Persefone - Metanoia

Review

Soundcheck Februar 2022# 5

Andorras Finest sind zurück: Fünf Jahre und eine Pandemie liegen zwischen dem Vorgänger „Aathma“ und heute, und es stellt sich die Frage, ob PERSEFONE das Momentum, das sie mit ihrer letzten Veröffentlichung zweifellos hatten, mit einer solch langen Wartezeit ein wenig in Gefahr gebracht haben. Andererseits macht das Sextett extrem anspruchsvolle Musik und knausert auch auf Albumlänge nicht mit den Minuten. Gut Ding will (…), ihr wisst schon, und gut ist Album Nummer sechs „metanoia“ zweifellos.

Aber setzt es auch „Maßstäbe im modernen Extreme Progressive Metal“, wie es laut Pressetext für PERSEFONE üblich ist? Es gibt einige Argumente dagegen.

PERSEFONE setzen etwas zu sehr auf Namedropping und Effekthascherei

Zunächst: PERSEFONE wollen auf „metanoia“ mit einem Knall zurückkehren, und versuchen es dabei etwas zu verkrampft. Deswegen darf LEPROUS-Goldkehlchen Einar Solberg das Album mit dem Titeltrack einleiten, was natürlich atmosphärisch und schön ist, die Band aber merkwürdig in den Hintergrund treten lässt – zumal es in ihren Reihen niemanden gibt, der in der Disziplin Klargesang mit Solberg in einer Liga spielt. Das Feature ergibt natürlich absolut Sinn, aber nicht als Opener und nicht auf dem gottverdammten Titeltrack.  Bei Steffen Kummerer, Angel Vivaldi und Merethe Soltvedt, die als Gäste für „Anabasis Part II“ gelistet werden, liegt hingegen der Verdacht eines reinen Namedroppings nahe. Der Track wäre auch ohne sie super gewesen. So wie übrigens auch die Vorabsingle „Merkabah“.

Nicht durchgängig super ist das „Atmomaterial“ Neben besagtem Gast-Intro und Titeltrack gibt es noch das Fünf-Minuten-Instrumental „Leap Of Faith“ und „Anabasis Part I“, die durch einen knisternden Lagerfeuer-Soundeffekt verbunden sind. Da PERSEFONE hier nur das auswalzen, was sich an atmosphärischen Elementen ohnehin durch ihre Tracks zieht, wäre es schön gewesen, man hätte diese Momente noch zu vollwertigen Songs ausgearbeitet.

Das Niveau bleibt hoch

Ganze zwei kritische Absätze sollen nun natürlich nicht den Eindruck erwecken, „metanoia“ wäre ein Totalausfall. So ist es definitiv nicht. PERSEFONE schaffen es, ihren Trademark-Sound aus flirrenden Lead-Gitarren, bei denen schnöde Akkorde und Single-Note-Riffs eher die Ausnahme zu sein scheinen, über weite Strecken wieder aus dem Hut zu zaubern, als wäre es nichts. Tempo und Dynamik sind suchen dabei ihresgleichen, und Prog-Spannungskurven können sie sowieso. Die zwingenden Momente aber, die Aufhorchen und Niederknien lassen, waren auf „Aathma“ häufiger anzutreffen. Trotz längerer Spielzeit blieb hier mehr hängen. Nach dem Hype-Album ist „metanoia“ damit ein kleiner Rückschritt. Auf hohem Niveau zwar, aber dennoch nicht von der Hand zu weisen.

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28.01.2022

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3 Kommentare zu Persefone - Metanoia

  1. Dor Leo sagt:

    Bei derlei Musik liegt die Gefahr verständlicherweise nah, dass erwartet wird die Messlatte immer ein Stück höher zulegen. So interpretier ich aus dem Review etwas Enttäuschung. Für mich ist das kein Makel sich nicht immer selbst zu überbieten, die beiden bisher veröffentlichten Songs find ich top. Dat Ding kommt in den Warenkorb, ..so!

  2. onlythewindremembers sagt:

    „Merkabah“ als erste Single zu bringen war ein Glücksgriff. Das Ding ist so gut und geht für mich in Richtung „Living Waves“ oder „No Faced Mindless“, die ja auf dem Vorgänger zu finden sind. Die zweite Single war zwar immer noch gut, aber hat mich nicht ganz so abgeholt. Aber ich lasse mich mal vom Gesamtwerk überraschen.

  3. onlythewindremembers sagt:

    Da das gute Stück ja heute der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde, habe ich es direkt mal durchgehört. Ich bleibe allerdings dabei, dass mit „Merkabah“ bereits das Highlight im Voraus veröffentlicht wurde.

    Aus den Gastauftritten hätte man durchaus mehr machen können und den wunderbaren Gesang von Einar Solberg sozusagen als „Intro“ zu nehmen ist auch irgendwie Verschwendung gewesen. Ihm hätte man durchaus einen ganzen Song geben können, aber steckt man ja nicht drin.

    7/10