The Dead Daisies
Das Ego bleibt draußen

Interview

Wie hat sich denn das Songwriting bei THE DEAD DAISIES durch Glenn verändert? Nahm er viel Einfluss auf die Songs?

Tatsächlich hat sich eine Menge dahingehend verändert. Als ich der Band beitrat und wir uns zum ersten Mal in Nashville trafen, setzten wir uns alle mit Akustikgitarren zusammen und jeder stellte seine Ideen vor. Dann nahmen wir das auf, was uns gefiel und entwickelten daraufhin die Songs. Es war ein sehr entspannter Schreibprozess, weil jeder involviert war. Ich habe also nie vollentwickelte Ideen bei THE DEAD DAISIES eingebracht, weil wir alles zusammen entwickelten. Aber als Glenn in die Band kam, hat er uns sofort ein paar konkrete Songs vorgestellt. Daraufhin habe ich mich hingesetzt und ebenfalls ein paar meiner Ideen für Glenn ausgearbeitet. Mit ihm als Sänger eröffneten sich bestimmte Möglichkeiten, von denen ich mir sicher war, dass sie ihm gefallen werden. Wir haben uns also gegenseitig konkretere Ideen als früher vorgestellt. David Lowy und ich hatten ungefähr sechs Songs ausgearbeitet, ich hatte noch etwa fünf und Glenn hatte auch fünf oder sechs Songs. Das war ziemlich cool. Für den Song „Come Alive“ hatte ich eine Strophe, an der ich mit David gearbeitet hatte, doch wir hatten keinen Refrain. Glenn stellte uns dann eine Idee vor und schon hatten wir einen Refrain. Es war wirklich sehr einfach, unsere Ideen gemeinsam zu vollenden.

Insgesamt habe ich das Gefühl, dass das neue Album etwas düsterer und sehr viel härter als die vorherigen Platten ausgefallen ist. Stimmst du da zu oder empfindest du „Holy Ground“ ganz anders?

Auf den Gedanken bin ich auch schon gekommen. Natürlich stehe ich den Songs sehr nah und habe da nicht so einen neutralen Blick drauf. Aber wir haben mit einem neuen Produzenten gearbeitet, Ben Gross, der die Gitarren anders und härter machen wollte. Gleichzeitig kam er den Songs eine neue Leichtigkeit. Er stellte uns eines Tages tolle Clean-Sounds auf einem Marshall-Amp vor. Das war richtig cool. Wir haben verschiedenen Sachen ausprobiert und viel mit ihm experimentiert. Aber ich denke, du hast Recht. Es gibt sehr viele harte Momente auf dem Album und einiges ist recht düster. Früher gab es Songs wie „Song And A Prayer“, die sehr gut für uns funktionierten, aber etwas poppig ausfielen. Auf dem neuen Album kommt „Chosen And Justified“ dem wohl noch am ehesten nahe. Das ist einer meiner Lieblingssongs. Er fühlt sich leichtfüßiger an. Aber Songs wie „Far Away“ oder der Titelsong sind sehr heavy. Ich denke, wir haben viele Geschmacksrichtungen auf der Platte.

Was ist der „Holy Ground“?

Da stimme ich zu. Das Album hat eine gute Balance zwischen harten und leichtfüßigen Rock’n’Roll-Songs. Es ist definitiv eine gute Mischung. Aber was genau ist denn für dich die Bedeutung des Titels „Holy Ground“ und wie steht der Titel in Verbindung mit dem Song selbst?

Das ist eine sehr gute Frage. Denn das führt mich zu einem Punkt, den ich an dem Album sehr liebe und das sind die Texte. Glenn lässt immer Raum für Interpretationen. Ich denke, das ist sehr wichtig für die Leute, weil alle ihre eigenen Gedanken dazu entwickeln können, worum es geht. Für mich geht es in „Holy Ground“ um meine Seele. Die muss ich beschützen. Genauso ist meine Familie ein „Holy Ground“ für mich, den ich beschützen muss. Wenn du Glenn fragst, wird er sicherlich etwas komplett anderes antworten. Andere wiederum werden vielleicht unseren Planeten als den „Holy Ground“ ansehen.

Der Titelsong und „Bustle And Flow“ waren die Vorabsingles der Platte. Für letzteres habt ihr ein Musikvideo in der Unreal Engine anfertigen lassen. Wo kam diese Idee her und wie habt ihr den Entstehungsprozess erlebt?

Das hat der Regisseur durch Storyboards mit dem Management erarbeitet. Wir hatten nichts damit zu tun. Wir wussten, dass es eine Single gibt, aber das Video war eine Überraschung. Aber es ist cool.

Es war also mehr eine Entscheidung des Managements?

Korrekt. Das Management ist in jeden Aspekt von THE DEAD DAISIES involviert und das ist cool so. Es ist quasi das fünfte Bandmitglied.

Galerie mit 12 Bildern: The Dead Daisies auf dem Wacken Open Air 2016

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Quelle: Foto: Fiaz Farelly
21.01.2021

"Irgendeiner wartet immer."

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