Agapesis - Mistress Of Blood

Review

Zumindest für meine Ohren überraschend gelungenen Elektro bietet das belgische Duo AGAPESIS auf seinem zweiten Album „Mistress Of Blood“, dem Nachfolger des Anfang 2008 erschienenen Debüts „Sacrilege“. Im Unterschied zur optischen Erscheinung des Vorgängers, ist auf „Mistress Of Blood“ unschwer zu erkennen, dass die beiden Bandmitglieder der Fetisch-Szene nicht uninteressiert gegenüberstehen und so lassen sich auch Auftreten und Musik im Spannungsfeld Elektro/EBM, Fetisch und Erotik einordnen.

Der Sound von AGAPESIS wird dabei von überwiegend montonen elektronischen, manchmal fast technoiden Beats und Songstrukturen dominiert, hinzu kommen sowohl männliche als auch weibliche Vocals, die durch eine gewisse Laszivität und Derbheit die Songs in das oben erwähnte Spannungsfeld versetzen. Die Songs präsentieren sich dabei als durchgehend tanzflächentauglich, immer wieder werden Sprachsamples eingesetzt und auch melodische Elemente kommen nicht zu kurz, sei es durch atmosphärisch-dichte Synthieflächen („Demence et suicide“) oder verspielte Sounds („Similar Love“). Dass es auch härter geht, beweisen AGAPESIS bei Songs wie „Ingesamte Zerstörung“, „Blood Rites And Sacrifices“ und dem Abschlusstrack „De La Haine A La Mort“, allesamt wummernde und teils verstörende Industrialkracher ohne Rücksicht auf Verluste und somit ein Gegenpol zu den eingängigen, im Vergleich dazu fast schon minimalistisch arrangierten Songs. Ein Blick auf die Lyrics lohnt sich ebenfalls, verarbeiten AGAPESIS in ihren Songs nämlich zahlreiche aktuelle und problematische Themen wie Rassismus, Kindesmissbrauch und Suizid.

Vergleiche zu DIE FORM lassen sich bei all dem natürlich unschwer vermeiden, jedoch sind AGAPESIS durchgehend eingängiger und auch deutlich weniger experimentell veranlagt als die französischen Kollegen. A propos „französisch“ – ein Großteil der Songs wird in französischer Sprache dargeboten, was dem Album einen zusätzlichen Reiz verleiht und es in gewisser Weise auch „rettet“, da die englischen Songs unter dem französischen Akzent der Protagonisten doch sehr leiden müssen. Nichtsdestotrotz ist „Mistress Of Blood“ unter Berücksichtung der ein oder anderen kleineren Schwächephase eine gelungene Scheibe, die für eine breite Anhängerschar von DIE FORM bis hin zu BLUTENGEL eine interessante Sache sein dürfte.

06.01.2009

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