FAQ - Whitechapel

Review

Es gibt Bands, die begleiten einen zwar mehr oder weniger fast das gesamte musikalische Leben, fallen dabei jedoch nicht weiter auf und existieren brav fernab eingesessener Szenegrößen. Bestes Beispiel hierfür sind FAQ aus der Schweiz, die sich bis 2002 unter dem Namen CARPE DIEM ihre musikalischen Hörner abstießen und seitdem unter FAQ ein bescheidenes und spätestens nach dem richtig gelungenen 2005er-Album „Is Pornography Art?“ leider auch unterschätztes Dasein in der Elektrolandschaft führen.

Dies liegt mit Sicherheit auch daran, dass seit „Is Pornography Art?“ vier lange Jahre ins Land gehen mussten, bis mit „Whitechapel“ nun endlich der Nachfolger fertig ist. „Whitechapel“ präsentiert sich dabei als Konzeptalbum, das sich inhaltlich mit dem guten alten Jack the Ripper auseinandersetzt – ein Blick auf die Lyrics ist in diesem Fall durchaus lohnenswert und offenbart für Interessierte vielleicht eine neue Perspektive auf dieses ewig aktuelle und faszinierende Thema. Musikalisch beginnt das Album sehr vielversprechend: Songs wie „Birth Of The 20th Century“, „Grapes“ und „Ten Bells“ überzeugen mit starker Melodieführung, intensiven Vocals und schließen somit nahtlos an das letzte Album an. Genretechnisch bewegen sich FAQ dabei erneut im Grenzbereich zwischen Elektropop und einem Hauch Wave-Pop, sind daher durchaus mit Bands wie MESH oder IRIS zu vergleichen. Ist man bis zum fünften Song noch frohen Mutes, es hier mit einer richtig gelungenen Scheibe zu tun zu haben, folgt ab „Dear Boss“ die umgehende Ernüchterung. „Whitechapel“ erfährt ab diesem Zeitpunkt einen sensationellen Qualitätseinbruch: Alles, was die ersten Songs noch auszeichnete, geht fortan verloren. Die Songs entpuppen sich entweder als nervig & schräg („Dear Boss“) oder als nervig & ungestüm („The 4th Dimension“, „Merrick“, „Miller’s Court“) – vor allem aber als „nervig“. Die Vocals krächzen und jaulen eigentlich nur noch mehr oder weniger durch die Gegend und vor allem auch die im ersten Teil des Albums so gelungenen synthielastigen Melodiebögen sucht man vergebens. Stattdessen röhren hier meines Empfindens nach zu sehr die düsteren Gitarren, das Album wirkt daher auch als Gesamtes betrachtet sehr unharmonisch und strukturlos – auch wenn vielleicht genau dies im Rahmen des Albumskonzepts vielleicht so gewollt war.

Schade – „Whitechapel“ ist somit trotz der interessanten und komplexen Thematik sowie eines überzeugenden Auftakts ein Album mit zwei Seiten, von denen nach dem letzten Song leider tendenziell die „dunkle Seite“ überwiegt…

24.08.2009

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