Devin Townsend Project - The Retinal Circus

Review

Galerie mit 21 Bildern: Devin Townsend Project auf dem Summer Breeze Open Air 2017

Musikalischer Freigeist, Band-Tausendsassa, gefragter Produzent und Meister des Bizarren – wenn es um die ganz großen Persönlichkeiten der Metal-Szene geht, muss man Devin Townsend zweifelsfrei auf dem Zettel haben. Nicht nur hat der Kanadier mit seinen verschiedenen Projekten mittlerweile über zwanzig Platten veröffentlicht, sondern an mindestens genau so vielen als Producer oder Gastmusiker mitgewirkt. Mit seiner neuen Live-DVD „The Retinal Circus“ liefert der Prog-Metal-Guru nun einen Querschnitt seines bisherigen Tuns – verpackt in eine witzige Story und ausgestattet mit einem aufwendigen visuellen Konzept.

Mit dem restlos ausverkauften Londoner Roundhouse wählte Townsend ein stimmungsvolles Setting für die Aufnahmen, die nach über einjähriger Vorbereitung am 27. Oktober vergangenen Jahres über die Bühne gingen. Das über zweistündige Set umfasste Songs aus allen Schaffensphasen des Meisters, ausgenommen der Alben „Terria„, „Accelerated Evolution“, „Ki“ and „Ghost„. Dafür wurden aber mit „Detox“ und „Love?“ zwei Songs von Townsends früherer Band STRAPPING YOUNG LAD ins Programm genommen, bei denen auch der ehemalige SYL-Gitarrist Jed Simon mitwirken durfte. Weitere Gäste sind (natürlich) Anneke van Giesbergen, die beim Großteil der 25 Songs in Erscheinung tritt, und der Metal-Hammer-Journalist Dom Lawson, der beim Song „Planet Smasher“ in verrückter Verkleidung einige ziemlich fiese Death-Metal-Vocals vom Stapel lässt. Als Gastgeber des Abends fungiert Steve Vai, der zwischen den Songs und per Großleinwand-Video durch das Programm führt.

Bei der Umsetzung des Konzerts hat Townsend letztlich nichts ausgelassen. Neben dem Hauptcharakter „Harold“, dessen Träume in „The Retinal Circus“ dargestellt werden und einem Background-Chor, dessen Mitglieder immer wieder auch in diverse schauspielerische Nebenrollen schlüpfen, tauchen zahlreiche weitere Akteure und Tänzer auf, wie beispielsweise eine Gruppe wilder Affen beim Songs „Planet Of The Apes“ (Album: „Deconstruction„) oder eine Horde Performerinnen im Katzenkostüm bei „Lucky Animals“ („Epicloud„). Und natürlich darf auch Ziltoid (samt Jackie-Flasche und Gefolge) dabei nicht fehlen. Das Geschehen auf der Bühne wirkt dadurch phasenweise ein wenig unübersichtlich, allerdings behält Mr. Townsend, der sich wie gewohnt ulkig und in bester Spielfreude präsentiert, die dramaturgischen Zügel zu jedem Zeitpunkt des Konzerts in der Hand.

Was die instrumentale Darbietung und die musikalischen Fertigkeiten anbelangt, sind Townsend und seine Mannschaft (die aktuelle Besetzung des DEVIN TOWNSEND PROJECTs) ohnehin über jeden Zweifel erhaben. Aus dem durchgängig packenden Konzert ragen jedoch einige Songs wie das griffige „War“ („Infinity“), das überragend dargebotene „Vampira“ („Synchestra“), der fast zehnminütige Brecher „Color Your World“ („Ziltoid the Omniscient“ – Was für ein Song!), das atmosphärische „Where Do We Belong“ („Epicloud“), das überragende „Kingdom“ („Physicist„) oder die bereits angesprochenen SYL-Kracher noch heraus. Aber auch das restliche Material ist durchweg so beängstigend gut, dass man nachvollziehen kann, warum auch viele gestandene Kollegen Townsend als musikalisches Genie bezeichnen.

Letztlich ist „The Retinal Circus“ ein imposantes Zeugnis der Qualitäten eines ebenso imposanten Künstlers. Was Townsend & Co hier auffahren, grenzt wirklich an Perfektion. Und selbstverständlich gibt es auch eine halbe Stunde des obligatorischen Behind-the-Scenes-Materials obendrauf. Die Höchstnote wird allerdings durch den für meinen Geschmack etwas zu hohen Titten-Faktor verhindert. Klar, die Tänzerinnen sehen nett aus. Und es geht ja auch um den jungen Harold und seine Träume. Aber irgendwie will sich für mich die Kombination von intelligentem und so filigran inszeniertem Metal und der platten Erotik leicht bekleideter Damen nicht erschließen. Zumal die Songs so oder so stark genug sind. Dennoch zweifelsfrei ein absoluter Pflichtkauf für alle Prog-Liebhaber.

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05.10.2013

"Am Ende isses immer Arbeit."

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2 Kommentare zu Devin Townsend Project - The Retinal Circus

  1. bangsley sagt:

    1 punkt abzug wegen titten? must totally suck being gay!

  2. Hans-Hubert sagt:

    Habt ihr auch schon von der zunehmenden Deppendichte im WWW gehört?