Menhir - Ziuwari

Review

Warum kannte ich „Menhir“ bis dato eigentlich nur vom sagen hören und habe noch nie eins ihrer Tondokumente zu Ohren bekommen? Ehrlich gesagt wundere ich mich selbst darüber, schliesslich sind die Thüringer im Gewerbe der metallischen Ton-Schmiede-Kunst keine Neulinge mehr, sondern haben Anhänger des heidnischen Metals seit Beginn ihrer nun schon fast siebenjährigen Bandgeschichte mit bereits 4 Veröffentlichungen zutiefst erfreut, wenn man den Aussagen auf ihrer Home Page glauben schenken darf. Und wenn ich den Klängen „Ziuwari’s“ so lausche, besteht einfach kein Zweifel daran, denn schon das erste Lied ergreift den Zuhörer mit fantastischen Melodien und absolut genialem Gesang! Wer aber aufgrund der von Menhir selbst gewählten musikalischen Sparte „Pagan Metal“ jetzt ein Black Metal Album mit heidnischen Texten erwartet, liegt falsch. Augenscheinlich prägen nämlich keine kalten, verhassten und primitiven Gitarrenriffs das Geschehen, sondern überwiegend traditionelle Heavy/Power Metal Strukturen, welche fast durchgehend von ungemein gekonnt eingesetzten Keyboards begleitet werden. Dessen sollte sich auch jeder bewusst sein, der mal ein Ohr an „Ziuwari“ riskieren will, denn das Tasteninstrument ist fast fortwährend im Einsatz, vorwiegend in Form eines angenehmen, verträumten, fast schon romatischen Klangteppichs. Die grösste Stärke Menhirs liegt aber in der göttlichen Gabe der vier Mannen und des Mädels, absolut fantastische Melodien aus dem Ärmel zu zaubern, selten habe ich so eine Fülle an faszinierenden Klangfolgen vernommen, wie auf diesem Album hier. Bei meinem absolutes Lieblingsstück „Das verborgene Reich“, dem Opener „Wotans Runenlied“ oder auch bei „Die letzte Schlacht“ heisst es zurücklehnen, die Augen schliessen und in den Genuss der Alten Tage verfallen. Diesen und den alten Göttern wird auf „Ziuwari“ nämlich gefrönt, aber auch hier heben sich Menhir aus der Masse heraus. Black Metal typisches Gekrächze oder Geschrei ist hier nämlich nicht genre-üblich dominant im Liedgut der Thüringer verwoben, sondern wechselt sich immer passend mit klarem, teils fast schon pathetischem Gesang ab. Im traumhaften Song „Das verborgene Reich“ lässt man die Lyrics sogar nur mit cleanen Gesang vortragen, was angesichts des beachtlichen Ergebnisses unbestreitbar die richtige Entscheidung war. Eine durch und durch passende Produktion rundet den gesamt sehr guten Eindruck weiterhin ab. Lediglich die letzten zwei Stücke sind nicht von gleich hoher Qualität, wie das gesamte restliche Songmaterial, obgleich sie keineswegs Ausfälle bilden, nett anzuhören sind auch sie allemal. Ich würde auf jedem Fall allen, die sich nach süsslich verträumten und packenden Melodien sehnen und anspruchsvollem, cleanem Gesang zugetan sind, raten, beim nächsten Plattenstöbern diese Scheibe keinesfalls auszulassen.

12.08.2002

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8 Kommentare zu Menhir - Ziuwari

  1. .Fenris sagt:

    Eigentlich 7,5. Ich habe die ersten Sachen von denen als ziemlich plump und übertrieben pathetisch in Erinnerung, aber das hier ist ganz nett, wenn auch die wirklich ganz große Melodie fehlt…

    7/10
  2. Tormentor sagt:

    die beste pagan metal scheibe, die mir seit langem untergekommen ist.

    8/10
  3. Anonymous sagt:

    Trotz allem heroischen Pathos ("Valhalla" ist schon übertrieben stumpf getextet) ist diese Platte definitiv eine der besten Pagan Metal Scheiben, die es bisher gegeben hat und vor allem sind Menhir eine der wenigen Bands, die diese Bezeichnung auch wirklich verdienen. Der cleane, teils chorartige Gesang ist herausragend! Obwohl ich eigentlich aggressive Vocals bevorzuge bin ich hier allerdings der Meinung, dass Menhir diese ruhig gänzlich weglassen könnten, da das Gekeife teilweise etwas aufgesetzt und auch nicht kraftvoll genug daherkommt. Dies ist, neben oben genannten Pathos, aber auch der einzige Kritikpunkt an einer sehr guten Veröffentlichung, die von grossartigen Melodien lebt. Dagegen können Suidakra einpacken.

    8/10
  4. Markus sagt:

    Ist schon erstaunlich, welchen Sprung Heikos Gesang zwischen den ewigen Steinen und Ziuwari gemacht hat, inzwischen hat er wirklich singen gelernt. Ich würde mich den dem Wunsch nach reinklarem Gesang anschließen, das gekreische wirkt mittlerweile eher wie ein Fremdkörper. Wer sich vor Menhir wegen dem Rumpelschlagzeug fürchtet, dem sei gesagt, daß Fix viel besser Gitarre spielt und die Drums jemandem überlassen hat, der seine Sache sehr, sehr ordentlich gemacht hat. Daumen hoch!

    9/10
  5. Anonymous sagt:

    Ich bin von "Ziuwari" ein wenig enttäuscht. Es ist zwar ein gutes Album, aber bei weitem nicht so packend und mitreissend wie "Thuringia". Irgendwie fehlen mir hier die wirklich grossen Melodien. Die gab es bei "Thuringia" von der ersten bis zur letzten Note. Schade!

    8/10
  6. njörd sagt:

    Was heisst hier Melodic Black Metal ? Viking/Pagan ist das. Und zwar guter. 9 Punkte. Bei der nächsten Scheibe hoffentlich 10 😉

    9/10
  7. shadowofdeath sagt:

    9 Punkte für Menhir!

    9/10
  8. Anonymous sagt:

    Menhir haben es wieder geschafft! Ziuwari ist meiner Meinung nach eine der besten Pagan Metal Scheiben, nicht besser als die Vorgänger, aber schon anders. Meine absolute Lieblingsnummer ist "das verborgene Reich"… phantastisch!

    9/10