Moonspell - Irreligious

Review

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Nach dem umwerfenden Erfolg von “Wolfheart” hatte eigentlich niemand gedacht, dass die damals noch als Newcomer geltenden MOONSPELL nur ein Jahr später, 1996, mit “Irreligious” ein Meisterwerk abliefern würden, an dem sich die Band noch heute messen lassen muss. Mit einem orange-farbigen Cover provozierend zeigen sich die Portugiesen auf “Irreligious” kompositorisch gewachsen, verändert, aber nicht minder genial.

Nach dem atmosphärisch-dichten Intro “Perverse…Almost Religious”, bestehend aus düsteren Keyboards und gregorianischem Männerchor, legt die Band mit “Opium” den – neben “Alma Mater” vom Vorgänger – wohl prägendsten MOONSPELL-Song der Geschichte vor. Nicht einmal drei Minuten lang handelt es sich hierbei um einen brillianten, mitreissenden Song, der von der ungeheuren Spannung zwischen rhythmischer Intensität und straighten Passagen und dem charakteristischen Wechselspiel der Stimme Fernando Ribeiros lebt. Etwas sanfter dagegen beginnt “Awake” mit unverzerrten Gitarren und einem Sprachsample sowie verhaltenem, tiefem Gesang im Hintergrund und zeigt sich sehr atmosphärisch, von getragenem Tempo, während das folgende “For A Taste Of Eternity” von Double-Bass, harten Gitarren und der unvergleichlichen Stimme Ribeiros lebt. “Ruin & Misery” kehrt wieder die atmosphärische Seite der Portugiesen heraus, wobei hier auch wieder der Kirchenchor zum Einsatz kommt. “A Poisoned Gift” dagegen hat einen recht gothischen Touch, wenngleich der Refrain doch um einen ganzen Zacken härter und intensiver daherkommt. Nach dem düsteren, mit einem interessanten Beat ausgestatteten “Subversion” kommt mit “Raven Claws” der inoffizielle Nachfolger zu “Vampiria” von “Wolfheart”. Komplett klar gesungen, mit weiblicher Unterstützung, handelt es sich um einen reinen Gothic-Metal-Song, der gegen Ende hin in der Intensität, Heaviness und Geschwindigkeit steigt. Perfekt! Eines der ganz grossen Highlights dieses Albums. Mit “Mephisto” wird es schliesslich sehr düster, sehr atmosphärisch und ruhig, wobei dieser Song von seinem kraftvollen, intensiven Refrain lebt, der durch den Gegensatz zur Strophe eine sehr interessante Spannung aufbaut. Mit Zirkusmusik beginnt “Herr Spiegelmann”, schlägt dann aber schnell in einen magisch-dämonischen Song um, der genauso gut auch auf “Wolfheart” hätte veröffentlich werden können. Das zweite grandiose Highlight auf “Irreligious”. Hier sind neben dem Gesang vor allem auch die Gitarren hervorzuheben. Zum Ende des Albums folgt mit “Full Moon Madness” letztendlich eine ganz in der Tradition des Vorgängeralbums stehende, recht getragene und atmosphärische, mit träumerischen Gitarren und auch wieder teilweise auf portugiesisch vorgetragene Nummer. Ein krönender, düsterer Abschluss.

Insgesamt sind MOONSPELL auf “Irreligious” reifer, intensiver und zu einem gewissen Punkt auch etwas massenkompatibler und haben ein Meisterwerk abgeliefert, das man unbestritten zu den Highlights dieses Genres zählen muss. Denn mit “Irreligious” haben die Portugiesen nahezu die perfekte Symbiose aus Metal und Gothic erreicht und ein ausgefeiltes, prägnantes Werk mit jeder Menge eingängigen Stücken veröffentlicht, das vor allem in lyrischer Hinsicht vielseitig und subtil vorgeht.

Jeder, der einen Einstieg in die dunkle Seite des Metals sucht, ob nun zum Gothic-, Dark- oder vielleicht sogar zum Black Metal, sollte sich dieses Werk zulegen. Die dieser Tage erscheinende Re-Issue von Century Media ist ausserdem mit einer Bonus-CD ausgestattet und bietet daher noch einen weiteren Kaufanreiz.

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11.10.2007

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2 Kommentare zu Moonspell - Irreligious

  1. blotgroppe 0 sagt:

    Im Süden brennt die Sonne, und während einem der Schweiß von der Haut rinnt, wird das Hirn von den flammenden Massen des Sternes auf ausgetrocknetem, aufgesprungen Boden zermahlen.
    Das unter solchen Himmeln kein süßlicher, kitschiger Anne Rice-Gothrock erdacht werden kann, der nicht tiefer als das nächste Rotweinglas geht, ist klar.
    Moonspellnd sind schwer, immer langsam und in gewisser Weise sogar brutal.
    Wo andere Gruppen krampfhaft versuchen Grabesstimmen herbeizuabern , steht den Iberern ein von Natur aus dunkles und angerauhtes Organ zur Verfügung, was keinerlei Verstellung braucht und deshalb viel monströser und beeindruckender erscheint,als es sämtliche französierenden Luis Royo-Popper je sein könnten.
    Getragen werden diese erdrückenden Klangseen von einem philosophischen Konzept, dass diese Bezeichnung auch wirklich verdient.
    Es dürfte somit keinen Zweifel geben, dass hier eine der ernstesten und zugleich auch besten Goth-Veröffentlichungen des letzten Jahrzehntes vorliegt.
    Ich selbst würde es neben Typ O-s Blutküsse und Tiamats Wildhonig stellen.

    8/10
  2. Christian sagt:

    Diese Album war mein Einstieg in die Welt des Extreme-Metal. Ich höre es heute kaum mehr, finde es aber immernoch super!

    9/10