Eschaton - Isolated Intelligence

Review

Nachdem die Österreicher ESCHATON – die Nachfolgeband von DOMINUS SATANAS – mit ihrer EP „An Instrument Of Darkness“ vor zwei Jahren bereits einen kleinen Vorgeschmack auf das damals noch für 2011 angepeilte neue Album veröffentlichten, das Releasedatum desselben dann aber doch wieder verschoben wurde, steht es seit März 2012 nun endlich in den Regalen: Das neue Werk des Vierers aus Linz, getauft auf den Namen „Isolated Intelligence“. Schon auf ihrem Debütalbum „GodMode“ von 2004 machten ESCHATON dabei klar, dass das bloße Bedienen der engen Genregrenzen dessen, was oft so schön „True Black Metal“ genannt wird, seit der Umbenennung der Band nicht mehr dem eigenen Konzept entspricht: Typische Muster wurden aufgerissen, mit einer leicht experimentellen, eigenständigeren Note versehen und die Necro-Texte der DOMINUS SATANAS-Demos wichen einem durchdachteren Konzept.

Dieser offenere Kurs wurde nun auch auf „Isolated Intelligence“ weitergefahren: Mit fünf Songs in einer guten Dreiviertelstunde Spielzeit sollte klar sein (bzw. zu hoffen sein), dass hier nicht nur auf Standardriffing gesetzt wird. Stattdessen überschreiten ESCHATON auch hier die engen Grenzen des Black Metal (wie auch der Titel des Openers, „Transcending Satanism“, andeutet), ohne jedoch – und hier liegt die wirklich interessante Seite des Albums – wie momentan so viele andere Bands Einflüsse aus dem Post Rock oder anderen Genres die Überhand nehmen zu lassen. (Bevor das falsch verstanden wird: Auch dagegen ist von meiner Seite aus nichts einzuwänden, aber es muss ja auch nicht immer.) Nein, das Riffing auf „Isolated Intelligence“ ist immer noch deutlich schwarz gefärbt, kalt und atmosphärisch, aber eben ergänzt durch progressive Elemente, durch ruhigere Passagen, die für ein gutes Maß an Dynamik sorgen, durch Death-Metal-Anleihen und ein akzentuiertes Schlagzeugspiel, die in Kombination auch mit der druckvollen Produktion für einen angenehmen Groove sorgen, ohne aber die nötige Kälte vermissen zu lassen. Dass die relativ komplexen Strukturen an manchen Stellen durch eingängige Passagen aufgelockert werden (siehe zum Beispiel den Titelsong), wirkt hier weder verweichlichend noch inkonsequent, sondern gerade diese immer mal wieder eingestreute Eingängigkeit ist das, was „Isolated Intelligence“ noch den letzten Meter zum hohen Wiedererkennungswert gehen lässt.

Zwar sind nicht alle Riffs auf dem Album ganz große Knaller, sondern teilweise eben auch schon dagewesen bzw. ein bisschen zahnloser als andere auf „Isolated Intelligence“, aber trotzdem haben ESCHATON mit ihrem neuen Werk ein Album geschaffen, dem es gelingt, das enge Korsett des Oldschool Black Metal auszuziehen, aber trotzdem noch unverkennbar und unverwässert als Black Metal durchzugehen. Insofern: Aufgeschlossene Gemüter sollten sich dieses Album auf die ‚Mal antesten‘-Liste schreiben, auch wenn bezogen auf das Riffing an manchen Stellen letztlich noch ein bisschen vom gewissen Etwas fehlt.

15.06.2012

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