
Stormkeep
„Irgendwann schließt sich der Kreis.“
Interview
Ein Song, der in dieser Hinsicht heraussticht, ist „Imperial Sanguine Eroticism“. Nicht nur der Titel klingt sehr gothisch, sondern auch die Musik. Ich höre da viel PARADISE LOST, frühe MOONSPELL und MY DYING BRIDE heraus. Waren diese Bands Einflüsse für diesen Song?
Während der Aufnahmen nannten wir ihn oft einfach den Goth-Song. Und ja, diese Bands waren definitiv Einflüsse für das Album. Besonders MY DYING BRIDE begleitet mich schon sehr lange. Aber auch frühe ANATHEMA, THERION und andere Bands dieser Zeit. Viele von ihnen sind heute etwas in Vergessenheit geraten, weil sie sich später völlig verändert haben.
Für diesen Song war es uns wichtig, etwas Midtempo-orientiertes zu machen, das stärker in Richtung Gothic Metal geht. Und „Gothic Metal“ ist heutzutage ebenfalls ein Begriff, den viele vermeiden – außer vielleicht bei TYPE O NEGATIVE. Für uns umfasst er aber auch diese 90er-Welt mit frühen TRISTANIA, THEATRE OF TRAGEDY, frühen KATATONIA und all diesen Bands, die parallel zum Black Metal existierten. Diese Einflüsse stecken definitiv in der Musik.
Sogar das Artwork wurde davon beeinflusst. Das Booklet ist noch nicht vollständig veröffentlicht, aber die Arbeiten von Dave McKean – etwa für MY DYING BRIDE, DISINCARNATE und die Sandman-Reihe von Neil Gaiman – hatten großen Einfluss auf die visuelle Gestaltung des Albums. Es ist ein großer Schmelztiegel verschiedenster Einflüsse.
Ich finde, „The Taste Of Immortal Blood“ ist ein perfekter Opener, weil der Song einen guten Eindruck vom Album vermittelt, ohne zu viel vorwegzunehmen. Welcher Song repräsentiert „Nocturnes“ und STORMKEEP im Jahr 2026 deiner Meinung nach am besten?
Das ist ebenfalls eine großartige Frage. Auf „Tales Of Othertime“ hatte ich das Gefühl, dass „The Serpent’s Stone“ bereits andeutete, wohin sich die Band entwickeln würde. Auf dem neuen Album denke ich sofort an zwei Songs: „Saccharine Subjugation“, den dritten Track, und „Ballad Of A Fallen Star“, den letzten Song. Diese beiden Stücke repräsentieren für mich am besten die Richtung, in die sich die Band bewegt.
Natürlich sollte das Album als Ganzes gehört werden. Es funktioniert am besten als zusammenhängendes Werk. Aber diese beiden Songs fühlten sich beim Schreiben besonders frisch und neu an. Sie könnten andeuten, wohin die Reise als Nächstes geht.
Du hast bereits über die Geschichte des Albums gesprochen und darüber, wie sie mit „Tales Of Othertime“ verbunden ist. Ganz spontan: Was sind deine drei Lieblings-Konzept-Alben?
Wenn wir wirklich die Handlung betrachten, dann würde ich sagen, dass „Still Life“ von OPETH eines meiner absoluten Lieblingsalben ist. Die Geschichte finde ich unglaublich spannend. Als Konzeptalbum ist es faszinierend. Wobei ich das Remaster sogar bevorzuge – und live gefällt es mir am besten.
Dann würde ich „Cruelty And The Beast“ von CRADLE OF FILTH nennen. Aber die Originalproduktion ist manchmal wirklich schwer zu ertragen.
Absolut. Das war eines meiner ersten extremeren Metalalben. Und rückblickend klingt die Originalversion tatsächlich ziemlich schwierig.
Ja, die Produktion ist wirklich verrückt. Und als drittes würde ich „Thick As A Brick“ von JETHRO TULL nennen. Weil es das Konzeptalbum als Idee komplett auf den Kopf stellt und sich darüber lustig macht. Das finde ich großartig.
Nach „Tales Of Othertime“ habt ihr 2023 auch die EP „Lost Relics“ veröffentlicht, die sich stark auf die Dungeon-Synth- und Ambient-Seite eures Sounds konzentrierte. Könntest du dir vorstellen, so etwas wieder zu machen, vielleicht auch im Zusammenhang mit „Nocturnes“?
Ja, „Lost Relics“ besteht zu drei Fünfteln aus Material von „Tales Of Othertime“, das zu eigenständigen Stücken umgearbeitet wurde. Und wir haben tatsächlich darüber gesprochen, wieder etwas in dieser Richtung zu machen. Wir haben sogar so viel symphonisches Material, dass wir scherzhaft meinten, es gäbe fast ein ganzes Album nur mit Orchesterstücken. Einiges davon hat es nicht einmal auf das eigentliche Album geschafft.
Das ist also durchaus etwas, worüber wir nachdenken. Andererseits sehe ich uns eher etwas völlig Neues machen, anstatt das erneut aufzugreifen. Die Idee einer EP zwischen zwei Alben gefällt mir, aber wie genau das aussehen wird, wissen wir noch nicht.
Dann kommen wir zu meiner letzten Frage: Was steht als Nächstes an? Plant ihr eine ausgedehnte Tour? Kommt ihr nach Europa? Und habt ihr vielleicht besondere Ideen für eure Liveshows?
Wir möchten schon seit längerer Zeit nach Europa zurückkommen. Bisher haben wir nur eine einzige Europatour gespielt, und das liegt inzwischen drei Jahre zurück. Ich denke, es wird passieren, wenn der richtige Zeitpunkt gekommen ist. Natürlich machen die anderen Projekte unsere Terminplanung nicht gerade einfacher.
Aber wenn STORMKEEP wieder auftritt, dann wird es in größerem Rahmen geschehen. Wir möchten etwas Besonderes machen. Auch die Kombination mit der jeweiligen Tourband wird, glaube ich, sehr spannend sein. Im Moment konzentrieren wir uns aber erst einmal darauf, das Album zu veröffentlichen und hoffen, dass die Leute Freude daran haben.
Ich danke dir für das Interview!


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| Band | |
|---|---|
| Stile | Melodic Black Metal, Symphonic Black Metal |
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Hans Völkel































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