Mortiis - Spirit of Rebellion

Review

Galerie mit 5 Bildern: Mortiis - Prophecy Fest 2019

Im Laufe des letzten Jahrzehnts erblühte in den dunklen Tiefen des Internets ein Genre namens Dungeon Synth, dem wir auf dieser Seite einst ein Special gewidmet haben. Kaum ein Musiker hat von dieser Entwicklung so profitiert, wie der Mann hinter dem Projekt MORTIIS. Kein Wunder, war er es doch, der Anfang bis Mitte der Neunziger die Grundlagen für das Genre legte. Seine Alben aus dieser Zeit legten Maßstäbe für ein Genre, das erst zwanzig Jahre später ein größeres Publikum fand.

Es folgten einige Industrial-Alben, bis MORTIIS vor kurzem bemerkte, dass sein Frühwerk wieder populär geworden war. Der Musiker konnte mit dem alten Material auf Tour gehen, war sogar Headliner beim Prophecy Fest 2019. Dass mit „Spirit of Rebellion“ nun ein Langspieler im alten Stil folgt, war also nur logisch.

Mit „Spirit of Rebellion“ kehrt MORTIIS zurück zu seinen Anfängen

MORTIIS knüpft auf dieser neuen Veröffentlichung stark an die ersten drei Werke an. Dabei bewegt er sich so nahe an seinen Dungeon-Synth-Werken, dass man fast den Eindruck gewinnt, eines der alten Alben zu hören. An vielen Stellen wirkt „Spirit of Rebellion“ deswegen eher wie eine Neubearbeitung oder eine Rückschau, denn als neues Werk.

Auch die Aufteilung des Albums in zwei überlange Tracks erinnert an die ersten MORTIIS-Alben. Doch während es auf diesen gelang, einzelne Passagen flüssig übergehend in ganzheitliche Lieder zu fassen, wirken „A Dark Horizon“ und „Visions of an Ancient Future“ zerstückelt. Immer wieder herrscht ratlose Stille in den ansonsten abrupten Übergängen. Nur einige wiederkehrende Merkmale, die zum Beispiel gegen Anfang und Ende auftauchen, erinnern daran, dass es sich um einen zusammenhängenden Track handeln soll.

Dabei sind die einzelnen Bestandteile der Tracks mitunter gar nicht schlecht, wie zum Beispiel das Musikvideo zu „A Dark Horizon“ demonstriert, das einen Ausschnitt des Songs beinhaltet. Sie wirken aber eben sehr beliebig in ihrer Anordnung, wenn einigen wenigen Referenzen einmal abgesehen.

Dem Meister des Fachs gelingt nur solider Durchschnitt

Dass ausgerechnet der Meister des Faches Dungeon Synth produziert, der lediglich solider Durchschnitt ist, enttäuscht. Schlecht ist das Album keineswegs. Der grundlegende Beat knallt etwas härter, als bei den Mitbewerbern, was anfänglich fesselt, letztlich aber durch die Spannungslosigkeit der Musik verpufft. Abgesehen von einigen Synthwave-Einsprengseln, die dem zweiten Track eine eigene Note geben, wirkt „Spirit of Rebellion“ erschreckend uninspiriert.

Dabei ist der künstlerische Wille, einmal mehr eine eigene Note zu setzen, deutlich hörbar vorhanden. Der rebellische Geist, er ist auf „Spirit of Rebellion“ zu erahnen. Es gelingt MORTIIS aber nicht, über seinen eigenen Schatten zu springen und wirklich den Aufstand zu wagen. Auf diese Weise bleibt es ein Album für Fans und Süchtige.

Wer frischen Stoff aus dem Genre haben möchte, greift besser zu OLD SORCERY oder MURGRIND, die der alten Schule einen neuen Anstrich geben oder zu Projekten wie OFFERMOSE oder DEN SORTE DØD, die trotz enger Genre-Grenzen neue Wege gehen. Verschwendete Zeit ist „Spirit of Rebellion“ sicher nicht, hat aber einfach nicht das Zeug zum Dauerbrenner zu werden, wie die Klassiker, die MORTIIS vor über 20 Jahren erschuf.

