Entombed - Morning Star

Review

Galerie mit 17 Bildern: Entombed A.D. - Rockharz Open Air 2016

Im christlichen Kosmos symbolisiert der Morgenstern häufig die Hoffnung, zumeist verbildlicht durch Jesus Christus. Vor gut zwanzig Jahren – genau genommen zum 03.09.2001, dem Release-Datum von „Morning Star“ der schwedischen Medaille der Marke ENTOMBED mit wortwörtlicher Doppelseite, nahmen Hörer das Prinzip Hoffnung zur Hand. Die eine Seite dürfte inzwischen schon verzweifelt, der Aufgabe nahe, auf eine Rückkehr zu den alten Death-Metal-Tagen erwünschen, während das Quartett mit ihren Neuwerken auch neue Interessenten an Land zog. Letztendlich war das siebte Album keine Überraschung, mehr eine Verfestigung des bekannten Weges, aber auch ein erhöhter Reifegrad innerhalb der frischen Ausrichtung.

Gewitterstart für „Morning Star“…

Zwar hat zu diesem Re-Release Magnus Lindberg in seinen Redmount Studios (CULT OF LUNA, ALCEST u.a.) zur Feinjustierung des Sounds Hand angelegt, allerdings deutet „Chief Rebel Angel“ selbst in seiner Original-Soundauskleidung auf eine handfeste Überraschung hin. Nicht weil die stilistische Ausrichtung des Songs eine besondere Offenbarung für ENTOMBED dieser Tage gewesen wäre, sondern da man hier vielleicht mit dem stärksten Stück dieser Ära an den Start geht. Auch das folgende „I For An Eye“ ist mit seinem tonnenschweren Groove und einem wahnsinnig stark aufgelegten Lars-Göran Petrov ein absoluter Qualitätsnachweis.

Wermutstropfen für alle ENTOMBED-Fans der ersten Stunde bis zu diesem Zeitpunkt: Auch „Morning Star“ ist soweit von klassischem Todesblei entfernt, dass man ohne die Kenntnis von „Left Hand Path“ oder „Clandestine“ beim Hören dieses Albums nie darauf käme, diese Band gemeinsam mit DISMEMBER oder GRAVE zu nennen. Im weiteren Verlauf, insbesondere im zweiten Teil, rücken die Schweden dann häufiger vom mittlerweile bekannten Rezept aus deftigen Groove-Monstern mit einem Hauch Düster-Bemalung ab und lösen die Ketten.

…dem aber etwas die Luft ausgeht

„About To Die“ ist zum Beispiel eine hervorragende Thrash-Nummer mit SEPULTURA-Vibes. Andere Stücke wie „Young Man Nihilist“ könnten auch auf einer entsprechenden Crossover-Veröffentlichung mit klassischen Wurzeln Platz finden. Nichtsdestoweniger gelingt es ENTOMBED nicht, auch nach der Abnahme jeglicher Scheuklappen, hier restlos zu begeistern – und das weil manche Parts, gerade gegenüber den beiden Firestartern, relativ belanglos und austauschbar daherkommen.

Zusammenfassend ist „Morning Star“ ein gutes Album, dass Nostalgiker einmal mehr enttäuschen wird, aber auch qualitativ nicht an frühere Erfolge heranreicht. Immerhin hat es dann doch ein paar ganz heiße Momente dieser Schaffensphase zu bieten.

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14.10.2022

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