Cult Of Luna - Vertikal II

Review

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Erst zu Beginn dieses Jahres verzückten die schwedischen Visionäre CULT OF LUNA die Post-Metal-Gemeinde mit dem großartigen „Vertikal“. Nun legen die Mannen um Bandkopf Johannes Persson mit ihrer neuen EP das abschließende Kapitel ihrer jüngeren Schaffensgeschichte vor. Denn die drei auf „Vertikal II“ enthaltenen Tracks stammen ebenfalls aus den Sessions zum letzten Langspieler und schließen dementsprechend den inhaltlichen Rahmen beider Veröffentlichungen, auf denen – inspiriert vom 1927er Film des österreichischen Künstlers Fritz Lang – vorwiegend maschinell und technisch geartete Themen im Vordergrund stehen.

Musikalisch geht es im Vergleich zum „großen Bruder“ deutlich Ambient-lastiger, minimalistischer und vor allem düsterer zu Werke. So kommt der siebeneinhalbminütige Opener „Oro“ beispielsweise mit schlappen drei Gitarrenriffs aus, ohne dabei aber wie ein lieblos zusammengeschustertes Stück von der Resterampe zu klingen. Vielmehr sorgen die spartanischen Gitarren-Arragements in Verbindung mit den zunächst sphärischen, dann deutlich aggressiveren Vocals für eine einnehmende und beklemmende Atmosphäre. Das zweite, „Light Chaser“ betitelte Stück fällt im Anschluss allerdings etwas ab. Zwar steigert sich der Track stetig und konsequent, bietet aber aufgrund der über die volle Songdistanz fast schon störend wirkenden Synthie-Elemente wesentlich weniger Tiefe als das Vorgängerstück.

Allerdings kann das anschließende „Shun The Mask“ den Durchhänger wieder zu kompensieren. Das mit über zwölf Minuten längste Stück der Platte bietet wieder charakteristische COL-Kost, wenn auch im Vergleich zum letzten Werk merklich aufgeräumter und zurückhaltender. Erst gegen Ende wird die Intensität spürbar angehoben – es ist einer der wenigen Momente auf „Vertikal II“, in denen die Schweden zeigen, was für Urgewalten sie zu entfesseln imstande sind. Am Ende weiß der Track vor allem wegen seiner Vielseitigkeit zu überzeugen.

Den Abschluss der EP markiert schließlich eine Remix-Version des überlangen Songs „Vicarious Redemption“ vom „Vertikal“-Album, produziert von Justin K. Broadrick (JESU, GODFLESH). Der Song wurde im neuen Sound-Gewand auf neun Minuten Spielzeit verringert (so ironisch das klingt) und mit einer über weite Strecken präsenten Elektro-Schlagseite versehen – was letztlich überzeugen kann und insbesondere der Atmosphäre zugute kommt.

„Vertikal II“ ist am Ende eine sehr interessante, aber vor allem durchaus sinnvolle Ergänzung zur Partner-Platte, einzig und allein angesprochenes „Light Chaser“ mag auch nach mehreren Durchläufen nicht so recht mitreißen. Bei lediglich vier Songs kommt entsprechend eine etwas schwächere Wertung zustande, auch wenn das restliche Songmaterial qualitativ mit „Vertikal“ ohne Probleme mithalten kann.

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20.09.2013

"Am Ende isses immer Arbeit."

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1 Kommentar zu Cult Of Luna - Vertikal II

  1. El Honk sagt:

    Ich finde die EP deutlich atmosphärischer als das Album. Die Songs wirken besser und sind einfach intensiver von der Stimmung. Gerne ein Album in dieser Machart. 9/10