Black Space Riders
Apocalypse Fuzz - Interview mit SEB und JE zum neuen Album "D:REI"

Interview

Black Space Riders

BLACK SPACE RIDERS – ein Name wie Luke Skywalker, die Enterprise oder ein Drogenrausch im Universum… dabei kommen die fünf Herren nicht aus einer fernen Galaxie, sondern ganz bodenständig aus der Studentenstadt Münster. Kein Wunder, dass die Band um Sänger und Tastenmann SEB und Gitarrist JE auf ihrem dritten Album „D:REI“ eine verkopfte Story erzählt, die uns sofort vor Probleme stellte. Immerhin konnten wir dem Gitarristen die Weltformel entlocken – also das Geheimnis des Sounds der BLACK SPACE RIDERS. Aber lest selbst.

 

Grüßt Euch! Ihr habt am vergangenen Freitag Euer neues Album „D:REI“ veröffentlichen. Wie fühlt Ihr Euch gerade, wo die Aufnahmen abgeschlossen und die Platten und CDs aus dem Presswerk gekommen sind, die Promokampagne läuft und Ihr drei Release-Shows spielen werdet bzw. den ersten schon gespielt habt?

SEB: Großartig! Und voller Vorfreude auf die kommenden Gigs und auf das, was danach noch kommen mag. Und es wird irgendwie immer geiler. Vom ersten Rough-Mix über das fertige Mastering, hin zur gemeinschaftlichen Erstellung des Coverartworks (Danke, Jay!!) und dem Knüpfen der Kontakte bis zum Fühlen & Riechen der Doppel-Vinyl… und jetzt die Live-Shows. Es ist einfach ein grandioses, nicht aufhörendes Glücksgefühl.

Habt Ihr irgendeine Erwartungshaltung dahingehend, wie das Album rezipiert wird?

SEB: Da ja schon die ersten Reviews da sind und diese durch die Bank total positiv ausgefallen sind, können wir vielleicht eher darüber reden, welche Erwartungen wir hatten.

JE: Na ja, es gibt in einzelnen Reviews schon auch mal die Meinung, dass das Album sehr lang und fordernd sei; aber genau das finden andere wiederum gerade geil. Wir übrigens auch! 😉 Also, es gibt schon polarisierende Reaktionen, was ich mag… das Meiste ist eh sehr positiv.

„D:REI“ sieht erstmal wie eine ziemlich intelligente und gerissene Andeutung dafür aus, dass es sich dabei um Euer drittes Album handelt. Was steckt noch dahinter? Die Anfangsbuchstaben der Überschriften von den vier Kapiteln sind es nicht ganz, und warum der Doppelpunkt dort steht, bleibt ja auch unklar…

SEB: Ich fang‘ mal mit den Buchstaben an .. Dass es nämlich DOCH insgesamt hinhaut, merkt man, wenn man (sich) die Überschriften mal laut vorliest. Also „D – Defiance“, ..usw.

Wer kann denn ahnen, dass die Buchstaben vor den Schlagworten dazu gehören…

Es wird deutlich, dass der vierte und letzte Teil als Reflektion „unseres“ Protagonisten oder auch als Betrachtung aus einer Metaebene gesehen werden kann und dies mit „I – Beyond“ besonders herausgestellt werden sollte. 

Bei der Geschichte, die auf „D:REI“ erzählt wird, musste ich spontan an die Zukunftsvisionen in den beiden Filmen „Planet der Affen“ (die Schlussszene) und „Flucht ins 23. Jahrhundert“ (nochmals die Schlussszene) denken. Gab es bei Euch am Anfang irgend eine Idee oder ein Bild oder irgendetwas, aus dem sich die Story entwickelt hat?

JE: Zunächst mal gab es die Idee von CRIP (Drums), dass unser drittes Album klassisch einfach „III“ heißen sollte. Da dachte ich, joaaah, ganz cool, kann man machen, aber wennschondennschon. Ich hatte da sofort den Gedanken an religiöse oder spirituelle Dreiheiten. Die Hindu glauben z.B. an den ewigen Dreier-Zyklus aus Erschaffung, Erhaltung und Zerstörung/Umformung… von den Hindus zu den althebräischen Todesengeln, den „Memitim“ war’s nur ein Katzensprung… dazu eine große Liebe zu postapokalyptischen Erlösergeschichten: Das war plastisches und unglaublich inspirierendes Kopfkino!

Was stand am Anfang des Albums: Das thematische Konzept, einfach nur neue Musik – womit habt Ihr bei „D:REI“ angefangen?

JE: Bei uns entsteht zuerst die Musik. Wir hatten die ersten Ideen zusammen, als das Konzept sich den Weg durch meine Schädeldecke nach draußen brach…

SEB: …ich erinnere mich noch sehr gut an die Probe. Wir hatten fünf Grundgerüste für neue Songs (die Arbeitstitel werden selbstverständlich NICHT verraten, hihi), als JE mit seinem Konzept für das neue Album uns alle sofort begeisterte.

