Doombringer - Walpurgis Fires

Review

DOOMBRINGER entzünden auf ihrem zweiten Longplayer die „Walpurgis Fires“ und bewegen sich nach wie vor in der Schnittmenge zwischen Death und Black Metal. Dabei schlägt das Pendel mal eher Richtung Tod und mal mehr Richtung Schwarz aus.

Und eines wird schon bei den ersten Takten klar, DOOMBRINGER machen keine Mucke für Schöngeister. Freunde sauberer und glatt gebügelter Produktionen werden bei „Walpurgis Fires“ garantiert nicht auf ihre Kosten kommen. Die Scheibe rumpelt und scheppert doch sehr roh und urwüchsig durch den Untergrund und geht damit soundtechnisch eher Richtung gutes Demo. Ist aber sicher genauso gewollt. Und dennoch oder vielleicht sogar gerade deshalb strahlt sie schon eine Art dunkle Faszination aus.

DOOMBRINGER wissen zu gefallen, aber nicht zu begeistern

Aber, und damit wären schon bei einem gewichtigen Manko, man muss sich auf die Details „dank“ der Produktion schon ziemlich konzentrieren. Dabei gibt es sie durchaus in Form von disharmonischen Elementen („Sworn To Malice“), feinen dezenten Harmonien („Samhain Melancholia“) oder gar gelungenen Soli („Briceia Chants The Spells“). Aber leider killt das Verwaschene doch so manche weitere sicherlich vorhandene Facette.

Und so kann man einen Kritikpunkt des Kollegen Möller zum 2014er Debüt „The Grand Sabbath“ nicht von der Hand weisen: Es mangelt irgendwie an den wirklich packenden Momenten. Die eine oder andere beschwörend rituelle Prise wie in „Agenda Del Aquelarre“ oder auch die durchaus gelungenen schrägen Momente in „Walpurgis“ reichen über die komplette Albumdistanz einfach nicht aus. Die löbliche Ausnahme bildet ganz klar „Samhain Melancholia“. Hier gelingt es DOOMBRINGER richtig gut, ihre angeschwärzte Mucke mit uraltem Finnen-Death und in Ansätzen sogar TORCHURE zu kombinieren. Und noch einen positiven Aspekt muss man unbedingt anführen. „Walpurgis Fires“ hat schon einen gewissen positiven Nervfaktor. Die Scheibe geht einem also irgendwie manchmal leicht auf die Ketten, aber man bleibt trotzdem dran.

Das Walpurgisfeuer brennt noch nicht wirklich, es schwelt eher

Die Jungs sind also durchaus abwechslungsreich und immer etwas schräg unterwegs, aber alles in allem fehlt halt irgendwie das gewisse Etwas. Gute Ansätze sind bei DOOMBRINGER absolut vorhanden, das Grundkonzept steht und passt auch im Großen und Ganzen. Aber nun muss man den nächsten Schritt machen, wenn man nicht „Unter ferner liefen“ einsortiert werden möchte.

DOOMBRINGER können ganz sicher was, zeigen aber leider noch nicht alles. Da werden die Jungs wohl in allen Belangen noch eine Schippe aufs Walpurgisfeuer schmeißen müssen, sonst bleibt es am Ende nur ein Schwelbrand. Der sticht zwar durchaus in der Nase, zündet aber eben nicht so richtig.

16.03.2019

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