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20.01.2020

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Mortiis auf Tour

51 Kommentare zu Mortiis - Spirit of Rebellion

  1. nili68 sagt:

    Das ist neben Raw Black Metal, Punk oder Techno auch so’n Genre, wenn man unbedingt Musik machen will aber eigentlich kein Talent hat. Das kann mit dem entsprechenden Equipment und rudimentärer Einarbeitung in dessen Handhabung wirklich jeder..

    1. Watutinki sagt:

      Was fürn Kommentar. :-/
      hat Mortiis kein Talent? Der hat doch in Norwegen sogar Preise für sein Industrial zeugs erhalten.
      Hat Varg kein musklaisches Talent?
      Hat Fenriz kein Talent?
      Haben WITTR kein Talent?
      Hat Ulver kein talent?
      Haben Satyricon kein Talent?

      Merkst Du wie unsinnig dein Kommentar ist?
      Gerade auch der im Artikel genannte Murgrind ist talentiert as hell.

      1. nili68 sagt:

        Von mir aus kann der in Norwegen zum Gottkaiser gekrönt werden und was haben die anderen Bands/Musiker mit dem von mir Geschriebenen zu tun?

      2. Watutinki sagt:

        Z.B. haben alle von dir genannten Musiker und Bands i.d.R. ganze Alben erschaffen haben, die diesem Genere zuzuordnen sind. Gerade auch die beiden BURZUM Knast-Synth Alben werden in dieser Szene mindestens ebenso abgefeiert, wie Mortiis selbst.
        Satyr gehört mit Wongraven zu den Pionieren.
        WITTR mit Celestite

      3. nili68 sagt:

        Klar, irgendjemand feiert immer irgendwas ab. Da gibt es nach unten keine Grenze. Wenn renomierte Musiker sowas machen, dann wohl um mal ’ne schnelle Mark nebenbei abzugreifen, da es genug bandloyale Fans gibt, die alles von denen kaufen. Da langt es auch, wenn man mal ein paar Körner auf’s Keyboard streut und die pickenden Vögel dann die Musik fabrizieren läßt. Da kann man sogar nebenbei schlafen, sich die Zehennägel schneiden.. No disrespect.. lol

      4. Watutinki sagt:

        Aha, interessanterweise landet die Musik dann auch hier und da auf einige legendären Black Metal Alben.
        Bspw. I en svart kiste auf Satyricons The Shadowthrone.
        Oder Om Hundrede Aar Er Alting Glemt auf Borknagars The Olden Domain.

        Aber klar, so zwischendurch kann man sich das Mal anhören, nur über keine Albumlänger, richtig?

        Aber egal, besser so, wenn es im verborgenen bleibt. Wieso dürfte klar sein.

      5. nili68 sagt:

        Manchmal muss man ja auch sehen, ob die Skiptaste noch funktioniert. 😀 Ach egal, soll jeder hören, was er will. Es ist ja auch nicht so, dass meine Meinung dazu jetzt voll wichtig wäre oder so.. 😉

      6. Watutinki sagt:

        Das nachvollziehbar talentierte Musiker bewusst Schrott veröffentlichen, nur um ihren Geldbeutel aufzuhübschen, darauf wäre ich jetzt nicht Mal ich selbst gekommen.

        Vielleicht sollte ich mir das als Argumentationsgrundlage in dem anderen Thread auch Mal überlegen… dann werde ich wahrscheinlich endgültig abgeschossen! 🙂

  2. Cynot sagt:

    Mortiis? Ist das nicht Musik, die man während einer Runde Dungeon & Dragons auflegt?

    1. Watutinki sagt:

      Klar, warum nicht.

      1. nili68 sagt:

        ..oder als musikalische Untermalung für Reportagen über’s Waldsterben, Erderwärmung etc. Es gibt schon Einsatzgebiete..

