Leviathan (SE) - Förmörkelse

Review

Der Bandname LEVIATHAN ist zweifelsohne nicht nur Szenekennern seit vielen Jahren ein Begriff. Die Mehrzahl der Bevölkerung wird ihn mit dem Ein-Mann-Projekt um Jef Whitehead und seinen depressiven Black Metal in Verbindung bringen. Das vorliegende Album stammt jedoch aus Schweden, wenngleich neben der Namensidentität auch Parallelen in der Musik vorhanden sind.

“Förmörkelse” erinnert an kurze, aber heftige Winterstürme

Gerade einmal achtzehn Jahre haben sich LEVIATHAN Zeit genommen, um ihr zweites Werk auf den Markt zu bringen. Dabei klingen die Songs allesamt schön verstaubt und man fühlt sich beim Hören um zwei Dekaden in die Vergangenheit zurückversetzt. Gleichzeitig setzt die Band in der Umsetzung auf eine edle Produktion.

Bereits mit dem Opener “Avgrundens Återske” wird an skandinavischen Black Metal in der reinsten Form erinnert, indem die Schweden routiniert auf Atmosphäre und pointierte Keyboards setzen. Angereichert wird das Arrangement mit keifenden Vocals und viel Reverb. Auch für das Komponieren von Melodien mit Unterhaltungswert ist sich die Band nicht zu schade. So fühlen sich Tracks wie “Svart” oder “Förbannelsen” mit einer Spieldauer von jeweils über sechs Minuten wie ein kurzer Schneesturm in den Südkarpaten an.

LEVIATHAN sind routiniert und modern, eiskalt und empathisch, geschmackvoll und lässig

Natürlich erfinden LEVIATHAN auf “Förmörkelse” das Rad nicht unbedingt neu. Vielmehr machen sie einen Ausflug auf einem längst eingerittenen, wilden Pferd und verpassen antiquierten Stilmitteln mit einer hervorragend klaren Produktion einen zeitgemäßen Look. Gleichzeitig glänzt das Songwriting mit gezielt eingesetzter Dynamik und so werden treibende Doublebass-Attacken nicht selten von einem groovigen Pre-Chorus hier und einem Picking-Mittelteil dort unterbrochen.

Für traditionsbewusste Black Metal-Freunde und möglicher Türöffner für Entdecker

Alles in allem hat sich das lange Warten also gelohnt. LEVIATHAN bieten mit ihrem Zweitling eine Menge Material, das nicht überrascht, das Ziel aber nicht verfehlt. Darüber hinaus eignet sich das Album mit seinem glasklaren Mastering sehr gut, um Black-Metal-Anwärter an frühe Werke des Genres heranzuführen.

11.10.2020

Der metal.de Serviervorschlag

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