Fjoergyn - Terra Satanica

Review

Galerie mit 23 Bildern: Fjoergyn auf dem Summer Breeze Open Air 2017

Just haben FJOERGYN ihr neues, fünftes Album für Herbst 2016 angekündigt. Vorher jedoch bringen die thüringischen Epic/Avantgarde Black Metaller einen kleinen Vorgeschmack in Form der EP „Terra Satanica“ heraus. Darauf sind auf der A-Seite mit dem Titeltrack und „Ison14“ (feat. Dirk Zöllner, b deutung und Shir-Ran Yinon) zwei neue Songs enthalten. Die B-Seite besteht aus dem bereits seit Weihnachten bekannten GEORGE DAVID WEISS-/BOB THIELE-Cover „What A Wonderful World“ sowie „Ernte im Herbst“, dem Titelsong des Debütalbums von FJOERGYN, in der sogenannten „Quiet World Version“ (ebenfalls feat. b deutung und Shir-Ran Yinon).

FJOERGYN – Neuanfang 2016?

Als erstes fällt beim Genuss der „Terra Satanica“-EP auf: FJOERGYN zeigen sich anno 2016 nicht rundum, aber doch einigermaßen erneuert. Die Trademarks der Band sind geblieben, aber FJOERGYN lassen es avantgardistischer angehen und legen den Schwerpunkt klanglich eher auf Keyboard-Elemente denn auf die klassische Metal-Instrumentierung. „Terra Satanica“ ist dabei ein wuchtiger, harter Einstieg, wobei der Sound der EP dem Material – wohl mit Absicht – einen Teil seiner Wucht nimmt: FJOERGYN machen es ihren Hörern nicht einfach, sie wollen ihre Aufmerksamkeit, sie wollen sie zwingen, genau hinzuhören, „easy listening“ und Genuss von Härte und Aggression war gestern. FJOERGYN 2016 wollen etwas anderes.

Das beweist spätestens der zweite neue Track, „Ison14“: Der beginnt ruhig mit Streichern, heulenden Tierstimmen und schließlich, nach über einer Minute, mit einem langsamen, schleppenden Einstieg der Gitarren. Im Mittelteil wird das alles zurückgenommen, Akustikgitarre und ein krude Rhythmen spielendes Schlagzeug unterlegen den Gesang. Im weiteren Verlauf gesellen sich die sinfonischen Keyboard-Elemente wieder dazu und steigern sich immer weiter bis in den furiosen Höhepunkt, bevor der Song doch wieder auf einer ruhigen Note endet.

„Terra Satanica“ – Auch die B-Seite gehört dazu!

Die beiden Stücke der B-Seite bestätigen dann den Eindruck, den die zwei neuen Songs der A-Seite von „Terra Satanica“ hinterlassen haben: Es wäre ein leichtes gewesen, GEORGE DAVID WEISS‘ und BOB THIELEs Klassiker „What A Wonderful World“ in eine metalmassenkompatible, harte Variante mit leichtem Augenzwinkern umzuschreiben. Aber FJOERGYN 2016 machen es anders: Ihre Version des Songs ist zurückgenommen schwarzmetallisch, mit nur im Höhepunkt auftauchenden episch-sinfonischen Elementen, dafür mit einem zynischen Unterton. (Wer das dazugehörige Video – siehe unter der Review – gesehen hat, der weiß, wie diese Cover-Version gemeint ist.) Auch die ruhige Neuinterpretation von „Ernte im Herbst“ ist pointiert, anders – man muss hinhören, man muss sich konzentriert darauf einlassen, dann entfaltet sie sich.

Ein Experiment? Jein!

Das gilt für alle vier Stücke der „Terra Satanica“-EP, und damit machen FJOERGYN klar: 2016 ist das Jahr, in dem sie nicht einfach nur ein neues Album herausbringen wollen – sondern das Jahr, in dem sie ein Ausrufezeichen hinter ihr aktuelles Schaffen setzen werden. FJOERGYN klangen noch nie wie jede andere Band, aber auf „Terra Satanica“ klingen sie WIRKLICH anders. Das Teil ist sicherlich ein Experiment, aber ein gelungenes, und Dank der musikalischen Klasse der beiden neuen Stücke wäre es auch unangebracht, die EP nur auf ein Experiment zu reduzieren. Trotzdem muss man aufgeschlossen sein und sich auf das Gebotene einlassen, um an FJOERGYN 2016 heranzukommen. Aber: Es lohnt sich!

19.04.2016

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1 Kommentar zu Fjoergyn - Terra Satanica

  1. J sagt:

    Hey, kurze Bemerkung – Terra Satanica erschien nicht über Trollzorn laut Infos zur Platte. Eigenveröffentlichung.