      2. ClutchNixon sagt:

        Eine sich schwierig gestaltende Defäkationsession beispielsweise.

  3. doktor von pain sagt:

    Von Mortiis kenne ich nur das Album „The Grudge“, und das finde ich ziemlich furchtbar. Dass der Typ vorher mal Dungeon Synth gemacht hat, interessiert mich dabei wenig, weil ich mit Dungeon Synth wenig anfangen kann. Für das Genre ist tatsächlich kein besonders großes musikalisches Talent erforderlich, behaupte ich mal. Das heißt ja nicht, dass gewisse Musiker, die mal Dungeon Synth gemacht haben oder machen, kein Talent haben – sie hätten für eben jene Musik nur nicht viel davon gebraucht. Meine Meinung.

    1. Watutinki sagt:

      „Für das Genre ist tatsächlich kein besonders großes musikalisches Talent erforderlich, behaupte ich mal. Das heißt ja nicht, dass gewisse Musiker, die mal Dungeon Synth gemacht haben oder machen, kein Talent haben – sie hätten für eben jene Musik nur nicht viel davon gebraucht. Meine Meinung.“

      Das zeigt, wie wenig Du dich mit dieser Musikrichtung auskennst. Ebenso wie bei Metal gibt es auch beim Dungeon Synth verschiedene Arten sich auszudrücken. Man kann es einfach und monoton halten, man kann auf dem Keyboard aber auch regelrecht musizieren – tatsächlich.

      Ich finde es interessant, dass Ambient Musik als solches akzeptiert, bei Dungeon Synth aber einige offenbar Probleme kriegen. Ich vermute es liegt daran, weil es euch wurmt, dass ihr keinen Zugang dazu findet. Deswegen muss man aber nicht alles schlecht reden, was man nicht versteht.

      1. doktor von pain sagt:

        Stimmt, ich habe mich wirklich wenig mit dem Genre beschäftigt, weil ich ziemlich schnell festgestellt habe, dass mir die Musik nicht zusagt. Darum will ich das mit dem nötigen Talent auch nicht pauschalisieren. Auf der anderen Seite sollte man anderen aber nicht mit dem Totschlagargument kommen, sie hätten die Musik „nicht verstanden“. Das tun nämlich viele gern, die nicht einsehen wollen, dass manche Leute einfach einen anderen Geschmack haben.

      2. Watutinki sagt:

        „Auf der anderen Seite sollte man anderen aber nicht mit dem Totschlagargument kommen, sie hätten die Musik „nicht verstanden“. Das tun nämlich viele gern, die nicht einsehen wollen, dass manche Leute einfach einen anderen Geschmack haben.

        Letztlich ist das aber die gleiche Aussage. Wenn ich sagen wir Mal klassische Musik nicht mag, weil ich einen anderen Geschmack habe, dann kann ich klassische Musik auch nicht verstehen. Das ist meiner Meinung nach kein Widerspruch, sondern letztlich eine davon abgeleitete Aussage. Und beides trifft in diesem Fall zu.

      3. doktor von pain sagt:

        Nicht ganz. Es gibt Musik, die ist nicht mein Fall, ich erkenne aber die Kunst darin – auch wenn ich mich nie ausgiebig damit beschäftigt habe. Beim Jazz ist das zum Beispiel so. Andere Musikrichtungen hingegen mag ich ganz einfach nicht, das hat nichts mit „verstehen“ bzw. „nicht verstehen“ zu tun.

      4. ClutchNixon sagt:

        Aus musikalischer Sicht ist 98% des DS hochgradig dilettantischer Sondermüll. Pseudo-elitäre Echokammerbewohner wie Watu wollen dies nicht sehen, weil dies hieße die eigene Blase verlassen zu müssen.

