Entombed - Clandestine

Review

Unter "Blast From The Past" erscheinen jeden Mittwoch Reviews zu Alben, die wir bislang nicht ausreichend gewürdigt haben. Hier gibt es alle bisher erschienenen Blast-From-The-Past-Reviews.

Galerie mit 17 Bildern: Entombed A.D. - Rockharz Open Air 2016

Die Platte ist schon ein paar Jährchen alt, genauer macht sie bald die 30 voll, aber bislang gibt es hier noch kein Review. Schande über unsere Häupter und schnellste Zeit, das zu ändern und in die Annalen des Schwedentods mit ENTOBMEDs „Clandestine“ zu gehen in unserem Blast from the Past!

Auf „Clandestine“ gibt es den singenden Drummer

Auf „Clandestine“ hatte sich Fronter L.G. Petrov, der Deibel hab ihn selig, schon bereits wieder verabschiedet. Allerdings nur für kurze Zeit, denn „Clandestine“ ist in der gesamten Diskographie tatsächlich das einzige Album ohne den charismatischen, letztens verstorbenen Frontmann. Das heißt, Nicke Andersson musste einen fehlenden Posten ausfüllen. Damit reiht er sich in die Riege vieler „singender“ Drummer im Metal ein: Proscriptor bei ABSU, Brann Dailor von MASTODON, Chris Reifert von AUTOPSY, um nur einige zu nennen. Fazit: Vielleicht nicht ganz so erinnerungswürdig wie LG, aber in Sachen Aggression, Abwechslung und Abartigkeit hält er doch schon mit. Ach ja, Anteil am ikonischen Songwriting hatte er auch hier und da.

Am Rest der Musik wurde beim Zweitling relativ wenig geschraubt, noch immer gibt es HM-2 Sound auf die Ohren, Groove-Planierraupen wie „Sinners Bleed“, aber auch das atmosphärische „Crawl“ oder Rausschmeißer „Through The Collonades“ zeigen bereits, dass die noch eher punkig angehauchten ersten Gehübungen vom Debüt zugunsten diversifizierten Songwritings größtenteils abgelegt wurden. Das gibt „Clandestine“ einen weniger ungestümen, aber dafür umso düsteren Touch. Auch die Songlängen wurden ein wenig angezogen, verglichen mit dem Vorgänger. Das lässt mehr Zeit für schöne Midtempo-Massagen der Riffs, aber auch den ein oder anderen kleinen Schlenker, der Platz für finstere Samples, Tempowechsel, Soli oder Breakdowns liefert. Das mit einem Shuffle aufspielende „Evilyn“ ist ein tolles Beispiel dafür, welches in Ansätzen schon die Death’n’Roll-Entwicklung auf späteren Alben anteasert, auch „Stranger Aeons“ geht teilweise mit neuen Ideen in diese Richtung für ENTOMBED.

ENTOMBED lassen sich auf dem Zweitwerk ein bisschen mehr Zeit

ENTOMBED lassen sich also verglichen mit den punkigen Zwei- bis Vierminütern vom direkten Vorgänger ein wenig mehr Zeit, wird der Titelsong „Left Hand Path“ mal ausgeklammert. Im Grunde steht genau jener nämlich für das, was auf „Clandestine“ kompositorisch folgen sollte: Ausgearbeiteter, weniger schnell, aber immer noch ein hundsgeheimer und finsterer „Tractor-harvesting-Souls-In-Hell“-Sound. „Clandestine“ ist der zweite Punch im Doppelschlag der beiden ersten Alben dieser schwedischen Legende und hat aus diesen Gründen bis heute die Klassiker der Band fest in der Live-Setlist mit drin. Ob nun „Clandestine“ oder „Left Hand Path“ bevorzugt wird, ist ein wenig Erbsenzählen bei nahe an der Perfektion kratzenden Alben, die ein ganzes Genre geprägt haben. Hast a bissl mehr Lust auf was ungestümes, kommt „Left Hand Path“ auf den Plattenteller, will man lieber in einer finsteren Atmosphäre schweben, die „Clandestine“. Dieser Sound wurde oft kopiert, selten erreicht und zieht bis heute unzählige Kopierer nach sich. So wie sich das für echte Epigonen eben gehört.

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12.05.2021

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8 Kommentare zu Entombed - Clandestine

  1. blackthrash sagt:

    ne klare 10, wie der Vorgänger!

    10/10
  2. nghizhidda sagt:

    Damals rauf und runter gehört und heute auch noch ab und an am Zug, immer in voller Länge. Daher ne glasklare 10. Die bösartige Atmosphäre ist einfach gigantisch und zieht einen voll rein.

    10/10
  3. Wigrid sagt:

    Absoluter Klassiker! Die ersten drei Alben verdienen alle ne 10!

    10/10
  4. redrider sagt:

    Absoluter kracher das album! -hört sich heute noch genauso heavy an wie damals!

    10/10
  5. Hail Grishnakh sagt:

    Kann ich Ehrlicherweise garnicht viel zu sagen… Kenn nur die Left Hand Path was zweifelsohne ein Wegweisendes Album für den Death Metal gewesen ist. Mich haben die Amis (Deicide, Death, Morbid Angel) aber mehr mitgenommen und begeistert, weswegen ich die ganzen schweden klassiker von Entombed, Grave, Unleashed usw. bis heute nicht so recht wahrgenommen habe.
    Muss ich unbedingt nachholen und steht auf der Liste ganz weit oben…

  6. Schraluk sagt:

    Absoluter Klassiker und unbedingt in den Top 10 der besten Death Metal Scheiben aller Zeiten🤘

    10/10
  7. Stein des Thor sagt:

    Wie bitte? Nur 9/10 Punkten???
    Die Clandestine ist ein Referenz-Album des schwedischen Death Metals. Wenn nicht sogar DAS Referenz-Album. Mega geil, mega intensiv, mega atmosphärisch, mega Kompositionen, und heavy as fuck…
    Entombed waren in den 90ern mein erstes Death Metal-Live-Erlebnis, und das war das einzige mal in meinem Leben dass mein Kinn im Stehen fast den Boden berührt hat…
    Hier sollte wirklich jeder Metaller niederknien. 10 von 10 Punkten. Und das nur, weil 11 nicht geht.
    Skål!

    10/10
  8. xXx-Oimel-xXx sagt:

    Ich vergöttere die „Left Hand Path“ und verehre „Clandestine“ abgrundtief. Ersteres Album bekommt 12 Punkte, wohingegen „Clandestine“ auf 11 von 10 Punkten kommt.
    Dieser viehische Gesang, der mich streckenweise an Pete Steele zu CARNIVORE Zeiten erinnert, ist einfach genial.
    Volle Punktzahl…alles andere wäre untertrieben.

    10/10