Idle Hands - Mana

Review

Galerie mit 11 Bildern: Idle Hands - Nothern Ghosts Tour 2019 in München

Wer Anfang des Jahres bei der „Northern Ghosts“-Tour von GAAHLS WYRD und TRIBULATION rechtzeitig vor Ort war, kennt einen der heißesten Szenetipps womöglich bereits: IDLE HANDS aus Portland haben es innerhalb kürzester Zeit nicht nur geschafft, sich einen Plattenvertrag und einen Spot auf der Europatour des Black Metal-Großmeisters Gaahl zu sichern, sondern mit „Don’t Waste Your Time“ auch gleich noch eine der überzeugendsten EPs des Jahres 2018 abgeliefert. Den Titel der Scheibe nahmen sich die Jungs zu Herzen und so ging es nur vier Monate nach der Veröffentlichung ins Studio, um das Debütalbum „Mana“ einzuspielen. Ob das Quartett aus dem Nordwesten der USA auch mit seinem Erstling ganz oben mitmischen kann, erfahrt ihr hier!

„Mana“ – Nostalgie-Sound in neuem Gewand

Schon mit dem groovigen Opener „Nightfall“ wird deutlich: IDLE HANDS lassen sich in keine klar definierbare Genre-Schublade stecken. Ihr Sound, der für eine noch so junge Band unfassbar ausgereift klingt, vermischt Elemente aus dem klassischem Heavy Metal mit Dark Rock-Einflüssen und New Wave-Einschüben. Dabei liegt stets ein düster-melancholischer Schatten auf den Songs, der musikalisch nicht selten an britische Größe wie SISTERS OF MERCY oder JOY DIVISION erinnert – mit dem einzigen Unterschied, dass die Amerikaner nicht nur in Sachen Atmosphäre glänzen können, sondern zusätzlich auch was die härteren Töne auf „Mana“ betrifft, vollends überzeugen.

Und obwohl – oder womöglich gerade weil – sich durch „Mana“ ein klar erkennbarer roter Faden zieht, besticht jeder Song mit einer anderen Facette: „Cosmic Overdrive“ stampft sich mit seiner treibenden Rhythmik ins Herzen des Hörers, die erste Singleauskopplung „Give Me To The Night“ sorgt mit seinem Ohrwurm-Chorus für ordentlich Gänsehaut und der Überhit „Blade And The Will“, eingefleischten Fans bereits seit der EP bekannt, überzeugt mit seinen melodischen Hard Rock-Passagen so sehr, dass man die Nummer am liebsten in Dauerschleife hören würde. Kann man durchaus machen, damit würde man jedoch dem Rest von „Mana“ Unrecht tun.

Denn gerade gegen Ende der Platte wird es noch einmal richtig mitreißend: In „A Single Solemn Rose“ singt sich Frontmann Gabriel Franco nicht nur den Frust von der Seele, sondern schafft mit seinen Kollegen auch noch ganz nebenbei eine tieftraurige Hymne, die einem vor allem aufgrund des sehr persönlichen Textes unweigerlich das Wassser in die Augen treibt. Auch der Titeltrack „Mana“, krönender Abschluss der Platte, punktet mit der richtigen Mischung aus Emotionen und perfekt inszenierter Melodik, die sich besonders in dem ausgefeilten Gitarrensolo gegen Ende des Songs niederschlägt.

Idle Hands - Bandfoto 2019

Schwarze Roben, schwarze Gedanken: IDLE HANDS mögen es düster

IDLE HANDS – Das Debüt des Jahres?

„Mana“ ist fraglos eines der stärksten Debütalben der letzten Jahre. Von Gabriel Francos tiefem Gesang über das eindrucksvoll präzise Gitarren- Bass-, und Drumspiel bis hin zu den filigran ausgearbeiteten Songstrukturen passt hier wirklich alles! Die Platte ist grandios produziert und abgemischt, weist so gut wie keine Schwächen auf und berührt den Hörer Song um Song aufs Neue. Dass eine so junge Band es schafft, derart viel Gefühl in ihren Erstling zu stecken, ohne dabei auch nur ein einziges Mal in kitschige Gefilde abzugleiten, ist mehr als eindrucksvoll. Sollten IDLE HANDS diesen Kurs halten können, sind ihre Tage als kleiner Support-Act wohl gezählt. Größere Aufgaben warten bereits.

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07.05.2019

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11 Kommentare zu Idle Hands - Mana

    1. Blackshine sagt:

      Was eine geniale Scheibe! Direkt mal weiter suchten…

      9/10
  1. royale sagt:

    Hui, diesmal wird schon im Mai der Newcomer des Jahres vorgestellt! Danke metal.de

    10/10
  2. doktor von pain sagt:

    Habe die Band erst jetzt für mich entdeckt, aber besser spät als nie. Bewertung gibt’s noch nicht, da ich das Album jetzt erst bestellt und noch nicht komplett gehört habe.

  3. nili68 sagt:

    Ich schreibe hier nur aus Verwunderung, daß alle so begeistert davon sind. Das ist doch total langweilig. Nicht, weil es an Härte fehlt od.. ach egal. 😀

  4. BlindeGardine sagt:

    Hat der nili vermutlich wieder einen ganzen Song gehört. Nachdem ich bei youtube auf die Videos zu Songs von der EP gestoßen bin hatte ich auch erstmal Fragezeichen überm Kopf.
    Nachdem ich mir nun aber doch mal nen Ruck gegeben und das Album gehört habe kann ich den dezenten Hype schon ganz gut nachvollziehen. Die Mischung aus Gothic Rock und klassischem Heavy Metal in dieser Konsequenz durchgezogen hab ich tatsächlich so auch noch nicht gehört. Hat durchaus was Originelles und gefällt!

    9/10
    1. BlindeGardine sagt:

      Wobei mir die etwas zackigeren Nummern insgesamt besser gefallen, sowas wie „Dragon, why do you cry“ schrammt dann doch nur knapp am Schmalz vorbei.

    2. Nether sagt:

      „Die Mischung aus Gothic Rock und klassischem Heavy Metal in dieser Konsequenz durchgezogen hab ich tatsächlich so auch noch nicht gehört.“
      In Ansätzen ja schon. Die hören sich für mich an wie eine Mischung aus In Solitude und späteren Tribulation mit einem Schuss Beastmilk und dem Sänger von New Model Army.

      1. BlindeGardine sagt:

        Stimmt beides, wobei bei Tribulation halte die Vocals den großen Unterschied machen und hier und da ja doch noch leichte Spuren von Black/Death-Metal vorhanden sind. In Solitude kommt dem tatsächlich schon näher aber trotzdem finde ich bei Idle Hands dieses Goth-Rock-Feeling doch nocht etwas latenter.
        Könnte mir eine gemeinsame Tour der drei Bands aber durchaus gut vorstellen, wobei In Solitude ja leider übern Jordan sind.

    3. nili68 sagt:

      Ich hab‘ das Album komplett auf YT gehört. Zwar nur nebenbei beim Surfen, aber mich hat auch nichts davon aufhorchen lassen. Originell kann es sein, das sei denen gegeben. Wie auch immer.. 😉

      1. nili68 sagt:

        ..und das Lied hier ist noch eines der „besseren“, also bringt komplett hören rein gar nichts..