
ALTER BRIDGE -
Ein Date mit Gitarrengöttern
Konzertbericht
Pünktlich um 19:00 Uhr fällt in Hamburg der Startschuss für einen Abend, der nicht nur stilistisch breit aufgestellt ist, sondern zugleich den Auftakt der Europatour „What Lies Within“ zum gerade erschienenen, selbst betitelten Album von ALTER BRIDGE markiert. Drei Bands, drei unterschiedliche Facetten modernen Hard Rocks und Metals – und wir freuen uns auf jede Menge Gitarrenspaß.

Alter Bridge – Alter Bridge
SEVENDUST
SEVENDUST eröffnen den Abend mit einem zwar zeitlich eher knappen, dafür umso intensiveren Set. In rund 30 Minuten feuern sie ihre Songs ohne große Umwege ins Publikum und überzeugen dabei vor allem durch ihre sausympathische Ausstrahlung. Trotz der kurzen Spielzeit springt der Funke sofort über, nicht zuletzt dank der klaren Botschaften über den aktuellen Zustand in der Welt da draußen (politisch wie auch zwischenmenschlich), die sie während und in ihren Songs transportieren. Da kommt ein „Passt aufeinander auf!“ des Fronters einfach ehrlich, direkt und überzeugend an.
SEVENDUST wirken präsent, wach und absolut bei sich – ein Opener, der es weiß, wie man es krachen lässt. Da hätte die Setlist gerne noch länger sein können.
SETLIST:
- Black
- Enemy
- Crucified
- Praise
- Face To Face
DAUGHTRY
Nach kurzer Umbaupause betreten um 19:50 Uhr DAUGHTRY die Bühne. Der Einstieg gestaltet sich jedoch etwas holprig. Der Mikrofon-Sound ist stellenweise zu schwach, Gitarren sind teilweise übersteuert, sodass zeitweise fast nur Drums und Gitarre wirklich greifbar sind. Das Keyboard bleibt eher im Hintergrund und ist mehr zu erahnen als tatsächlich zu hören. Insgesamt wirkt die Präsenz der Band deutlich verhaltener als die von SEVENDUST zuvor. Frontmann Chris Daughtry hat hörbare Schwierigkeiten in den Höhen, was den Songs nicht immer guttut. Auch die Interaktion mit dem Publikum bleibt überschaubar – wenig Ansagen, wenig direkter Kontakt. Dafür gibt es umso mehr Licht:
Die Strobo-Lichtkegel ballern so intensiv, dass Kollegin Alana irgendwann zur Sonnenbrille greift. Die Acoustic-Nummer von Chris, alleine mit Gitarre auf der Bühne stehend, ist ein kleines Sahnehäubchen des Sets. Tolle Stimme der Mann, der könnte auch Telefonbücher heruntersingen. Das Publikum schmilzt ein bisschen dahin. DAUGHTRY schaffen es aber leider nicht über die gesamte Länge ihres Sets die Hamburger bei Laune zuhalten. Erst in den letzten Minuten kommt wieder spürbar mehr Leben in die Halle, als die Band beim letzten Song nochmal animiert und aufdreht.
SETLIST:
- Devided
- The Bottom
- The Day I Die
- Separate Ways (Worlds Apart/JOURNEY Cover)
- It´s Not Over
- Home
- Antidote
- Pieces
- The Dam
- Heavy Is The Crown
- Artificial

Daughtry – What Lies Within Tour 2026
ALTER BRIDGE
Um 21:15 Uhr ist dann endgültig klar, warum viele an diesem Abend gekommen sind: ALTER BRIDGE übernehmen die Bühne. Bereits das Bühnenbild mit Displays und Lichtröhren setzt ein starkes visuelles Statement. Die Band bedankt sich sichtlich gerührt für den warmen Empfang – nicht zuletzt vor dem Hintergrund, dass Hamburg den Auftakt der Europatour markiert und die Band einige Jahre nicht live unterwegs war. Musikalisch nehmen ALTER BRIDGE das Publikum mit auf eine Reise durch ihre Bandgeschichte – von älteren Klassikern bis hin zu neuem Material, mal vor, mal zurück, ohne dass der Spannungsbogen jemals abreißt. Jeder Song erhält durch passendes Bildmaterial, Videosequenzen und ausgefeilte Lichtspiele seine ganz eigene Handschrift.

Alter Bridge – What Lies Within Tour 2026
Die Lightshow erweist sich dabei als unfassbar gut umgesetzt, zugleich aber auch extrem intensiv. Mit ihrer wuchtigen, fast schon überbordenden Inszenierung wirkt sie eher auf große Festivalbühnen ausgelegt als auf eine Halle wie die Alsterdorfer Sporthalle. In der geschlossenen Umgebung sorgt das Zusammenspiel aus grellen Effekten und hoher Helligkeit stellenweise für eine visuelle Überforderung. Wir sehen teilweise mehr Lichtstrahlen als Musiker und ja, irgendwann gibt dann auch die Sonnenbrille von Kollegin Alana auf.
Ganz ohne kleine, technische Makel bleibt auch dieser Auftritt nicht: Vereinzelt machen sich leichte Mikro-Macken bemerkbar, die sich in kurzen Tonschwankungen äußern. Diese technischen Unsauberkeiten fallen jedoch kaum ins Gewicht und ändern nichts am insgesamt starken Eindruck. Besonders auffällig ist die enorme Lockerheit auf der Bühne.

Alter Bridge – What Lies Within Tour 2026
Mark Tremonti übernimmt hin und wieder die Vocals, die Band agiert hochprofessionell und gleichzeitig spürbar genießend. Nichts wirkt angestrengt oder einstudiert, vielmehr entsteht der Eindruck, einer Band zuzusehen, die genau weiß, was sie tut – und warum sie es liebt. Und ganz ehrlich: Was KENNEDY und TREMONTI da an ihren Gitarren zaubern ist Saitenmagie pur, der man ewig zuhören könnte. Da steht ein Myles Kennedy mit geschlossenen Augen im Lichtschein und legt ein saftiges Soli nach dem anderen hin, bei dem man spüren kann, wie sehr er diese Momente selbst feiert. Holy Shit!!! ALTER BRIDGE liefern nicht nur musikalisch ab, sondern schaffen ein rundes Gesamterlebnis!!
SETLIST:
- Silent Divide
- Addicted To Pain
- Cry Of Achilles
- Down To My Last
- Ghost Of Days Gone By
- Fortress
- Burn It Down
- What Lies Within
- Open Your Eyes
- Wouldn`t You Rather
- In Loving Memory
- Watch Over You
- Tested And Able
- Metalingus
- Rise Today
- Blackbird
- Isolation
Bericht aus Hamburg: Jeanette Grönecke
Fotos aus Berlin: Andrea Friedrich
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Jeanette Grönecke
































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