Neige Morte - TRINNNT

Review

„NEIGE MORTE wurden in Lyon mit der Intention geboren, den rohesten und dreckigsten Black Metal außerhalb der nordischen Szene zu erschaffen“, heißt es im Infosheet zum neuen, dritten Album der Band: „TRINNNT“. Und in der Tat geht das französische Trio überaus dreckig und, sorry, abgefuckt zu Werke. Dabei trifft die Bezeichnung „Raw Black Metal“ die Platte nur bedingt, denn so roh „TRINNNT“ auch klingt, stilistisch haben NEIGE MORTE mit Bands à la SORTILEGIA, MÜTIILATION oder VLAD TEPES nur herzlich wenig zu tun. Stattdessen bewegen sie sich zwischen disharmonischem Black Metal, einigen wenigen Death-Metal-Anleihen sowie einer gewissen Sludge-Attitüde, der rohe Sound lässt die oft wenig melodischen Gitarren dabei bisweilen an Noise erinnern, gelegentlich – zum Beispiel im fast 14-minütigen Rausschmeißer „Le Lac“ – integrieren NEIGE MORTE obendrein Ambient-Drone-Elemente in ihren Sound.

„TRINNNT“ von NEIGE MORTE ist Kunst und sollte nicht weg … trotz allem!

Mit schönen Black-Metal-Melodien hat „TRINNNT“ also genauso wenig zu tun wie mit wuchtigem Sludge-Groove, obwohl beide Genres durchaus eine Rolle auf dem Album spielen. NEIGE MORTE weben stattdessen vielmehr einen dichten Atmosphäre-Teppich und legen diesen über die Spielzeit von einer guten halben Stunde aus. Dass sie die Spannung über diese Zeit halten können, spricht für die Band – und ja, „TRINNNT“ ist zumindest beim ersten Hördurchgang eine spannende Angelegenheit. Gleichzeitig ist so ein Album natürlich auch anstrengend – es bleibt wenig, woran man sich festhalten kann, Riffs, Gesangslinien oder irgendwas, das hängenbleiben könnte, gibt es nicht. NEIGE MORTEs drittes Album ist auf jeden Fall Kunst und sollte nicht weggeschmissen werden – aber es eignet sich vor allem für die Hardliner, die auf der Suche nach dem nächsten Atmo-Kick auch in die tiefsten Höllenkreise der Musikszene zu steigen bereit sind. Zum Nebenbeihören ist das Album denkbar ungeeignet. Aber wie gesagt: ein spannendes Projekt ist diese Band allemal, und hörbarer als „Bicephaale“ von 2014 ist „TRINNT“ immerhin auch.

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17.02.2018

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