      5. Watutinki sagt:

        Wir können uns das ganz einfach machen. Du beschreibst mir einfach Mal das Musikgenre Dungeon Synth, was dieses deiner Meinung nach ausmacht und dann sage ich dir relativ eindeutig, ob du es verstehst oder nicht. 🙂

        Musst du natürlich nicht, wäre aber Mal cool, weil nur so wird ein Baum daraus – oder was auch immer.

      6. Watutinki sagt:

        Meine Message war an doktor von pain gerichtet.

      7. doktor von pain sagt:

        Das kann ich genau so wenig wie beim Jazz (obwohl ich den noch eher beschreiben könnte), weil ich mich damit nicht ausgiebig genug beschäftigt habe. Aber Geschmack ist zum größten – wenn nicht sogar einzigen – Teil eine Gefühlssache. Und wenn ich das Gefühl habe, etwas nicht zu mögen, dann mag ich es auch nicht. Dafür muss ich es nicht analysieren und beschreiben können.

      8. ClutchNixon sagt:

        Manchmal ist das, was manche Menschen für Musik halten einfach nur ganz große Scheiße. Dennoch lässt sich über besagten Mist natürlich ganz vortrefflich ein erlesener Geschmack vorgaukeln. Der Verstehende geriert sich dann als wissend und außergewöhnlich.

      9. Watutinki sagt:

        Wenn Du aber nicht weißt, was die vielzähligen Fans an dieser Musikrichtung mögen, dann kann man doch guten Gewisens behaupten, dass du die Musik auch nicht verstanden hast. Oder sagen wir es anders, Du kennst dich in dem Fall nicht aus und kannst dir daher zumindest keine qualifizierte Meinung dazu bilden.

        Und ich behaupte Mal ziemlich sicher, das trifft auf alles zu, die hier bislang was geschrieben haben.

        Letztlich störts mich auch nicht wirklich, ich finde es nur ähm… „interessant“, wie man über etwas ablästern kann, wie es einige hier tun, ohne auch nur einen Funken Ahnung davon zu haben.

      10. ClutchNixon sagt:

        😂

      11. doktor von pain sagt:

        Sagen wir so: Wenn ich zum Beispiel feststelle, dass ich Schokopudding nicht mag, dann esse ich keinen weiteren. Ich probiere mich nicht durchs Schokopudding-Sortiment, damit ich mir eine „qualifizierte Meinung“ über Schokopudding bilden kann. Das will ich doch auch gar nicht. Ich mag Schokopudding einfach nicht – und damit hat es sich.

      12. Watutinki sagt:

        @doktor von pain: Würde ich Mal als passenden Schlußsatz so stehen lassen.
        Macht wie immer keinen Sinn auf metal.de über DS zu reden, liegt nicht an dir.

      13. Cynot sagt:

        Schokopudding ist eh überbewertet.
        #teamvanille

    2. Watutinki sagt:

      Zeigt wieder schön, weshalb man auf dieser Seite keine Dungeon Synth Alben besprechen sollte.

      1. ClutchNixon sagt:

        Ja, weil uns einfach dein Kunstverständnis fehlt. Du meine Fresse! Und jetzt hab ich Bock auf Pudding ganz frei von Allegorien. Danke Doc!

      2. Watutinki sagt:

        Dir fehlt auch das Hirn, aber Pudding geht auch.

      3. ClutchNixon sagt:

        Niedlich Ms.Watu, niedlich 😂

  4. doktor von pain sagt:

    Und nicht ganz grundlos wird auch mal spöttisch behauptet (habe ich zumindest so in einem Musikmagazin gelesen), die Burzum-Alben, die Varg im Knast eingespielt hat, wären auf dem Keyboard mit dem „Zwei-Finger-Suchsystem“ entstanden.

    1. ClutchNixon sagt:

      Burzum? Wasn‘ das?

      1. doktor von pain sagt:

        Die Black-Metal-Alben von denen klingen ein bisschen wie Marder, nur nicht so gut.

