Dodenkrocht - The Dying All

Review

DODENKROCHT befassen sich auf “The Dying All”, wie der Titel bereits andeutet, mit der generellen Auslöschung von allem. Angelegt als Konzeptalbum, folgt die Band den letzten Schritten der sterbenden Rasse hin zum ewigen Grab. Gott ist stumm, alles stirbt und der einzige Name, der am Ende übrig bleibt, ist Tod (”And His Name Was Death”).

DODENKROCHT liefern den Soundtrack zur Post-Apokalypse

In den Metal Archives sind DODENKROCHT als Black Metal gelistet, der Promozettel wirft noch Funeral Doom in den Genrering. Black Metal verstehen DODENKROCHT als Möglichkeit, einen verzweifelten Nihilismus zu vertonen, den sie durch die Kombination mit den Doom-Elementen noch weiter in die Hoffnungslosigkeit pushen. Es gibt keinen Lichtblick auf dieser Platte und keinen Ausweg. Es gibt nichts als den letzten Weg der sterbenden Kinder der Menschheit, unaufhörlich in den Abgrund hinein.

„The Dying All“ ist grau und trist…

Musikalisch werden hier große Gitarrenwände aufgetürmt, die einen förmlich erdrücken und immer tiefer in die Dunkelheit dieser Platte hinabziehen. Vor dem inneren Auge tun sich die trostlos-tristen Landschaften der Postapokalypse auf, wo einem niemand mehr Hoffnung vermitteln kann, weder Gott (”God Never Spoke”) noch der Abgrund, auf den wir alle zurasen (”And The Abyss Was Silent”).

Ein Album wie dieses hat keine intrikaten Soli oder hochtechnische Spielereien, aber das braucht es auch nicht. Was DODENKROCHT hier vor allem abliefern, ist wahnsinnig viel Atmosphäre. Der Gesang wird zu einem weiteren Element in dieser unerbittlichen Wand aus Verzweiflung und ist insofern die meiste Zeit im Modus des hohen Keifens unterwegs, wobei neben den Lyrics auch allerlei wortlose Schreie und Krächzer losgelassen werden.

…und damit vielleicht zuviel des Guten

Herzstück und Höhepunkt der Scheibe ist sicher “And The Abyss Was Silent”, ein zehnminütiger Trip direkt ins Zentrum des Nichts, der nach etwa drei Minuten mit dem Text durch ist und die restliche Zeit damit verbringt, über dem Riffteppich wortlos kreischend zu leiden. Ein Song, bei dem es einem kalt den Rücken runterläuft. Leider haben DODENKROCHT aber spätestens nach dem Titeltrack endgültig ihr Pulver verschossen und die permanente, ausweglose Negativität läuft sich einfach tot (man möge das Wortspiel verzeihen).

Und sein Name war Tod

“The Dying All” ist unzweifelhaft am Stärksten, wenn man sich in der richtigen Atmosphäre mit Kopfhörern hinsetzt und sich für diese Reise durch die finalen Momente der Menschheit wirklich Zeit nimmt. Schlussendlich fehlt dem Album das gewisse Etwas, das DODENKROCHT benötigen würden, um sich aus dem schwarzen See voller verzweifelter Black- beziehungsweise Black-/Doom-Alben herauszuheben, von denen es gerade in letzter Zeit doch einige gibt. Wer nicht genug bekommen kann von atmosphärischer Musik, die einen abholt, wenn man sich darauf einlässt, kann aber guten Gewissens zuschlagen.

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20.11.2020

Mary had a little lamb, its fleece was black as coal. When Mary went to bed one night, it ate her fucking soul.

Der metal.de Serviervorschlag

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