Hypocrisy
Interview mit Mikael Hedlund zu "Hell Over Sofia - 20 Years Of Chaos And Confusion"

Interview

Hypocrisy

20 Jahre sind die schwedischen Death Metal-Koriphäen HYPOCRISY bereits im Geschäft und um dieses Jubiläum standesgemäß zu begehen, wirft die Band dieser Tage die Live-DVD „Hell Over Sofia – 20 Years Of Chaos And Confusion“ auf den Markt. Zu diesem Anlass haben wir Mikael Hedlund ins Kreuzverhör genommen und über die DVD, die vergangenen 20 Jahre und künftige Pläne der Band ausgehorcht.

Hey Mika! Wie geht’s dir heute?

Bei mir alles bestens, vielen Dank!

Alles Gute zur Veröfentlichung eurer neuen DVD. 20 Jahre im Geschäft, meine Güte. Wie fühlt sich das an?

Das fühlt sich richtig gut an. Wir haben lange darüber nachgedacht, zu diesem Jubiläum etwas besonderes für unsere Fans zu machen und jetzt steht die Veröffentlichung bevor!

Habt ihr noch andere Pläne, dieses Ereignis zu feiern?

Ja, wir hatten erst einige Pläne und wollten beispielsweise eine coole Release-Party machen, aber das hat leider nicht so geklappt, wie wir das wollten, also mussten wir das streichen. Ich möchte dazu aber nicht näher ins Detail gehen.

Wenn du an die letzten 20 Jahre denkst, die ihr als Band zusammen verbracht habt, gab es dann wichtige Ereignisse, Höhen und Tiefen der Band, die dir besonders im Gedächtnis geblieben sind?

Mit HYPOCRISY war es immer wie in einer Achterbahn. Wir hatten einige sehr gute Momente und einige sehr schlechte. Konkrete Highlights könnte ich nicht benennnen, aber all die Menschen, die ich über die Jahre kennen lernen durfte, die Fans, andere Bands usw. waren für mich das wichtigste.

Hast du denn ein Lieblingsalbum oder einen Lieblinssong von HYPOCRISY?

Ja, „Abducted“! Auf den ersten Alben haben wir viel experimientiert, einfach Musik gemacht, wie sie uns in den Kopf kam und waren uns nicht wirklich im Klaren darüber, was wir wirklich machen wollten. Doch auf „Abducted“ hatten wir schließlich unseren Stil gefunden. „Roswell 47“ und „Abducted“ sind auf jeden Fall meine Lieblingssongs.

Okay, dann lass uns mal etwas näher auf die DVD eingehen. Warum habt ihr euch denn entschieden, das Konzert in Sofia aufzunehmen?

Welche Show wir für die DVD aufnehmen wollen, war eine wirklich schwierige Entscheidung, da wir über die Jahre an so vielen verschiedenen Orten gespielt haben. Peter hat dann aber erzählt, dass er vor einer Weile mit PAIN in Bulgarien gespielt hat und da HYPOCRISY zuvor noch niemals dort waren, haben wir uns für Sofia entschieden. Es war riskant, da wir nicht wussten, was uns erwarten könnte. Entweder hätten die Menschen dort denken können, dass wir uns nicht um sie scheren und deshalb 20 Jahre lang nicht dort gespielt haben oder aber sie hätten sich freuen können, dass wir nach so langer Zeit endlich auch zu ihnen kommen. Glücklicherweise haben sie sich letzten Endes gefreut und es war wirklich eine super Show. Im Nachhinein bin ich sehr froh, dass wir das Konzert in Sofia aufgenommen haben. Aber das könnt ihr euch auf der DVD ansehen!

Hypocrisy

Wie hast du dich vor der Show gefühlt? Warst du vor so einem besonderen Konzert auch nach so vielen Jahren noch ein wenig aufgeregt oder nervös? Oder ist das inzwischen Routine für dich?

Es war auf jeden Fall etwas besonderes. Ich habe den ganzen Tag überall das Kamera-Team aufbauen sehen und mir war klar, dass heute Abend alles perfekt laufen müsste, weshalb ich sehr nervös war. Aber auch ansonsten bin ich vor Shows immer etwas aufgeregt, nur dieses Mal einfach mehr. Doch das ist nur vorher, wenn ich erstmal auf der Bühne bin, ist das vergessen. Es ist beispielsweise wie beim Sport: Footballspieler sind vor dem großen Spiel bestimmt auch mächtig aufgeregt, aber wenn sie erstmal auf dem Feld stehen und das Spiel läuft, ist man einfach drin und denkt nicht mehr darüber nach und tut sein bestes.