      2. ClutchNixon sagt:

        Ach die…

    2. Watutinki sagt:

      „Und nicht ganz grundlos wird auch mal spöttisch behauptet (habe ich zumindest so in einem Musikmagazin gelesen), die Burzum-Alben, die Varg im Knast eingespielt hat, wären auf dem Keyboard mit dem „Zwei-Finger-Suchsystem“ entstanden.“

      Das man kein Virtuose sein muss, um so ein Album einzuspielen streitet niemand ab. Dennoch sich seine „Knast Alben“ was die Intensität angeht, insbesonder Daudi Baldrs, immer noch nahezu unerreicht.
      Es gibt Menschen, die vermitteln mit einer einzelnen Note mehr Intensät, als einige Metal Virtuosen auf dem ganzen Album.

      Wieso klangen Nirvana ganz anders, als jede andere Grunge Band? Wieso hatte ihre Musik so eine Intesität und Wucht? Weil Sie Gitarren Virtuosen waren? Ganz sicher nicht! Weil Sie talent dafür hatten, Gefühle und Emotionen auf den Punkt zu bringen und in hoher Intensität musikalisch umzusetzen. Wenn man das nicht drauf hat, kann man noch so gut am Keyboard oder an der Gitarre sein, man wird es nicht kopieren können.

      Und mit diesen Synth Alben von Burzum verhält es sich ebenso. Bislang habe ich niemand erlebt, der so klingt wie Burzum auf seinen beiden „Knast“ Alben. Und auch die Intensität ist unvergleichlich.

      1. ClutchNixon sagt:

        Die Intensität meiner Blähungen nach einem Pfund Kichererbsencurry ist auch unerreicht, aber dennoch käme ich nicht auf die Idee derlei Laute aufzunehmen und zu verkaufen.

      2. Watutinki sagt:

        Dein Geschreibsel scheint auch direkt von deinen Blähungen abzustammen.

      3. ClutchNixon sagt:

        Uuuuuuh…böse.

      4. nili68 sagt:

        Das erste mal, das ich hier wirklich herzhaft gelacht habe! 😀

      5. ClutchNixon sagt:

        Aber eigentlich stamme ich doch von meinen Eltern ab und somit indirekt mein Geschreibsel. Womöglich hilft mir ein wenig Dungeon Synth meine verwundete Seele aufzumuntern. Bestimmt sogar!

  5. royale sagt:

    Bin dann doch etwas überrascht über so manchen Kommentar! Erstmal macht Mortiis nicht erst seit neulich diese Musik, vielmehr hat er dieses Genre ja gegründet.
    Was hat denn Musik mit Können, mit Talent, mit Gefallen…zutun? Hier werden Bands teilweise in den Himmel gehoben und gelobt wo ich mal schnell einpenne, z.B. Versengold, Blind Guardian Twilight Orchestra, Avantasia …haben hier 10 Punkte bekommen und es ist für mich langeweile pur und die haben dennoch bestimmt Talent 😉

    1. doktor von pain sagt:

      Natürlich ist alles letztendlich mal wieder eine Frage des persönlichen Geschmacks. Ich mag zum Beispiel etliche Punkrock-Bands, die nun auch nicht gerade aus virtuosen Musikern bestehen. Macht ja nix, mir gefällt’s trotzdem. Aber dann spreche ich halt auch nicht von wahnsinnig talentierten Musikern im „technischen Sinne“.

  6. Se Wissard sagt:

    Sollte Nuclear Blast plötzlich Dungeon Synth rausbringen…ist dann die Apokalypse da?

    Aber lustig, mehr Internet als in dieser „Diskussion“ geht fast nicht.

    Zur Platte: klingt ziemlich fad, selbst Mortiis Erstwerke hatten mehr Charme. Bereits erwähnte Murgrind und Old Sorcery (letztere haben durchaus Parallelen zu 70er Elektronik-Helden wie Klaus Schulze) können das weit spannender.
    Ist und bleibt Nischen-Musik. Durch den eher primitive Charakter ist es aber hier weit einfacher etwas zusammenzustümpern. Und dazu zähle ich auch Vargs Casio-Knastwerke. Die beinahe kultische Verehrung dieser Platten, kann man wohl auch nur mit dem „Personen-Kult“ um Varg erklären. Wobei Hliðskjálf immerhin noch nebenbei hörbar ist, wenn man Musik zum weghören braucht, um sich auf wichtigeres zu konzentrieren. Wenigstens kann man die Platte als nette Schäferstündchenuntermalung nutzen, wenn man mal eine verzweifelte BM-Mieze ins Bett zerren will.

