And One - Bodypop Eineinhalb

Review

Galerie mit 13 Bildern: And One auf dem M'era Luna 2017

Selbst nachdem ich diese Scheibe nun ein paar Mal durchgehört habe, muss ich gestehen, dass ich noch immer nicht ganz sicher bin, was ich von „Bodypop 1 1/2“ halten soll. Lange angekündigt, von einer EP zum Album gewachsen und auch dadurch x-mal verschoben, offenbart ein Blick auf das Tracklisting nicht ganz das, was ich eigentlich erwartet hatte. So waren ursprünglich einmal Coverversionen u.a. von FRONT 242, DAF, THE CURE, NITZER EBB und auch DEPECHE MODE im Gespräch gewesen, aus irgendwelchen Gründen – vielleicht lizenztechnischer Art – sucht man diese nun allerdings vergeblich. Und irgendwie war ich die ganze Zeit auch von Studioversionen ausgegangen, die man zumindest in Sachen Coverversionen ebenso vergeblich sucht wie das Live-Video zu „Steine sind Steine“. Das Kernstück von „Bodypop 1 1/2“ sind zwar tatsächlich insgesamt neun Coverversionen, allesamt allerdings in Live-Aufnahmen von der letzten Covertour.

Doch der Reihe nach, denn „Bodypop 1 1/2“ beginnt zunächst mit zwei neuen Songs, von denen „Paddy Is My DJ“ noch der bessere ist und vor allem der Opener „Love Is A Drug Abuser“ wie eine mittelmäßige B-Seite klingt. Beide Songs sind eher von zurückhaltender Natur – ganz nett, aber nicht unbedingt als „Kracher“ zu bezeichnen. Die folgenden drei Songs sind dann wohl wirklich nur für absolute Hardcore-Fans von Interesse, da weder das zumindest für meine Ohren recht belanglose Instrumental „Und wenn“ noch die beiden Ur-Versionen von „So klingt Liebe“ und „Love You To The End“ besonders aufregend sind.

Nach einem somit doch etwas holprigen Beginn geht es dann endlich mit dem eigentlichen Herzstück, den Coverversionen, los, die vor allem die Synthiepopper aus den 80ern erfreuen werden. Dass AND ONE live für ordentlich Feuer in der Bude sorgen können, ist bekannt und auch bei den vorliegenden Live-Versionen merkt man, dass sowohl Band als auch Publikum durchaus ihren Spaß hatten. 80er-Klassiker von A-HA, ALPHAVILLE, CAMOUFLAGE bis hin zu ERASURE, NEW ORDER und den PET SHOP BOYS wurden in einem AND ONE-typischen Gewand sowie unter vollem Einsatz von Frontmann Steve Naghavi auf die Bühne gebracht und auch wenn viele angekündigte Songs fehlen, ist das Ganze eine gleichsam spaßige wie nostalgische Angelegenheit. Problematisch gestaltet sich der Hörgenuss allerdings dann, wenn einem ausgenudelte Songs wie „Blue Monday“ oder „Big In Japan“ eh schon zum Hals raushängen – dann sollte man aber besser ganz auf das Album verzichten.

Die Liveversionen entschädigen somit für den eher lahmen Auftakt von „Bodypop 1 1/2“, auch wenn die klasse Live-Version von PROJECT PITCHFORKS „Timekiller“ leider nur auf der vor kurzem erschienen Vinyl-Single vertreten ist – aber man kann ja nicht alles haben. So ist „Bodypop 1 1/2“ ein Album mit Licht und Schatten, das in Anbetracht der ursprünglich geplanten Konzeption und der extrem langen Wartezeit sowohl enttäuschte Fans zurücklassen wird als auch für kurzweilige Unterhaltung sorgen kann.

10.02.2009

Der metal.de Serviervorschlag

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