Und seid ihr im Nachhinein zufrieden damit, wie die Show gelaufen ist?

Absolut, es hat super funktioniert! Es war alles top organisiert, wir mussten uns um nichts weiter kümmern.

Also keinerlei Pannen? 😉

Nein. Allerdings waren wir vorher auch auf Tour und hatten vor der Show in Sofia nur eine Woche Pause, wir waren also aufgewärmt. Darüber bin ich sehr froh.

Wo siehst du HYPOCRISY nach weiteren 20 Jahren, wird es die Band dann noch geben?

Auf jeden Fall! Die Atmosphäre in der Band ist momentan einfach perfekt, wir haben so viel Spaß und genießen es, zusammen zu spielen. Und bald nehmen wir auch schon ein neues Album auf.

Gut, dass du das neue Album ansprichst, das wollte ich dich nämlich gerade fragen. Kannst du uns ein paar Details darüber verraten?

Ja, wir schreiben gead eifrig Songs. Mir fallen eigentlich ständig neue Dinge ein und Peter hat auch sehr viele Ideen, obwohl er gerade eine Menge mit PAIN um die Ohren hat. Aber er ist einfach ein Typ, der immer mehrere Sachen gleichzeitig machen kann. Zu viele Details kann ich momentan allerdings noch gar nicht verraten, das Album steckt noch in den Kinderschuhen. Aber es hat sich seit dem letzten Album nichts bei uns verändert, es wird also keine Überraschungen geben. Wir haben unseren Stil gefunden und schreiben einfach so gute Songs, wie es uns möglich ist.

Werdet ihr euch also in nächster Zeit nur auf das neue Album konzentrieren oder trotzdem noch ein paar Shows spielen?

Ja, wir spielen im nächsten Jahr beispielsweise auf den Metalfest-Festivals, das sind neun Shows, davon zwei in Deutschland. Dann werden wir natürlich auch noch ein paar andere Festival-Shows spielen, aber ich denke nicht, dass wir zu häufig spielen werden, bevor das neue Album erschienen ist. Wir werden uns schon darauf konzentrieren und erst danach wieder ausgiebig touren.

Du hast einen Großteil deines Lebens in der Metal-Szene verbracht. Wie würdest du die Zeit früher mit der heutigen vergleichen? Gibt es Dinge, die du heute vermisst oder damals geschätzt hast oder andersrum?

Ich weiß nicht genau, die Metal-Szene hat sich auf jeden Fall sehr verändert. Ende der 80er, Anfang der 90er kam der Death Metal gerade richtig in Mode, Bands wie DEICIDE, ENTOMBED oder NAPALM DEATH gründeten sich, es war alles so neu und purer Underground. Heute gibt es meiner Meinung nach beispielsweise gar keinen puren Death Metal mehr und aufregend oder neu ist auch kaum noch etwas. Du kannst ins Internet gehen und jede Band der Welt anchecken. Das ist auf der anderen Seite natürlich auch großartig, früher musste man noch auf ein Konzert gehen, um neue Bands kennen zu lernen oder man handelte mit Demo-Tapes. Heute ist alles irgendwie industrieller.

Hypocrisy

Zum Abschluss: Ihr seid eine sehr erfolgreiche Band, ihr habt Fans auf der ganzen Welt, einen Deal mit einem sehr renommierten Label, wart häufig auf Tour und habt auf allen großen Festivals gespielt. Gibt es noch irgendetwas, was ihr erreichen wollt oder genießt ihr es einfach, Musik zu machen?

Auf jeden Fall genießen wir es, Musik zu machen, Alben aufzunehmen und zu touren, aber auf jeden Fall wollen wir noch mehr! Es gibt beispielsweise noch immer Orte, wo wir noch nicht waren und dort wollen wir natürlich noch spielen. Aber lassen wir uns überraschen, was passiert!

Okay, dann danke ich dir für deine Zeit! Möchtest du noch etwas los werden?

Ja! Wir haben diese DVD für euch Fans gemacht, also schaut sie euch an, viel Spaß dabei! Und ich hoffe, wir sehen uns auf der nächsten Tour.

Galerie mit 20 Bildern: Hypocrisy - Berserker Tour 2019 in Frankfurt
11.11.2011

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14.12.19Amon Amarth - "Berserker" Europatour 2019Amon Amarth, Hypocrisy und Arch EnemyKönig-Pilsener-Arena, Oberhausen
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