Panzerfaust - The Suns of Perdition II: Render Unto Eden

Review

Galerie mit 10 Bildern: Panzerfaust – Under The Black Sun 2019

PANZERFAUST haben sich mit ihrer „The Suns Of Perdition“-Tetralogie ein gewaltiges Projekt vorgenommen. Im vergangenen Jahr glänzte bereits der erste Part „The Suns of Perdition – Chapter I: War, Horrid War“ durch seine unbarmherzige, aber nicht glorifizierende Kriegserzählung und platzierte PANZERFAUST nebenbei auch noch auf der Landkarte für hochklassigen Black Metal. Dabei ist die Band bereits seit 15 Jahren aktiv und blickt schon auf eine ordentliche Diskografie zurück. „The Suns of Perdition II: Render Unto Eden“ steht dem ersten Teil in Nichts nach, sondern visiert klar den Thron der diesjährigen Black-Metal-Bestenlisten an.

„The Suns of Perdition II: Render Unto Eden“ ist ein logisches zweites Kapitel

Wenig überraschend forcieren PANZERFAUST ihren Stil eher, als dass sie im zweiten Kapitel große Veränderungen vornehmen. Und doch wirkt „The Suns of Perdition II: Render Unto Eden“ noch einen Ticken faszinierender als sein Vorgänger. Haben sie schon das erste Kapitel mit Doom-Einflüssen beendet, legen sie diese heuer bereits im Opener „Promethean Fire“ offen und schleppen sich durch zehn erhebende Minuten, die auch durch den Gastpart von ARKONA-Sängerin Maria „Masha“ Arkhipova eine dauerhafte Gänsehaut erzeugen. Ein unfassbar gelungener Auftakt, der durch seine melancholischen-Melodien, die röchelnden Vocals und das erdrückende Tempo schnell zum Highlight der Platte avanciert.

PANZERFAUST haben die hohen Erwartungen locker erfüllt

Doch auch in der Folge zeichnen PANZERFAUST das erschreckende Bild des Verderbens nach, doch dieses Mal eher mit dem Fokus auf Religionen. Wie schon auf dem Vorgänger ist ein permanentes Unwohlsein in jeder Sekunde spürbar. Seien es angriffslustigere Momente wie in „Areopagitica“, in denen die Kanadier auch einige Doublebass-Salven abfeuern oder die beißende Melancholie, die sich über das mit Samples bestücke „Pascal‘s Wager“ legt – in allen Songs will sich der erdrückende Schleier aus Horror, Melancholie und Finsternis nicht lichten.

„The Suns of Perdition II: Render Unto Eden“ ist auf seine ganz eigene Art brutal und gnadenlos und gleichermaßen faszinierend wie schwer verdaulich. Die hohen Erwartungen haben PANZERFAUST mühelos erfüllt und allein aufgrund des großartigen Openers auch locker übertroffen. Ein ganz klarer Pflichtkauf, der nicht unterhält, sondern zermürbt und dennoch einfach mitreißt.

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23.08.2020

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17 Kommentare zu Panzerfaust - The Suns of Perdition II: Render Unto Eden

  1. Nether sagt:

    Shut up and take my money!
    Lang genug gewartet.

  2. der holgi sagt:

    Kriegsmaschine an allen Ecken und Kanten.

    Gefällt mir.

  3. BlindeGardine sagt:

    Ist schon seit nem Monat vorbestellt, Chapter I war einfach so geil, da bin ich echt gespannt ob die das nochmal toppen.

  4. BlindeGardine sagt:

    Ist sich der Rezensent übrigens sicher, dass tatsächlich das Thema Krieg behandelt wird? Die Songtitel jedenfalls suggerieren, dass man sich diesmal eher mit den Themen Glaube, freiem Willen und Konzepten von „gut“ und „böse“ beschäftigt. Der Text des bereits veröffentlichten „The Faustian Pact“ hat z.B. mit dem Thema Krieg nicht wirklich was zu tun und bei der pascalschen Wette handelt es sich um ein Argument für den Glauben des französischen Philosophen Blaise Pascal. Die Geschichte des Prometheus kennt man auch und „The Snare Of The Fowler“ hat meine ich auch einen bilblischen Bezug.

    Wie gesagt, bisher kenne ich nur den Text zu „The Faustian Pact“, daher ist das natürlich nur Spekulation. Aber ich glaube diese Reihe beschäftigt sich ja übergreifend mit dem Thema…nun…Verderben. Und da war der Krieg halt das erste Kapitel, während sich das zweite nun denke ich auf andere Aspekte bezieht.

