Eva Under Fire - Villainous

Review

Galerie mit 22 Bildern: Eva Under Fire - Day Of Destiny Tour 2023 in Berlin

Die fünf Detroiter Alternative-Rocker EVA UNDER FIRE veröffentlichen nach dem Independent-Album “Anchors“ in 2015 und ihrem ersten Studioalbum “Love, Drugs & Misery“ in 2022 nun ihr zweites offizielles Studioalbum “Villainous“. Thematisch begeben sie sich darauf in die Gefilde der Bösewichte, wobei diese in Form menschlicher Abgründe wie Ängste, Sorgen und Traumata verpackt daherkommen. Hierbei ist es nicht ganz unpraktisch, dass Frontfrau Amanda Lyberg ausgebildete Therapeutin ist und sich mit solchen Themen bestens auskennt.

“Villainous“ der Titeltrack mit passenden Villain-Video

Starter “Awakening“ holt den geneigten Zuhörer direkt ab und zeigt, dass die Band soundtechnisch in härtere, jedoch durchweg weiterhin höchst melodische Gefilde vorgestoßen ist. Ähnlich geht es mit “My Own Name“ und “Survive My Scars“ weiter, bis es zum ersten Highlight des Albums kommt: der Titeltrack “Villainous“. Der Song trumpft nicht nur mit einem äußerst gelungenen Gastbeitrag der Sängerin Maria Brink von IN THIS MOMENT auf, sondern auch mit einem echt coolen Superhelden bzw Supervillain-Video. Da geraten der fette Sound und der Ohrwurmcharakter fast ein bisschen zur Nebensache.

Doch auch sonst bietet das Album noch allerhand erfreuliches für die Ohren. Die Midtempo-Nummer “Hello Hollow“, in der Frontfrau Amanda den Tod ihres Vaters verarbeitet, senkt kurzfristig zwar das Tempo, jedoch keinesfalls die Intensität, die EVA UNDER FIRE mit ihrer Musik transportieren. “Murder Scene“ befasst sich mit dem Gefühl, innerhalb der Unterhaltungsbranche keine Person mehr zu sein, sondern nur noch ein Körper, der funktionieren muss, wobei sich die Lyrics auch auf andere Lebensbereiche übertragen lassen. Das spritzige “Teeth“ zeigt der Schönheitsindustrie frech die Zähne. Der Rausschmeißer “A Violent End“ ist genau das, ein brachiales Finale eines sowohl musikalisch als auch thematisch vielschichtigen Albums mit ordentlich Ohrwurmpotenzial.

EVA UNDER FIRE feuern aus allen Rohren

Mit “Villainous“ ist dem Detroiter Quintett ein erfreulicher dritter Streich gelungen. Musikalisch darf man im sehr gut produzierten Klanggewand schwelgen, thematisch gibt das Album Stoff zum Nachdenken – wenn man möchte. Zwar ist nicht jeder Song ein Volltreffer, so geht der Scheibe gerade hinten raus mit Songs wie “Gasoline“ oder “Safe Word“ ein bisschen die Luft aus. Trotzdem ist das Gesamtergebnis ein rundes, das Spaß und Lust auf mehr macht.

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05.07.2026

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