Blood Red Fog - Fields Of Sorrow

Review

Galerie mit 9 Bildern: Blood Red Fog - Under The Black Sun 2018

Black Metal aus Finnland gilt gemeinhin als besonders fies und räudig. Was in der zweiten Welle mit IMPALED NAZARENE und BEHERIT unheilvoll begann, setzte sich fortlaufend mit Bands wie BEHEXEN und ARCHGOAT fort. Und auch BLOOD RED FOG treiben schon seit mehr als 15 Jahren ihr Unwesen in der regionalen Szene.

“Fields Of Sorrow” verstört, entzückt, entsetzt und begeistert

Mit ihrem jüngsten Output und gleichzeitig fünften Studioalbum gelingt der Band ein kunstvoll zelebriertes Klangerlebnis mit viel Atmosphäre und einer gekonnt eingesetzten Dynamik. So schwankt die Darbietung zwischen Intro, spacigen Melodiebögen, hier und da einem Intermezzo, herausgewürgtem, niemals verständlichem Gesang und technisch einwandfreiem Handwerk an den Instrumenten. Ein wenig konstruiert wirkt das Lo-Fi-Finish und man gewinnt den Eindruck, als würde sich unter der avantgardistischen Hochglanzpolitur die Sehnsucht nach ein wenig Ruhm und Ehre verstecken.

BLOOD RED FOG greifen nach den Sternen

Speziell “Mustata Unesta” ist so ein Song, der auch von einer erfolgreichen Rockband wie MUSE geschrieben worden sein könnte, was beim ersten Hören natürlich unter die Haut geht. Aber er geht auch in die Beine und in den Nacken. Darf Black Metal Spaß machen? Sollte diese Musik beim Hören nicht Leid verursachen? Vielleicht ist das einzige Manko von “Fields Of Sorrow”, dass es kein reines Black-Metal-Album ist. Denn die Songs sind wunderbar sadistisch und misanthropisch betitelt. Die Musik jedoch stellt keinen infernalischen Krach dar. Sie ist progressiv, clever und eingängig.

Doch alleine die durchschnittliche Song-Länge von mehr als sechs Minuten wird der Band schlussendlich keine Beachtung bei einem größeren Publikum bescheren. Damit bleiben Hörer am Ende des bedrohlichen Outros “Gray Steppes” im Zwiespalt gefangen, ob sie gerade ein bemerkenswert mutiges Album gehört haben oder Konsument einer Pseudo-Mainstream-Platte waren.

So gesehen, verstehen BLOOD RED FOG ihr Handwerk als entrückte Black-Metal-Band hervorragend.

29.09.2020

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1 Kommentar zu Blood Red Fog - Fields Of Sorrow

  1. Sylverblack sagt:

    Diese feinen, geradezu fragilen Synths haben schon was. Schade, dass, wie so häufig im BM, alles mit einer gewollten Lo Fi-Produktion kaputtgemacht werden muss.