  5. Schraluk sagt:

    Steh bei denen richtig auf diese schrägen Polen-like Dissonanzen und Sperenzchen a la Kriegsmaschine, Biesy und so. Richtig geile Band. Richtig richtig Bock drauf.

  6. Jan Wischkowski sagt:

    Hallo Blinde Gardine,

    vielen Dank für den Hinweis. Wir haben entsprechende Textzeilen geändert. Uns lagen zum Zeitpunkt der Rezension keine Texte vor, aber du hast vermutlich recht.

  7. nili68 sagt:

    Die Stimmung allgemein ist ganz gut, aber das Ganze erschließt sich mir auf Anhieb noch nicht so, dass ich vor Begeisterung ausflippen könnte. Braucht Zeit und das ganze Album, um das adäquat beurteilen zu können. Das Lied für sich, finde ich jetzt zwar gut, aber auch nicht sooo spannend..

  8. elLargo sagt:

    Ja geh ich mit, klingt wirklich Polnisch dissonant.
    Gefällt mir 😎

  9. BMKev sagt:

    Ein richtig fettes Album! Gefällt mir noch besser als „Cahpter I“ und das will was heißen.
    Allein der Opener ist das Geld schon wert.

  10. BlindeGardine sagt:

    Auch wenn Chapter 1 mir noch ein Ideechen besser gefällt, besonders was die musikalische Umsetzung der Thematik angeht, so ist das hier doch wieder ein ziemliches Brett. Geil auch, wie „The Promethean Fire“ musikalisch quasi direkt an „The Men Of Noman’s Land“ vom Vorgänger anknüpft. Mal gespannt wie das wirkt, wenn man alle fünf Teile am Stück hören kann.

    8/10
  11. BMKev sagt:

    Hab es nun mehrfach in Ruhe angehört und geb dem Ganzen 9/10 Punkte. Manche Parts sind mir etwas zu sehr in die Länge gezogen. Klar ist das im Black Metal ein Stilmittel, aber da ist es hin und wieder zuviel. Ansonsten einfach nur geil, die Atmosphäre ist der absolute Hammer.

    9/10
  12. nili68 sagt:

    Irgendwas entgeht mir hier offensichtlich. Ich bin aber auch kein Fan von Mgła, die ja öfter im Zusammenhang erwähnt werden. Ist wohl einfach nicht meine Art Black Metal, ungeachtet der Qualität..

  13. BlindeGardine sagt:

    Hmm, ich finde den MGLA-Vergleich auch eigentlich nicht so passend. Ehrlicherweise hab ich mich mit deren letzten Alben auch nur bedingt auseinandergesetzt, ich finde Panzerfaust kochen aber durchaus ihr eigenes Süppchen, auch wenn es gewisse Parallelen gibt (wo gibt’s die denn nicht?). Aber wie das ja immer so ist wenn jemand ne Black-Metal-Band nicht mag: „Du verstehst das einfach nicht! Kunst!“ 😉

  14. Nether sagt:

    Mich erinnert das auch eher (wie schon vorher erwähnt) an Kriegsmaschine, womit wir dann ja auch wieder irgendwie bei Mgla wären. 😉
    Ich hab 3-4 Durchläufe gebraucht für „Chapter II“. Dafür kommt sie jetzt umso mächtiger.

    9/10
  15. daniel sagt:

    top die platte !! vergleiche mit mgla ?! beide haben das gleiche genre und beide sind geil !! sonst nix ! ich denk da eher an sulphur aeon in black metal…ich weiss nicht warum die 90iger so nostalgisch gefeiert werden.. ich hör metal seit 1987 aber das zeug was da in den letzten 10 jahren veröffentlicht wurde hätte mich damals komplett vom stuhl gehauen !! dieser black metal mit viiel fields of the nephilim ist grossartig !!!

    9/10
  16. Schraluk sagt:

    Richtig starker zweiter Teil. Meiner Meinung nach nicht besser oder schlechter als Chapter I, sondern darauf aufbauend und anders. Polen hört man schon bei fast jedem Track finde ich. ‚The Snare Of The Fowler‘ hätte auch auf der letzten Kriegsmaschine sein können und ‚Areopagitica‘ hat sich auch mal angeguckt, was man das so in Cracovia und Umfeld macht. Ist aber nie abgekupfert oder anbiedernd, sondern wird eigenständig in ein ganz anderes Korsett gepackt. Doomig, mal fast punkig und ne Menge Post-Metal. Für meinen Geschmack die richtige Balance aus Getacker und schleppenden Drums. Geiles Cover. Geile Produktion. Thematisch geil. Geile Band.

    9/10
  17. redrider sagt:

    Unglaublicht dichter sound!!-genial….trotzdem fehlt das i tüpfelchen…mal gespannt auf III….

    8/10