Black Space Riders

Stichwort: Extreme ausloten. In der Ankündigung zum Album heißt es, die Musik sei diesmal „bunter, lauter, weicher, härter, atmosphärischer, packender und vor allem erhabener“… Gab es es den Moment, wo Ihr gesagt habt: Das passt nicht zum Album oder zur Band!?

JE: Am Anfang steht das Riff! Oder eine Harmoniefolge, die auf einmal im Raum steht und davon ausgehend wird gemeinsam weiter entwickelt. Welcher Groove passt? Welches Tempo? Welche Harmoniewechsel? Auf einmal beginnen SEB und ich, Melodien darüber zu singen, zu summen …  Du spürst dann schnell, ob was passt oder nicht, da ist kein bewusster Filter drin, sonst hätten wir diese Bandbreite sicher nicht hinbekommen.

SEB: Wir nehmen jede Probe auf. JE schneidet dann das ganze in „brauchbare“ Happen und Songs, so dass wir vor der nächsten Probe viel über Verbesserungen oder auch total geile Ansätze, die vertieft und intensiviert werden sollten, reden. Und so verdichtet sich alles nach und nach, so dass wir am Ende mit hundertpozentigen BLACK SPACE RIDERS-Songs in Studio gefahren sind.

Eure Musik wird ja gerne als Spacerock bezeichnet, wobei die Einflüsse enorm vielseitig sind und sein können. Wofür steht der Begriff Spacerock bei Euch? Welche Elemente oder Eigenschaften sind Euch wichtig?

SEB: Weite und Groove…

JE: …Raum, Tiefe, Psychedelik, Eskapismus… wir sehen uns da nicht in der klassischen Spacerock-Tradition. Keiner von uns ist z.B. besonders bewandert in Sachen HAWKWIND. Wichtig ist, dass alles zusammen passt und Bilder beim Hörer erzeugt.

Womit könnt Ihr hinsichtlich dessen, wofür die BLACK SPACE RIDERS stehen, am meisten etwas anfangen:

  1. THE ROLLING STONES – „2000 Lightyears From Home“
  2. 2001 – Odyssee im Weltraum
  3. William Shatner als Captain Kirk
  4. KYUSS – Blues For The Red Sun

JE: Mit allen vier Kandidaten! „2000 Lightyears From Home“ hat dieses verzweifelt-verlorene Space-Oddity-Major-Tom-Feeling, das wir lieben. Der Kubrick-Film kann als Beispiel für unsere Liebe zu SciFi stehen. Captain Kirk symbolisiert das Trashig-Cartoon-60ies-mäßige, das aber eher bei unserem Debüt im Vordergrund stand. Darüber hinaus war Star Trek natürlich meine Einführung in die SciFi schlechthin. Auf das KYUSS-Album könnte ich in dem Zusammenhang am ehesten verzichten, obwohl das natürlich ne geile Band war und das Album mit seinem Sound und seiner Coolness damals so laut in Münster aufgeschlagen ist, dass der Knall bestimmt noch in Palm Desert zu hören war. Aber unser musikalischer Ansatz ist doch klar anders als der von KYUSS.

Ich habe mich mal durch die Bilder von den Aufnahmen zu „D:REI“ geklickt, und dort sind jede Menge schöne Instrumente und Effektgeräte zu sehen, die Ihr benutzt habt. Welches ist Euer persönliches Lieblingsgerät/-instrument, und – jetzt ist Eure sprachliche Kreativität gefragt – welchen Klang macht es?

SEB: HAHAAAAA… sehr schön. JEs Geräte machen hin und wieder, egal welches es ist, gerne mal RRÖÖÖÖÖÖAAAAAAAAAAAAAAAAAIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIEEEEEEEEEEEEHHHHHZZZZZZZZ…

JE: Hihi… er meint das „Apocalypse Fuzz“ von „Death by Audio“.

Zuletzt eine Frage zu Euren Liveaktivitäten: Hinter Euch liegen rund vierzig Auftritte im In- und Ausland, vor Euch drei Release-Shows. Was bedeutet es für Euch, den Proberaum zu verlassen und live zu spielen?

JE: Die Bühne ist immer das Ziel! Proberaum ist geil. Im Studio ein tolles Album wachsen zu lassen, ist geradezu unbeschreiblich. Aber nur auf der Bühne kriegst Du unmittelbar dieses Energiefeedback zurück auf alles was Du machst oder eben nicht machst.

Danke für das Interview! Die letzten Worte gehören Euch!

JE: Spread the word! Redet über diese Band! Möge die Macht mit Euch sein!

29.01.2014

- Dreaming in Red -

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