The Dead Daisies
Das Ego bleibt draußen

Interview

Für die Aufnahmen habt ihr euch in den Studios La Fabrique in Frankfreich zusammengefunden. Wie habt ihr da Zeit für gefunden? Schließlich sind alle Musiker in der Band auch noch in andere Projekte involviert.

Für mich hatten THE DEAD DAISIES immer oberste Priorität. Es gab ein paar andere Projekte, an denen ich teilgenommen habe, aber 2019 habe ich bis auf etwas Promotion für ein anderes Projekt, habe ich mich nur auf THE DEAD DAISIES fokussiert. Als Glenn ins Spiel kam, haben wir uns voll und ganz auf THE DEAD DAISIES konzentriert. Glenn hat auch ein paar Sachen zurückgestellt, um der Band mehr Zeit einzuräumen. Gleiches gilt für Deen Castronovo. Wir hatten ein gemeinsames Projekt, Revolution Saints, das im Prinzip auf Eis liegt. Wir haben uns also alle Zeit frei geräumt, um mit der Band auf Tour gehen zu können, sobald das wieder möglich ist.

Du hast vorhin erwähnt, dass ihr alle unabhängig voneinander die Songs entwickelt habt. War es Ende eine harte Diskussion darüber, welche es auf das Album schaffen würden?

Nein, nicht wirklich. Jeder gibt seine Stimme ab. Ben Gross übernahm am Ende die Leitung und hätte da hart durchgreifen können. Doch wir haben alles per Abstimmung entschieden. Bei ein oder zwei Songs waren wir etwas unsicher, aber mich hat das nicht gestört, weil ich mit allen zufrieden war.

THE DEAD DAISIES blicken auf eine Reihe toller Musiker zurück, die Teil der Band sind oder waren. Alle von ihnen hatten sehr erfolgreiche Karriere, bevor sie THE DEAD DAISIES beitraten. Gab es da jemals Egoprobleme zwischen euch?

Nein, wir waren stets gute Freunde. Ab einem bestimmten Punkt im Leben, lernt man, sein Ego draußen zu lassen. Wenn man jünger ist, dann kommt es manchmal zu Situationen, wo das Ego im Weg steht. Aber wenn du mit Leuten zusammenspielst, die schon einen gewissen Erfolg hatten, in welcher Form auch immer, nimmt man sie einfach nur als Menschen wahr. Für Glenn war es einfach, weil er mich schon kannte und wusste, dass er mir vertrauen kann. Als wir das erste Mal gemeinsam in der neuen Besetzung spielten, war dieses Vertrauen schnell auf allen Seiten dar. Genauso lief es, als Deen der Band beitrat. Als Marco mich anrief, um der Band beizutreten, kannte ich die meisten aus der Band bereits. Ich sprach mit David, der ein cooler Typ ist und er fand, dass unsere Gitarrenstile zusammenpassen. Ich liebe es, wie David den Sound der Band weiterentwickelt und trotzdem ihre Integrität bewahrt.

Endlich wieder auf Tour gehen

Aktuell ist nicht klar, wann ihr wieder auf Tour gehen könnt. Andere Bands haben durch Livestreams zumindest ein bisschen Konzertfeeling in die Wohnzimmer ihrer Fans gebracht. Können wir sowas auch von THE DEAD DAISIES erwarten?

Wir sprechen darüber. Wir haben noch keinen klaren Plan dafür. Für uns ist es etwas schwierig, weil wir in unterschiedlichen Bundesstaaten leben. Nur Glenn und ich leben in Los Angeles. Unsere letzte gemeinsame Probe fand Anfang Oktober statt. Wir haben drüber gesprochen, aber Reisen müssen dafür wieder möglich und sicher sein, da wir auf Flüge angewiesen sind. Das ist aktuell nicht möglich. Trotzdem ist ein Livestream möglich. Ich denke, alle hätten Lust darauf.

Die jüngsten Entwicklungen durch die Coronakrise haben das Internet noch wichtiger für die Verbreitung von Musik gemacht als es ohnehin schon war. Was fühlst du dabei? Streamingservices zum Beispiel werden jeden Tag mächtiger, aber bezahlen den Menschen, die die Musik erschaffen, immer noch keinen fairen Anteil an dem, was die Musik einspielt.

Die Struktur hinter der Verteilung von Lizenzgebühren ist etwas schwierig. Man muss wirklich viel streamen, um bezahlt zu werden. Aber ich glaube, da sind schon ein paar Änderungen in Arbeit und das wäre schön. Aktuell ist es sehr schwierig für Musiker, weil die Touren wegfallen. Ich weiß nicht, wie es in Deutschland ist, aber bei uns wird schon geimpft und wir können es kaum erwarten, wieder live zu spielen. Ein Livestream wäre nett, aber es ist kein Vergleich zu einem richtigen Konzert. Darauf freuen wir uns total.

Galerie mit 12 Bildern: The Dead Daisies auf dem Wacken Open Air 2016

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Quelle: Foto: Fiaz Farelly
21.01.2021

"Irgendeiner wartet immer."

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