und AMARANTHE ähnliche Setlängen teilen. Im Fokus steht das aktuelle Album „Aspiral“, das mit fünf Songs vertreten ist.

Besonders beeindruckend ist die Videowall im Hintergrund, die teils schöne, teils bedrückende Bilder passend zu den Songs zeigt. Zeichnet sie beim großartigen „Martyr Of The Free Word“ noch ein dystopisches Bild, flackern während „Unleashed“ eindrucksvolle Lichteffekte auf. Der Sound ist perfekt, auch die symphonischen Elemente kommen klar zur Geltung. Wenn EPICA schlecht abgemischt sind, wirkt die Musik schnell matschig – heute Abend ist das glücklicherweise nicht der Fall.

Bei manchen Tracks zeigt die Videoleinwand das Publikum in Echtzeit, was für entsprechendes Gejohle sorgt. Frontfrau Simone Simons liefert eine makellose Gesangsleistung und führt in hervorragendem Deutsch durch den Abend. Keyboarder Coen Janssen feiert derweil seine ganz eigene Party und dreht sein Instrument wild durch die Luft. Manchmal nutzt er auch eine tragbare Version und heizt dem Publikum zusätzlich ein.

Zu „Sirens – Of Blood And Water“ singt Simons mit Kollegin Wessels im Duett. Danach geht alles viel zu schnell: „Tides Of Time“, „Cry For The Moon“, „The Last Crusade“ und zum Schluss noch „Beyond The Matrix“ – EPICA feuern einen Hit nach dem anderen ab und beweisen, dass sie zur Bundesliga der Symphonic-Metal-Bands gehören. Man hätte ihnen gern noch länger zugehört.

AMARANTHE gehen mit „The Catalyst“ in Runde 2

Das aktuelle AMARANTHE-Album „The Catalyst“ feiert bereits seinen zweiten Geburtstag. Backdrop und Bühnenaufbau ähneln den vorigen Touren, doch die meisten Songs stammen vom Vorgänger „Manifest“.

Der Bühnenaufbau und die Show sind nicht so beeindruckend wie bei EPICA, doch die zeitweise eingesetzte Lasershow gleicht einiges aus. Sound und Setlist sind ebenfalls stark, auch wenn ältere Alben etwas mehr Raum bekommen könnten. Dafür überzeugt die Harmonie zwischen den drei Sänger:innen. Am stärksten präsentiert sich DYNAZTY-Sänger Nils Molin, dessen Clean Vocals heute Abend noch kraftvoller wirken als sonst.

Gänsehaut verspricht der Beginn von „Amaranthine“, als Olof Mörck seine Gitarre zur Seite legt und Elize Ryd für die erste Hälfte des Liedes am Piano begleitet. Durch die längere Umbaupause fehlen vermutlich zwei Songs, denn ein Blick auf Setlist.fm zeigt, dass eigentlich noch „Boom!1“ und „Re:Vision“ geplant waren. Das dürfte an der Verzögerung beim Umbau nach EPICA liegen, doch wirklich vermisst werden die beiden Stücke nicht.

Mit Ansagen halten sich AMARANTHE weitgehend zurück. Erst vor „That Song“ gibt es das übliche „Welche Stadt ist die beste auf der Tour?“-Blabla, das die Hamburger und Zugereisten gern aufnehmen. Nachdem das Hauptset mit dem grandiosen „The Nexus“ und „Call Out My Name“ endet, folgt in der Zugabe noch der Smash-Hit „Drop Dead Cynical“. Dank des frühen Beginns ist gegen 22:00 Uhr Schluss, und alle Zuschauer:innen kommen zu einer angenehmen Uhrzeit zufrieden nach Hause.

12.03.2026

Redakteur für alle Genres, außer Grindcore, und zuständig für das Premieren-Ressort.

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