Ghostheart Nebula - Ascension

Review

In einer Zeit, in der jeder die Möglichkeit hat, vorab in erste Songs reinzuhören bzw. nach Release sogar die ganze Scheibe bei Spotify und Co. zu streamen, passiert es natürlich seltener, dass zuallererst das Cover Artwork das Interesse an einer Platte weckt. Im Falle des Longplay-Debüts von GHOSTHEART NEBULA war dies aber mal wieder so, obwohl die Arbeit von Gogo Melone (AEONIAN SORROW) sicherlich hart an der Kitschgrenze kratzt. Dennoch macht das Cover schon relativ deutlich, was den Hörer auf „Ascension“ erwartet: Opulenter Death Doom, mal mehr in Richtung Melodic Death, mal eher in Richtung Funeral Doom ausscherend. Ob der Inhalt mit der schönen Schale mithalten kann?

GHOSTHEART NEBULA – Finnland-Fans aus Italien

Der Beginn des Albums macht direkt deutlich, dass sich die Bandmitglieder und vermutlich allen voran Mastermind NИ – aka Nicola Magistro – statt nach dem heimatlich sonnigen Italien eher nach kalten finnischen Seenlandschaften sehnen. Machen wir uns nichts vor, GHOSTHEART NEBULA klingen exakt nach einer Mischung aus SWALLOW THE SUN (in den doomigen Momenten) und INSOMNIUM (man höre nur einmal das Hauptthema aus „Chrysalis“). Das Gesamtpaket wird abgerundet durch eine Extraportion Epik, abgemischt von keinem geringeren als Øystein G. Brun (BORKNAGAR), der vielleicht auch nicht unbedingt für einen natürlichen Drumsound steht, der „Ascension“ leider doch ziemlich abgeht.

Natürlich klingt das jetzt negativer, als die Platte tatsächlich ist, denn letztlich haben die Italiener ein hervorragendes Gespür für getragene Melodien, die Songs auch über genretypisch lange Spielzeiten interessant halten können. Während in der ersten Albumhälfte die beiden eingängigen und vergleichsweise knackig kurzen Nummern „Chrysalis“ und „Hikikomori“ schnell hängen bleiben, wird es dann vor allem im dreiteiligen namensgebenden Epos so richtig interessant.

Nicht nur packt Fronter Maurizio Caverzan hier noch eine ordentliche Schippe drauf und zeigt, dass er neben Standard-Death-Metal-Growls und tiefem Grabesgegurgel auch garstige Black-Metal-Raserei beherrscht. Auch Gogo Melone, die neben dem gelungenen Artwork in „Ascension Pt. I: Cosmic River“ zusätzlich noch Vocals beisteuert, kann mit ihrer dramatischen Performance überzeugen, wiederum ohne die Kitschgrenze vollends zu überschreiten. Vor allem der leicht orientalische Touch in den Strophen schafft eine ungewohnte aber stimmige Variation.

Erfreulicherweise versucht der zweite Teil die Wall Of Sound des Vorgängers nicht zu kopieren, setzt dafür wieder mehr auf Melancholie und kann mit einer geradezu herzzerreißenden Gitarrenmelodie abräumen – einige Längen haben sich aber auch eingeschlichen. Der dritte Part braucht zwar ziemlich lange um in Gang zu kommen, bekommt mit einem ordentlichen Schuss Dramatik und Verzweiflung aber doch noch die Kurve in Richtung gelungener Abschluss.

Gelungenes Debüt mit Luft nach oben – „Ascension“

Vor allem Doom-Liebhaber die sowohl etwas moderneren Sound als auch eine gehörige Portion Epik nicht scheuen, kommen auf „Ascension“ voll auf ihre Kosten.

Größter Kritikpunkt, neben dem etwas zu klinischen Sound und den verdächtig nach Computer klingenden Drums dürfte wohl die Spieldauer sein, die mit etwas über einer Stunde einfach zu lang ausfällt. „The Cage“ könnte eigentlich als Ganzes entfallen, da der Song die Platte in keiner Beziehung weiter bringt. Der in sich zwar gelungene aber auch etwas zu ausladende Dreiteiler zum Abschluss hätte ebenfalls etwas strafferes Songwriting vertragen können.

Ansonsten ist „Ascension“ besonders für ein Debüt durchaus gelungen, besonders für Fans von Finnen-Doom unbedingt empfehlenswert. Luft nach oben ist natürlich noch vorhanden, aber das ist ja für eine zukünftige Entwicklung von GHOSTHEART NEBULA vielleicht gar nicht unbedingt von Nachteil.

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11.09.2021

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