



Coveralben sind ein zweischneidiges Schwert: Wir Metaller bekommen Songs serviert, die wir im Original – mit Ausnahmen – nur mit der Kneifzange anfassen. Ob die Umsetzung gelingt, ist jedoch nicht immer klar. IRON SAVIOR haben offenbar viel „Guardians Of The Galaxy“ geschaut, denn der Albumtitel „Awesome Anthems Of The Galaxy“ und das Mixtape auf dem Cover deuten darauf hin. Die Band hat viele Popklassiker in den Fleischwolf geworfen und in ihren Sound überführt.
IRON SAVIOR wildern in der Popgeschichte
Man muss IRON SAVIOR zugutehalten, dass sie nicht nur ausgenudelte Nummern gewählt haben, sondern auch Songs, die im Metalkosmos selten oder gar nicht stattfanden. Gut, „Maniac“ und „Take On Me“ von MICHAEL SEMBELLO und A-HA gab es schon ein ums andere Mal, doch gerade „Take On Me“ ist wirklich gut gelungen. Piet Sielck und seine Mannen haben den ikonischen Keyboardsound auf Gitarre übertragen – das ist mal etwas anderes. Das Ziel ist klar: Es wird interpretiert, nicht nachgespielt.
Lässt man „Awesome Anthems Of The Galaxy“ nebenbei laufen, könnte man meinen, ein etwas poppiges neues IRON-SAVIOR-Album zu hören. Doch immer wieder horcht man auf und denkt: „Das kenne ich doch!“ Songs wie „Separate Ways“ und „Here Comes The Rain Again“ passen sehr gut ins Hamburger Edelstahl-Portfolio. Die Tracks sind so umgestaltet, dass man sie erkennt, ohne dass sie stumpf nachgespielt wirken – das sorgt für Frische.
Schon Anfang der 1990er-Jahre veröffentlichte AXEL RUDI PELL eine gelungene Coverversion von „Forever Young“, die vor allem durch den stärkeren Gesang und die Keyboards punktete. IRON SAVIOR setzen in ihrer Version auf Uptempo-Metal und die charakteristischen Glockensounds der Band. Durch den großen Unterschied zur PELL-Version können beide Varianten überzeugen, und auch die fröhlichere Version entwickelt Ohrwurmcharakter.
„Awesome Anthems Of The Galaxy“ ist ein gutes Mixtape
Mit ihrer Coverplatte haben IRON SAVIOR ein etwas anderes Album aufgenommen. Da sie sich Zeit genommen haben, die Lieder in ihren Klangkosmos zu integrieren, wäre es falsch, von Ideenlosigkeit zu sprechen. Einige der neu interpretierten Klassiker dürfen gern ihren Weg ins Liveset finden.

Iron Savior - Awesome Anthems of the Galaxy
Jannik Kleemann































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