    1. Cynot sagt:

      „Wenigstens kann man die Platte als nette Schäferstündchenuntermalung nutzen, wenn man mal eine verzweifelte BM-Mieze ins Bett zerren will.“

      Das funktioniert? Ich frage für einen Freund.

    2. Watutinki sagt:

      „Die beinahe kultische Verehrung dieser Platten, kann man wohl auch nur mit dem „Personen-Kult“ um Varg erklären“

      Ob man diese Alben kultig verehren muss, wovon ich eigentlich nicht viel vernehme, sei Mal dahingestellt. Aber beides sind geniale Alben und ich kenne keine vergleichbaren, die mit derart minimalen Mitteln so eine Intensität vermitteln.

  7. Watutinki sagt:

    Habe das Album jetzt auch Mal gehört.
    Wo ich dem Review folgen kann ist, dass die Songs etwas beliebig angeordnet wirken, auf einen echten Trip bewegt man sich nicht.
    Auch dass die Musik teilweise wie ein Neubearbeitung der früheren Werke daherkommt, teile ich. Moderner klingt die Musik insbesondere deshalb, weil sie mit Beats unterlegt sind, die auch auf dem einen oder anderen Elektro Album erklingen könnten. Das verleiht dem ganzen Dynamik und Wucht, wirkt hier und da aber vielleicht auch etwas zu modern für diese Musik. Ich hoffe, dass das jetzt nicht stringend bei jedem zukünftigen Song durchgezogen wird.

    Von daher ist es ein Album geworden, dass einen eher weniger auf eine Reise mitnimmt, sondern mit einzelnen und wie ich finde, recht starken Songs punktet, die deutlich bombastischer rüberkommen, also man es bisher von Mortiis gewohnt war. Ein Album mit vielen Highlights die man sich immer wieder reinziehen kann, aber am Ende leider über die Allbumlänge hinweg kein großes Ganzes ergeben.

    Ich tue mich etwas schwer Spirit of Rebellion als neues Werk von Mortiis anzuerkennen, zumindest würde ich es nicht der Era 1 zuordnen. Auch das Cover und das Logo zeigen, dass Mortiis dabei ist neue Wege zu gehen.
    Wieso das Album so geworden ist, dürfte auch relativ klar sein, wenn man berücksichtigt, dass sich Mortiis nun schon seit langem auf einer gefühlten Welttournee befindet und er die Musik sehr wahrscheinlich dahingehend ausgerichtet hat, dass diese live funktioniert. Also kürzere Songs mit ordentlich Wumms.
    Daher macht man denke ich nichts falsch, wenn man Spirit of Rebellion nicht als „natürlich entstandenes“ Mortiis Album bezeichnet, sondern als Konzertalbum, welches genau zu diesem Zweck erschaffen wurde.

    Das bedeutet ebenfalls, das Mortiis niemals zuvor eingängiger klang, nie waren die einzelnen Songs kompakter, nie bombastischer und ich würde sogar sagen, nie melodiöser. Ausblenden tue ich in diesem Vergleich ganz bewusst The Stargate, welches ich als äußerst missglücktes Mortiis Album ansehe.
    Wer also selbst mit Spirit of Rebellion nichts anfangen kann, der sollte das Thema Dungeon Synth für sich abhaken.

    Die Zwerge haben sehr gierig und sehr tief geschürft. Wer weiß was sie aufgedeckt haben, in der Dunkelheit von Kazad-dûm.

