Hetroertzen - Flying Across The Misty Garden

Review

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Mein erster Eindruck des quasi Debut „Flying across the misty garden“ der Südamerikaner HETROERTZEN war eigentlich recht positiv. Einfach strukturierte Songs ohne großartige Auschmückungen und grimmige Vocals weckten Erinnerungen an Black Metal Kollegen wie IMMORTAL, DARKTHRONE oder Setherial. Geschickt setzen die Jungs über kurze Strecken die monotone Wirkung des Schlagzeugs ein, um zur selben Zeit die Gitarre verheißungsvoll düstere Melodiebögen langsam und wüst aufbauen und vernichten zu lassen, während Kaeffel mit grimmiger Tonlage Szenarien aus vergangener Zeit ergänzend – und beeindruckend gut – in das Soundgewand einpasst. Fast wünschte ich, ich hätte es beim ersten Eindruck belassen.

Während die CD bei anfänglichen Durchläufen noch durch ihre interessanten und düsteren Songs zu begeistern wusste, ließ der Genuß über weite Strecken bald nach. Nicht, dass mir die Scheibe langweilig geworden wäre, weil sie nichts zu bieten hat; schließlich hat man mit kleinen elektronisch klingenden Intros, einigen abwechslungsreichen Breaks (wobei diese doch schonmal etwas holprig wirken) und herrlich gestimmten Gitarren (unter anderem bei dem überragenden „Nocturnal“) für Vielschichtigkeit gesorgt. Nein, vielmehr drängte sich mir immer beständiger die Befürchtung auf, dass die Songs sich nicht weiter entfalten werden. Während sich bei Scheiben der Szenegrößen wie von selbst eine bedrückende mystische Atmosphäre entwickelt, die den Zuhörer fesseln kann, bleibt es bei „Flying Across The Misty Garden“ bei hochklassigen Songs. Ich bin mir nicht sicher, warum die Stücke, zumindest bei mir, ihre Wirkung verfehlen.

Ein genauer Blick offenbart, dass, wenngleich das Album erst 2002 produziert wurde, die Lieder selbst aus unterschiedlichen Jahren stammen. So stammt das exzellente „Funeral“ beispielsweise aus dem Jahr 1993, während das ebenfalls gelungene „Garden Of Mist“ erst auf 1998 datiert – auch die musikalische Weiterentwicklung bietet mir hier also keine Erklärung. Ich könnte mir lediglich vorstellen, dass der Hang zur Melodie (schließlich startete man ursprünglich als Avant Gard Atmospheric Black Metal) die konsequente Umsetzung des jetzt propagierten Cold Grim Black Metal etwas behindert. Wie dem auch sei – HETROERTZEN haben auf ihrem Debut ein solides Stück Black Metal abgeliefert. Ausser dem guten Gefühl, das Debutalbum einer hoffnungsvollen Band in der Hand zu haben, erwarten den interessierten Hörer acht intensive Songs auf einer ordentlich produzierten CD mit textbedrucktem Inlay.

30.08.2002

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