Blood Red Throne - Fit To Kill

Review

„Fit To Kill“ ist natürlich eine Ansage. Egal, ob sich die norwegische Death-Metal-Institution BLOOD RED THRONE mit dem Titel ihres mittlerweile neunten Albums auf die Texte oder auf die Musik bezieht. Man darf also davon ausgehen, dass ordentlich gemetzgert, geklöppelt und der Dampfhammer angeworfen wird. Und da ist es gut, dass sich die Norweger nicht nur einen netten Albumtitel ausgedacht haben, sondern auch (in ihrem Bereich) danach handeln.

BLOOD RED THRONE machen (immer noch) ziemlich brutalen, aber auch variablen Death Metal

Das bedeutet, dass BLOOD RED THRONE nach wie vor für ziemlich brutalen, aber auch variablen Death Metal stehen. Brutal, weil die Gitarren nach wie vor auf Bodenhöhe gestimmt sind, Freddy Bolsø an seinem Drumkit gerne mal Vollgas gibt und sich Sänger Yngve „Bolt“ Christiansen in einer Tour durch die Songs grummelt, dass es eine Wonne ist. Variabel, da beispielsweise die fetten Riffs immer wieder durch melodische Parts, Soli und Harmonien ergänzt werden und sich das Drumming eben auch durch zahlreiche Tempowechsel und abwechslungsreiche Breaks auszeichnen.

Der Sound stimmt also schon mal. Allerdings verbocken die Norweger den Beginn von „Fit To Kill“: Das epische Intro des Openers „Requiem Mass“ klingt so, als hätte man es woanders schon mal gehört, und auch das anschließende Geklöppel strotz nicht gerade vor Einfallsreichtum. Erst durch ein Gitarrensolo und ein paar Arpeggien wird das Stück interessant. In der Folge kommen BLOOD RED THRONE schneller auf den Punkt, wenngleich „Bloodity“, „Killing Machine pt. 2“ oder das abschließende „End“ eher als gutklassige Standards durchgehen.

Am meisten Spaß macht „Fit To Kill aber in der Albummitte: „WhoreZone“ und vor allem „Skyggemannen“ mit seinem Stakkato-Grunzen sind richtig schmissig geworden. Höhepunkt. Ebenfalls nicht von schlechten Eltern sind das düstere „InStructed InSanity“ und das dumpf riffende „Movement Of The Parasites“. Und beim über achtminütigen „Deal It Or Die“ setzen die Norweger auf volle Abwechslung: Von epischen Momenten bis Blastbeats, von melodischen Zwischenparts bis hin zu stumpfem Riffing ist alles vertreten.

„Fit To Kill“ ist ein gutklassiges Album – mit ein paar Abstrichen

Somit geht „Fit To Kill“ als gutklassiges Album durch, wenngleich es nicht das beste von BLOOD RED THRONE ist. In der Vergangenheit hat man die Norweger halt schon mal durchgehend schmissiger erlebt. Trotzdem „Fit To Kill“? Ja, immer noch, und dank der vorhandenen Höhepunkte dürften Fans der Band nicht enttäuscht werden.

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27.09.2019

- Dreaming in Red -

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1 Kommentar zu Blood Red Throne - Fit To Kill

  1. ClutchNixon sagt:

    Das letzte Mal wirklich abgeholt haben die mich mit ‚come Death‘. Das hier ist, bis auf zwei, drei wirklich coole Grooves und Sperenzchen en détail größtenteils echt mal langweilig. Erlend Caspersen ist ein Tier am Bass, aber insgesamt bleibt die Rhythmusabteilung erschreckend blass, was nicht zuletzt am stinklangweiligen Drumming auszumachen ist, dessen Produktion mir persönlich kein bisschen gefällt. Überhaupt wirkt die Pladde auch nach fünfmal hören wie der berühmte Schnellschuss und womöglich sollten die Burschen mal mehr als zwei Jahre bis zum nächsten Release vergehen lassen und wieder gute Songs schreiben.

    6/10