    8/10
    1. Nether sagt:

      „Ich tue mich etwas schwer Spirit of Rebellion als neues Werk von Mortiis anzuerkennen, zumindest würde ich es nicht der Era 1 zuordnen.“

      Das sieht er selber wohl a bisserl anders:

      https://regenmag.com/interviews/interview-mortiis-dark-horizons-and-ancient-futures/

      1. Watutinki sagt:

        Generell lese ich keine Interviews mehr, nur in Ausnahmefällen, daher habe ich keine Ahnung wie er dazu steht. Wenn Du sagst, dass das dort geschrieben steht, dann ist es wohl so.

        Man darf auch nicht vergessen, dass Mortiis vor vielen Jahren der Musik aus der Era 1 Zeit komplett abgeschworen hat. Eigentlich hat er das Gleiche erzählt, dass die Kritiker hier von sich geben, nur deutlich weniger beleidigend und mit Zugang zu dieser Musik. Die Era1 ist in einer Zeit entstanden, in der Mortiis mental wohl nicht ganz bei Kräften war. Das merkt man auch ganz deutlich, wenn man sich das VOND Zeugs anhört – Depression pur.
        Mittlerweile, mit etwas Abstand, sieht er das nun gänzlich anders. Dungeon Synth ist eine mentale Sache, ich muss auch in der richtigen Stimmung dafür sein, dann ist es aber unvergleichlich. Es gibt einem das, was dem Black Metal komplett verloren gegangen ist und zwar destilliert.

        Wie auch immer, habe ich die Meinung von Mortiis damals nicht geteilt, als er dieser Musik abgeschworen hat und ich teile sie auch jetzt nicht ganz. Da ich diese Musik (DS im weitesten Sinne) wahrscheinlich länger höre als er, hat er für mich persönlich gesehen auch nicht das letzte Wort.
        Ich mag auch dieses ganze limited Zeugs in dieser Szene nicht. Teilweise hat er das gleiche „Album“ auf Platte in „hundert verschiedenen Farben“ rausgebracht. Sammler zahlen sich dumm und dämlich und bezahlen auch noch Mondpreise dafür.

        Das neue Album mag die Stimmung der älteren Alben aufnehmen, dahingehend kann man es zu Era1 zählen. Aber um dieses Vorgehen bewusst weiterzuverfolgen, sind die Lieder viel zu kurzweilig gehalten. Man hat hier und das das Gefühl, dass Mortiis nicht so viel Zeit hatte und unbedingt schnell Mal Musik für seine Konzerte fertigstellen wollte. Er zieht auf dem Album den Bombast, einer langsam aufbauenden Stimmungskurve vor. Bombast ist aber nicht unbedingt das Erste, was mir bei Era1 in den Sinn kommt. Daher ist das Album von Era1 stark beeinflußt, fügt sich aber nicht nahtlos in diese Phase ein. Ist eher ein Einzelgänger und zeigt den Weg auf, den Mortiis wohl gehen möchte, aber noch weiter ausbauen muss.

  8. Watutinki sagt:

    Mittlerweile ist bei meiner Beurteilung die Qualität dieses Album doch ziemlich gesunken. Es ein wunderbares Album für Leute die sich dieser Musik das erste Mal nähern möchten, mehr aber nicht. Insgesamt gesehen hat das Album keinen Fluss, zieht einen nicht in den Bann und wirkt eher wie eine zusammengestückelte Compilation, anstatt einen mit auf eine Reise zu nehmen.
    Ich bezweifel, dass Mortiss noch Mal zur alten Stärke zurückfinden wird. Davor hatte er dem DS komplett abgesagt und davor das grausig, verkitschte Stargate auf die Menschheit losgelassen. Mortiis macht immer worauf er Bock hat, das finde ich gut, nur so konnte Era1 überhaupt entstehen, aber der einstige Fürst dieses Genres taugt maximal noch dazu, seine alten Werke als Blaupause zu nutzen. Leider enttäuschend, wobei ich nicht wirklich noch was großes erwartet hatte.

    6/10