Magnum - The Monster Roars

Review

Galerie mit 24 Bildern: Magnum - Rock Hard Festival 2019

Das Phänomen MAGNUM ist unaufhaltsam. 1972 gründen Tony Clarkin (Gitarre, Songwriting) und Bob Catley (Gesang), die inzwischen 75 bzw. 74 Jahre alt sind, in der Stahlmetropole Birmingham die Band und sie veröffentlichen immer noch im bemerkenswerten Zwei-Jahres-Rhythmus neue, hochkarätige Alben. Auch wenn die großen Klassiker der Band auf ewig “On A Storyteller’s Night”, “Wings Of Heaven” oder “Chase The Dragon” heißen werden, so ist doch beachtlich, welch starke Alterswerke MAGNUM in Form von beispielsweise “Princess Alice And The Broken Arrow” oder “On The Thirteenth Day” noch zu erschaffen vermögen. “The Monster Roars”, nunmehr Album Nummer 22, macht da keine Ausnahme und ist ein abermals gelungener und überzeugender Longplayer der Band.

MAGNUM sind am besten, wenn sie liefern, was alle wollen

Dabei gehören MAGNUM zu den Bands, deren Faszinosum darin besteht, dass der klassische Sound nicht ein einziges Mal geringfügig verwässert wird, gleichzeitig aber kein lauwarmer Aufguss oller Kamellen zu erwarten ist. So bewegt sich auch “The Monster Roars” nicht allzu weit weg von den guten Vorgängern “Lost On The Road To Eternity” und “The Serpent Rings” – stampfende, kernige Riffs; Bobs einzigartige Märchenerzähler-Stimme und Tonys sehnsuchtsvolle Melodien zählen ohnehin zum Markenkern der Band. Trotz düsterem Cover-Artwork gibt sich die Band so leichtfüßig wie zur “Vigilante”-/“Wings Of Heaven”-Zeit, nur eben im aktuellen Zeitgeist. Apropos Cover-Artwork: Dass dieses nun nicht von Rodney Matthews gemalt wurde, dürfte viele Fans schmerzen.

Entscheidend ist am Ende immer, wie treffsicher das Songwriting und seine Hooks sind. Nach nun exakt fünfzig (!) Jahren voller kreativer Highlights gelingt dies einem erfahrenen Musiker wie Tony Clarkin aber so spielerisch, dass man meinen könnte, für den Mann ist das so einfach wie Zähneputzen oder Schuhe binden. Er schafft es jedes Mal erneut, keinen Song wie einen zweiten klingen zu lassen. Der Auftakt des Albums ist dabei gewohnt stark und beginnt mit dem Titelsong eher verhalten, bevor sich das spannende, episch gehaltene “Remember” anschließt.

Herzerwärmend sind wie immer die Balladen “All You Believe In” und “Walk The Silent Hours”. Weitere Highlights und wunderbare Reminiszenzen an die erste Karrierehälfte von MAGNUM sind das von BobCat großartig vorgetragene “That Freedom Word”, das mit einem irrsinnigen Spannungsbogen versehene “Come Holy Men”, “Your Blood Is Violence” und die cineastische Romanze “I Won’t Let You Down”. Die AEROSMITH-artigen Bläser in der zweiten Single “No Steppin’ Stones” sind sicher Geschmackssache, zumal das erzwungen wirkende Party-Feeling nicht ganz zur Melancholie MAGNUMs passen will. Zumindest geht es im ähnlich gelagerten Rocker “The Day After The Night Before” besser auf.

“The Monster Roars” – Hits, Hits und noch mal Hits

Dass sich ein neues Album nach so vielen bereits veröffentlichten Tonträgern und Jahren im Geschäft immer noch so frisch, lebendig und kreativ anhört, ist keine Selbstverständlichkeit. Es bleibt nur zu hoffen, dass Tony Clarkin und Bob Catley noch viele Jahre in der Lage sind, uns solch einnehmende Musik zu schenken. Bis zum nächsten Album, an dem im Hintergrund gewiss schon wieder getüftelt wird, kann man sich nun immerhin 22 größtenteils gelungene bis großartige Bombast-Rock-Platten auflegen und in diesen wunderbaren Melodien ergeben.

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07.01.2022

Redakteur | Koordination Themenplanung & Interviews

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