Ivenberg - Neither God Nor Satan

Review

Alle Achtung! Die EP der noch jungen Band IVENBERG knallt unerwartet blitzartig aus den Boxen und prescht zunächst in Windeseile durch den gelungen Opener „Thousand Kinds Of Slandering“, der von Anfang an überzeugt und sofort Lust auf mehr macht.

Klirrende Kälte und manische Melodieläufe, wie man sie von DARK FUNERAL oder DISSECTION kennt dominieren das Gitarrenspiel und auch die Rhythmusfraktion weiss ebenfalls sowohl in brachialen als auch in den bedächtigeren Passagen mit den beiden Flitzefingern mitzuhalten. Dazu ein kreischiger Gesang, der richtig schön fies klingt und sich problemlos in den zwar nicht ganz so druckvollen, aber dafür klaren und schneidigen Gesamtsound einfügt. Dafür dass die EP allerdings komplett in Eigenregie aufgenommen wurde klingt das infernale Feuerwerk schon recht amtlich und braucht sich nicht hinter Szenegrößen, die mitunter trotz großem Studio einen schlechteren Sound auffahren, zu verstecken. Abstriche gibt es allerdings bei der zweiten Hälfte der CD. Diese wurde bereits zwei Jahre zuvor aufgenommen und klingt qualitativ eindeutig schlechter als die ersten drei Stücke.
Neben bestialischem Black Metal Attacken bombardiert das Quartett den überraschten Hörer ebenso mit zermalmenden Mid-Tempo-Parts wie thrashigen Einlagen und selbst kurze akustische Intermezzi finden ihre Daseinsberechtigung. Das Songwriting ist über weite Strecken recht abwechslungsreich gehalten und erinnert manchmal sogar fast an NOCTE OBDUCTA oder an abgedrehte Rhythmusspiele á la SATYRICON, so dass sowohl Old School Schwarzmetaller als auch Avantgardisten gleichermaßen was geboten bekommen. Allerdings muss man auch hierbei erste und zweite Hälfte unterschieden, da die neueren Stücke etwas ausgereifter und abwechslungsreicher klingen. Bei den Liedern älteren Datums sind die raffinierten Einfälle zwar in Ansätzen auch schon erkennbar, aber insgesamt geht es hier noch weitaus brachialer bzw. eingängiger zu Gange.
Textlich bedient man sich zumindest den Titeln nach hauptsächlich der englischen Sprache, jedoch gibt es zumindest eine kurze Einspielung, bei der deutsche Texte verwendet wurden.

„Neither God Nor Satan“ kommt kompakt und kompromisslos daher und bietet eine gute halbe Stunde lang Energie geladenen und eigenständigen Black Metal. Vielleicht konnten dem Genre keine wirklich neuartigen Facetten hinzugefügt werden, aber IVENBERG verstehen es zumindest die unterschiedlichen Elemente, die der Black Metal bis dato zu bieten hat in anschaulicher Manier zu verknüpfen.

16.11.2006

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